Von Oliver Auster
Düsseldorf - Im Fall um Schüsse auf den Fahrgast (40) eines Taxis in der Düsseldorfer Innenstadt enthüllt ein Bericht an den Innenausschuss des Landtags neue Details.
Aus dem Papier geht hervor, dass ein inzwischen verhafteter Verdächtiger laut Ermittlern der Fahrer des Wagens und der Täter war.
Gegen den 37-Jährigen wird demnach wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes ermittelt. Zwei weitere Täter sind auf der Flucht, sie sollen beide geschossen haben.
Wie aus dem Bericht an den Innenausschuss hervorgeht, befand sich das Auto der Täter am 30. Dezember einige Wagen vor dem Taxi, in dem das spätere Opfer saß.
Laut dem Papier von Innenminister Herbert Reul (73, CDU) stiegen mindestens zwei männliche Personen aus dem Auto. Sie schossen demnach "zehnmal mit zwei Handfeuerwaffen gezielt auf den Geschädigten, wobei sie ihn siebenmal trafen." Das Opfer sei aktuell nicht mehr in Lebensgefahr, so Reul.
Auf den Verdächtigen, der am 8. Januar verhaftet worden war, stieß man auf das Auto. Nach Angaben Reuls war der 37-Jährige nicht nur der Fahrer, sondern auch der Halter des Wagens.
Verdächtiger bereits polizeibekannt
Zur Vorgeschichte des Festgenommenen mit türkischer Staatsangehörigkeit heißt es in Reuls Bericht: "Der Beschuldigte ist in der Vergangenheit bereits mehrfach u. a. wegen Körperverletzungs-, Betäubungsmittel- und Bedrohungsdelikten sowie weiterer Vergehen strafrechtlich in Erscheinung getreten."
Bei dem 40-jährigen Opfer handelt es sich nach früheren Angaben um den Neffen eines bekannten Drogenbosses, der in den Niederlanden seit vielen Jahren im Gefängnis sitzt.
Der Neffe war vor der Tat bei einer Kundgebung am niederländischen Konsulat, bei der die Freilassung des Drogenbosses gefordert worden war.
Der 40-Jährige soll im Taxi gerade auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof gewesen sein, als auf ihn geschossen wurde.
Der Tatort liegt an einer Hauptverkehrsstraße, etwa sieben Autominuten vom Bahnhof entfernt.