Von Stefanie Järkel
Wiesloch - Nachdem ein 34 Jahre alter Psychiatriepatient in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) während einer Fixierung durch Polizisten kollabiert und gestorben ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen fünf Polizeibeamte.
Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg. "Das Verhalten der Pfleger und gegebenenfalls der Ärzte ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen."
Der Mann war Mitte Mai gestorben. Damals hatten die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitgeteilt, dass der Patient sich im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch bei Heidelberg aggressiv verhalten habe.
Mehrere Pflegekräfte sowie die Stationsärztin hätten versucht, den Mann zu beruhigen und zu fixieren.
Der Patient habe sich mit großer Kraft dagegen gewehrt, sodass Kräfte des Polizeireviers Wiesloch zur Unterstützung angefordert worden seien.
Patient wehrte sich heftig
Nach dem Eintreffen der Beamtinnen und Beamten sei zur Unterstützung des Pflegepersonals "unmittelbarer Zwang mit dem Ziel der Fixierung des Patienten angewendet" worden.
Dagegen habe sich der Patient heftig gewehrt, hieß es weiter. "Im Rahmen der Fixierung kollabierte der Patient und er wurde reanimationspflichtig." Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe sei sein Tod festgestellt worden. Der Mann war demnach seit mehreren Wochen freiwillig in dem Zentrum untergebracht gewesen.
Zum Grund der Unterbringung wollte sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht äußern.
Die Todesursache ist nach dem vorläufigen Ergebnis einer Obduktion weiter unklar. Die Ermittler warten laut dem Sprecher noch auf Ergebnisse von Gewebeuntersuchungen. Wann diese vorliegen werden, ist noch unklar.