Nach Attacke auf Bahn-Mitarbeiter: Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl, doch Verdächtiger ist auf freiem Fuß

Von Anika von Greve-Dierfeld, Marc Kalpidis, Björn Kirsch

Karlsruhe - Nach der Attacke auf einen Bahnmitarbeiter hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen einen 36-Jährigen beantragt.

Der Bahn-Mitarbeiter wollte das Fahrticket des 36-Jährigen kontrollieren, als die Situation eskalierte. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa

Der Mann ist nach einer brutalen Attacke durch einen Fahrgast aus einem fahrenden Zug gestürzt und schwebt in Lebensgefahr. Zuvor war er von dem wegen Gewaltdelikten bereits vorbestraften 36 Jahre alten Mann mit Schlägen und Tritten attackiert worden, wie die Staatsanwaltschaft am Abend mitteilte. Der Verdächtige, gegen den nun wegen Körperverletzung ermittelt wird, sei mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Der Mann sei überdies nur auf Bewährung draußen gewesen, wie es weiter hieß. Die Staatsanwaltschaft hatte am Nachmittag vergeblich Haftbefehl gegen ihn beantragt.

Das Amtsgericht lehnte es jedoch trotz der laufenden Bewährungsstrafe ab, Untersuchungshaft anzuordnen. Begründet wurde dies offiziell zunächst nicht.

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Das Opfer des Angriffs ist in stabilem aber weiter kritischen Zustand. Er sei noch nicht über den Berg, hieß es seitens der Behörden.

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Noch unklar, warum Tür der Bahn nachgab

Warum sich die Tür der Bahn öffnete, ist unklar und wird durch einen technischen Sachverständigen ermittelt.  © Melanie Keul/EinsatzReport24/dpa

Schon früher sei der 36-Jährige wegen Gewaltdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten, so die Staatsanwaltschaft weiter. Er soll bei dem Vorfall auf der Strecke nach Karlsruhe betrunken gewesen sein und im Zuge einer eskalierten Ticketkontrolle den 26-Jährigen attackiert haben. Nach dem Vorfall vom Freitagabend war er vorläufig festgenommen worden.

Er habe bei der Auseinandersetzung seine Personalien nicht nennen und den Zug nicht verlassen wollen. Er schlug den Vorwürfen zufolge mit Fäusten auf den 26-Jährigen und trat auf ihn ein. Beide stießen dabei mehrfach gegen die Tür. Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurde sie dadurch, von den Beteiligten unbemerkt, beschädigt.

Als der Sicherheitsmitarbeiter im Zuge des Streits versuchte, den auf dem Rücken liegenden Fahrgast hochzuziehen, habe dieser mit Wucht nach ihm getreten. Der 26-Jährige fiel zu Boden und erneut gegen die Tür. Diese gab nach - und er fiel durch einen Spalt nach draußen. Kurze Zeit später wurde er schwerst verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht

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Warum die Tür nachgab, ist derzeit unklar. Ein technischer Sachverständiger sei beauftragt worden, um herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Wann es dazu Ergebnisse gibt, ist unklar. 

Erstmeldung: 18. Juli, 17.44 Uhr; zuletzt aktualisiert: 18. Juli, 20.33 Uhr

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