Oldenburg - Neun Jahre ist es her, dass der ehemalige Rocker-Boss Abdullah Rezan Cakici verschwunden ist. Bis heute fehlt von ihm jede Spur. Doch die Polizei gibt nicht auf: Die Beamten nehmen den Fall nun mit modernster Kriminaltechnik unter die Lupe.
Der damals 29-Jährige wurde im Juli 2017 als vermisst gemeldet. Seine Spur verlor sich in Oldenburg (Niedersachsen). Bereits die ersten Ermittlungen lieferten damals Hinweise, die den Verdacht eines Tötungsdelikts begründeten. Einen Leichnam fanden die Ermittler allerdings bis heute nicht.
Der Vermisstenfall hat die Polizei nach eigenen Angaben seit dem Verschwinden des Mannes zu keinem Zeitpunkt losgelassen. Immer wieder werden bestehende Spuren und frühere Ermittlungsansätze überprüft, neu bewertet und mit aktuellen Hinweisen abgeglichen - immer mit dem Ziel, das Schicksal von Rezan Cakici aufzuklären.
Die Entwicklungen kriminaltechnischer Untersuchungsmethoden sorgen nun dafür, dass bereits bekannte Spuren erneut in den Fokus rücken.
Wie die Polizei am Montag mitteilte, nehmen die Ermittler dabei auch Sachverhalte unter die Lupe, die schon früher untersucht wurden, heute aber mit moderner Technik völlig neue Auswertungsmöglichkeiten bieten könnten.
Polizei hält sich nach Verschwinden von Rezan Cakici mit neuen Ergebnissen bedeckt
In diesem Zusammenhang hat die Polizei Oldenburg eine Wohnung oberhalb des Ortes, an dem Rezan Cakici zuletzt gesehen wurde, intensiv kriminaltechnisch untersucht. Unterstützung erhielt sie dabei von Spezialisten des Landeskriminalamtes Niedersachsen.
Zu den konkreten Hintergründen der erneuten Untersuchungen oder möglichen Ergebnissen hält sich die Polizei allerdings bedeckt: "Die Polizei bittet um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens derzeit keine weitergehenden Informationen zu den durchgeführten Maßnahmen oder den diesen zugrunde liegenden Erkenntnissen veröffentlicht werden können", heißt es in einer Mitteilung.
Fest steht jedoch: Auch neun Jahre nach dem Verschwinden des Ex-Rocker-Bosses geben die Ermittler nicht auf. 2025 wurde der Fall sogar in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY… Ungelöst" zum Thema, woraufhin einige Hinweise bei der Polizei eingingen. Auch damals hielten sich die Ermittler mit Ergebnissen jedoch bedeckt.
Die Beamten gehen weiterhin von einem Tötungsdelikt aus. Ein Polizeidirektor erklärte damals: "Mord verjährt nie und unsere Ermittlungen werden nicht ruhen. Diejenigen, die verantwortlich sind, können sich zu keinem Zeitpunkt sicher fühlen."