Coronavirus in NRW: Ordnungsämter haben "nicht ansatzweise genug Personal"

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. In einigen Städten gibt es beispielsweise nun eine Sperrstunde. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

Der Landtag hat die Verlängerung der sogenannten "Pandemischen Lage" in NRW um zwei Monate beschlossen.
Der Landtag hat die Verlängerung der sogenannten "Pandemischen Lage" in NRW um zwei Monate beschlossen.  © Federico Gambarini/dpa

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sollten bis Anfang Januar weiter gelten, sagte Laschet am Mittwoch in Düsseldorf nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie.

"Alle Restaurants sind geschlossen, auch an Weihnachten."

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen bleibt mit 4231 am Samstag neu registrierten Fällen hoch. Am Vortag waren es noch 5011 registrierte Infektionen.

Die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Samstagmorgen (Stand: 0 Uhr) laut Landeszentrum Gesundheit (LZG) bei 145,4 und damit leicht unter dem Vortageswert (150).

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Update, 27. November, 11.50 Uhr: Corona-Wochenwert sinkt in NRW weiter

In NRW gibt es am Samstag 4231 neu registrierte Corona-Fälle. (Symbolbild)
In NRW gibt es am Samstag 4231 neu registrierte Corona-Fälle. (Symbolbild)  © Tom Weller/dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westalen bleibt mit 4231 neu registrierten Fällen hoch. Doch sinkt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen weiter, wie das Landeszentrum Gesundheit (LZG) am Samstag mitteilte.

Danach lag der Wochenwert am Samstagmorgen (Stand: 0 Uhr) bei 145,4 – nach rund 150 Fällen am Freitag und 154 Fällen am Mittwoch. Vor knapp drei Wochen hatte der Wert sogar noch bei 168,5 gelegen.

Die meisten Neuinfektionen in NRW wurden den jüngsten Angaben zufolge in Hagen registriert, wo die Wocheninzidenz bei 260,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen lag.

Sehr hohe Werte meldeten auch die Gesundheitsämter des Kreises Lippe (232,5) der Städte Solingen (220,4) und Duisburg (217,4). Insgesamt wiesen am Samstag acht Kreise und kreisfreie Städte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes einen Wochenwert von über 200 aus. Am geringsten war die Wocheninzidenz in Münster (51,1) und im Kreis Coesfeld (73,0).

Insgesamt registrierte das LZG bis Samstagmorgen innerhalb eines Tages 4231 neue Infektionen. Am Freitag waren es noch 5011 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf insgesamt 3380.

Update, 27. November, 10.39 Uhr: Corona-Masken bescheren Modehersteller Van Laack Umsatzsprung

Der rasche Einstieg in die Produktion von Mund-Nasen-Masken hat dem Mönchengladbacher Modehersteller von Laack einen massiven Wachstumsschub beschert.

"Im aktuellen Geschäftsjahr wird sich der Umsatz dank mehr als 100 Millionen verkaufter Masken und zwölf Millionen Kittel mindestens verdoppeln", sagte Firmenchef Christian von Daniels der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Van Laack produziert aktuell nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Stoffmasken im Monat, die anschließend in mehr als 30.000 Verkaufsstellen vertrieben werden – von Griechenland bis Portugal. In der Spitze, also etwa im Mai, seien im Monat sogar eine Million Masken produziert worden, sage der Firmenchef.

Viele andere Modehersteller hätten die Chancen, die das Produkt Mund-Nasen-Schutz biete, verschlafen, meinte er.

Dass das Geschäft mit den Corona-Masken nicht ewig so weiter laufen wird, ist dem Unternehmer bewusst. "Es wäre aber wünschenswert, wenn diese Form von Hygiene auf einem gewissen Niveau erhalten bleiben würde – und die Maske als Accessoire in der Handtasche der Dame oder der Aktentasche des Herrn ihren Platz findet", meint er.

Update, 27. November, 7.11 Uhr: NRW-Einzelhandel fordert mehr staatliche Hilfen

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen fordert rasche staatliche Hilfen für die durch den Teil-Lockdown hart getroffenen Händler im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Insbesondere im innerstädtischen Mode- und Schuhhandel sei die Lage "wirklich extrem existenzbedrohend", sagte der Präsident des Handelsverbandes NRW, Michael Radau, der Deutschen Presse-Agentur. Die Geschäfte kämpften nicht selten mit Umsatzrückgängen von 50 oder 60 Prozent.

Radau warnte, er sehe die Gefahr, dass manche Innenstädte im nächsten Winter nicht mehr wiederzuerkennen seien und dass sich Discount-Läden oder Leerstände an Stellen breit machten, wo man das nie erwartet hätte.

Die jüngste Entscheidung von Bund und Ländern, neue Zugangsbeschränkungen für Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche einzuführen habe die Lage definitiv nicht verbessert, betonte der Branchensprecher. Diese Maßnahme werde nur dazu führen, dass noch mehr Einkäufe ins Internet verlagert würden.

In dieser Situation müsse der Staat eine "adäquate Kompensation" für die durch seine Maßnahmen verursachten Umsatzrückgänge im Handel leisten, verlangte Radau.

Update, 27. November, 7.06 Uhr: Ordnungsämter haben "nicht ansatzweise genug Personal"

In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Ordnungsamt extrem viel im EInsatz.
In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Ordnungsamt extrem viel im EInsatz.  © Christoph Soeder/dpa

Auch Ordnungsämter brauchen im Kampf gegen die Pandemie nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes NRW dringend mehr Geld und mehr Personal.

"Bund und Land müssen die kommunalen Ordnungsämter in gleichem Maße unterstützen wie die Arbeit der kommunalen Gesundheitsämter, umgerechnet 200 Millionen Euro jährlich für NRW", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Bernd Jürgen Schneider, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ordnungsämter würden im Kampf gegen das Coronavirus eine "Schlüsselrolle" einnehmen und seit Monaten "am Anschlag" arbeiten. Es sammelten sich viele Überstunden an.

"Um dieses Pensum dauerhaft leisten zu können, haben die Ordnungsämter nicht ansatzweise genug Personal", betonte Schneider. "Manche Gemeinden bräuchten doppelt so viele Leute." Kurzfristig könnte die knappe Besetzung etwas gestreckt werden. "Aber macht man das zu sehr, reißt die Decke."

Laut Städte- und Gemeindebund müssen die Ordnungsämter in der Corona-Krise unter anderem Quarantänemaßnahmen umsetzen und die Maskenpflicht oder Auflagen für den Hygieneschutz kontrollieren.

Update, 27. November, 20.55 Uhr: Andrang am Black Friday sorgt in einigen NRW-Städten für Probleme

Der Kundenansturm am Schnäppchentag Black Friday hat in mehreren nordrhein-westfälischen Städten zu Problemen mit der Einhaltung der Corona-Regeln geführt.

In Bielefeld hätten sich die Passanten an einigen Stellen in der Fußgängerzone so dicht geballt, dass die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten worden seien, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Freitag. Teilweise seien auch keine Masken getragen worden.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten die Verbraucher deshalb mit Megafonen an die Vorschriften erinnert. Außerdem appellierte die Stadt über den Lokalsender Radio Bielefeld an die Bürger, für den Moment auf Fahrten in die Innenstadt zu verzichten und Einkäufe zu verschieben.

Auch in Köln mussten nach Angaben der Stadtverwaltung zwei Shopping-Center zeitweise die Tore schließen.

Update, 27. November, 18.04 Uhr: Gericht kippt generelle Maskenpflicht für Lehrer in Münster

Eine generelle Maskenpflicht für Lehrer in Münster ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Münster am Freitag entschieden.

Es gab dem Eilantrag eines Lehrers gegen eine Allgemeinverfügung der Stadt vom 20. November statt. Diese Regel sei unverhältnismäßig, heißt es zur Begründung in der Mitteilung des Gerichts. Die Stadt könne die Notwendigkeit für eine verschärfte Maskenpflicht nicht auf hohe Infektionszahlen stützen.

Münster hatte am 27. November 56,8 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner und hat damit den niedrigsten Wert in Nordrhein-Westfalen (Az.: 5 L 1008/20, nicht rechtskräftiger Beschluss).

Die Stadt kündigte noch am Nachmittag an, vor das Oberverwaltungsgericht ziehen zu wollen. Die niedrigen Infektionszahlen seien mit Schutzmaßnahmen erreicht worden, die über die Vorgaben des Landes hinaus gegangen seien. Daher sei die Entscheidung des Gerichts nur schwer nachvollziehbar.

Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sagte laut Mitteilung: "Selbstverständlich akzeptieren wir die Autorität der Gerichte und werden den Beschluss umgehend umsetzen, bis unsere Position in der nächsten Instanz erneut abgewogen wird. Ich gehe davon aus, dass der richterliche Beschluss von heute keinen Bestand haben wird."

Update, 27. November, 18 Uhr: Düsseldorf richtet Impfzentrum in der Arena ein

Die Landeshauptstadt richtet ihr Corona-Impfzentrum in der Merkur Spiel-Arena ein. Der Spiel- und Trainingsbetrieb von Fortuna Düsseldorf sei dennoch gesichert, teilte die Stadt am Freitag mit. Es würden weder der Rasen noch die Mannschaftsräume für das Impfzentrum genutzt.

Das Stadion entspreche den Anforderungen des Landes im Hinblick auf Verkehrsanbindung und Barrierefreiheit. Zudem seien unterschiedlich große Räume für Check-In, Aufklärungsgespräche, Warte- und Impfbereich vorhanden. Im Stadion sollen bis zu 2400 Menschen pro Tag geimpft werden.

Düsseldorf will das Impfzentrum in der Merkur Spiel-Arena einrichten.
Düsseldorf will das Impfzentrum in der Merkur Spiel-Arena einrichten.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 27. November, 17.55 Uhr: "Querdenker" wollen in Heinsberg protestieren

In der Stadt Heinsberg sind am Wochenende drei Kundgebungen von Kritikern der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen geplant.

Das sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Am Samstag würden in der Innenstadt rund 100 Demonstranten erwartet. Für Sonntag sind zwei weitere Demonstrationen geplant. Eine wurde von der Initiative "Querdenken" angemeldet - mit etwa 350 Menschen.

Der Landkreis Heinsberg hatte zu Jahresbeginn Schlagzeilen gemacht, weil sich dort viele Menschen offenbar während einer Karnevalsfeier mit dem Virus angesteckt hatten. Er war im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden.

Update, 27. November, 15.30 Uhr: Kölner Inzidenz gesunken

Mit 260 neuen Corona-Fällen binnen eines Tages ist die Inzidenz in Köln auf einen Wert von 141,0 gesunken. Nach Angaben der Stadt liegt die Reproduktionszahl bei 0,90.

Im Vergleich zum Vortag gibt es drei weitere Todesopfer im Alter zwischen 59 und 89 Jahren. Aktuell sind 2375 KölnerInnen mit dem Coronavirus infiziert.

Update, 27. November, 14.20 Uhr: Alle Heinsberger Rettungsdienst-Mitarbeiter in Quarantäne

Nach 9 positiven Corona-Fällen beim Rettungsdienst in Heinsberg müssen nun alle 270 Mitarbeiter für 14 Tage in Quarantäne – allerdings nur nach dem Dienst. Wer einen negativen Test vorlegen kann und symptomfrei ist, dürfe weiterhin arbeiten, sagte eine Kreissprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten WDR und Rheinische Post darüber berichtet.

Der Rettungsdienst bleibe so auch in den kommenden zwei Wochen weiterhin arbeitsfähig. Außerdem müssten die Mitarbeiter während der gesamten Arbeitszeit eine FFP2-Maske tragen, sagte die Sprecherin.

Der Landkreis Heinsberg hatte zu Jahresbeginn Schlagzeilen gemacht, weil sich dort viele Menschen offenbar während einer Karnevalsfeier mit dem Virus angesteckt hatten. Er war im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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