Millionen-Coup in Gelsenkirchen: Sparkassenchef schließt Technik-Mängel aus

Gelsenkirchen - Der Sparkassen-Einbruch im Gelsenkirchener Stadtteil Buer kurz vor dem Jahreswechsel gehört jetzt schon zu den spektakulärsten Fällen der deutschen Kriminalgeschichte. Im Anschluss musste sich auch die Filiale Kritik gefallen lassen, Vorwürfe zu eventuellen Sicherheitsmängeln wurden laut. Sparkassenchef Michael Klotz wies diese nun entschieden zurück.

Sparkassendirektor Michael Klotz hat sich nach dem Einbruch in die Gelsenkirchener Filiale geäußert. (Archivfoto)  © IMAGO / Funke Foto Services

"Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert", sagte der Vorstandsvorsitzende im Interview mit der "WAZ".

Dennoch sei es den Tätern gelungen, "mehrere voneinander unabhängige Sicherungen zu überwinden", fügte er an. Wie das möglich gewesen sei, müsse nun ermittelt werden.

Nachlässigkeiten in puncto Technik schloss der Sparkassendirektor jedoch kategorisch aus: "Wir haben in den letzten zwei Jahren die Alarm- und Brandmeldetechnik erneuern lassen", versicherte er.

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Vielmehr seien Einbrüche "schon immer ein Wettlauf zwischen Sicherungstechnik und Kriminellen" gewesen, beteuerte Klotz.

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Michael Klotz will nicht auf Sicherheitsdetails eingehen

Die Ermittlungen zum Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkassen-Filiale dauern an.  © Michael Weber/WtV News/dpa

Am 29. Dezember hatten sich Einbrecher mithilfe eines großen Bohrers über ein Parkhaus Zugang zum Tresorraum der Filiale in Buer verschafft, die Schließfächer geplündert und Beute im mindestens zweistelligen, möglicherweise dreistelligen Millionenbereich gemacht, so die aktuelle Schätzung.

Wie genau den Gaunern der Coup gelang, wollte Klotz nicht verraten. "Es verbietet sich, zu Sicherheitstechnologien öffentlich Stellung zu nehmen, wenn man ein Höchstmaß an Sicherheit haben will", erläuterte er.

Etwa 3000 Kunden sind von dem kriminellen Husarenstück betroffen, fast alle 3250 Schließfächer wurden ausgeräumt. Eventuell zurückverfolgbare Rolex-Uhren und andere Wertgegenstände ließen die Diebe jedoch liegen. "Das ist ein riesiger Berg", klärte Klotz auf.

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