Köln - Sechs Tage lang herrschte in Köln trotz widriger Wetterverhältnisse der jecke Ausnahmezustand. Nun zieht die Stadt Bilanz.
Mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren von Donnerstag bis Dienstag täglich von früh bis spät in den Veedeln unterwegs, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Unterstützt wurden sie dabei von Hunderten Sicherheitskräften privater Dienstleister.
Ganz besonders im Blick behielten die Einsatzkräfte dabei den Jugendschutz. Insgesamt führten sie laut Stadt 5030 Präventionsgespräche mit Jugendlichen, in denen sie auf die Gefahren von Alkohol und Tabak aufmerksam machten. Zudem mussten 2564 Teenager alkoholische Getränke und 2453 Jugendliche Tabakprodukte beziehungsweise E-Zigaretten abgeben.
Daneben führte das Ordnungsamt auch in diesem Jahr an diversen Kiosken Testkäufe mit minderjährigen Kundinnen und Kunden durch - mit einem alarmierenden Ergebnis: Bei den 78 Kontrollen wurden 65 Verstöße festgestellt, bei denen Alkohol und/oder Tabak rechtswidrig über die Ladentheke gingen. Die betroffenen Kioskbetreiber müssen daher nun mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.
Insgesamt 159 hilflose Personen wurden außerdem während der jecken Tage von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsdiensts versorgt und, falls nötig, dem Rettungsdienst übergeben. Die meisten von ihnen hatten laut Stadt zu tief ins Glas geschaut. Zudem wurden 114 Wildpinkler erwischt.
Kölner Ordnungsdienst hatte auch den Brandschutz im Blick
Darüber hinaus wurden von Mittwochnacht bis Dienstag 778 Fahrzeuge in der Innenstadt und in den Veedeln abgeschleppt, die widerrechtlich entlang der Sperrzonen geparkt waren. 3033 Halterinnen und Halter kamen hingegen mit einer Verwarnung davon und mussten ihre Wagen lediglich umparken.
Mit Blick auf die Brandkatastrophe im schweizerischen Skiort Crans-Montana an Silvester galt ein besonderes Augenmerk der Einsatzkräfte außerdem dem Brandschutz in den Kneipen und Gaststätten.
Hier wurden in 17 Fällen die Rettungswege überprüft. Einige davon waren laut Stadt zu schmal, in anderen Fällen wurden sie von Gegenständen versperrt. In einem Fall musste ein Betreiber brennbares Deko-Material entfernen.
Zuvor hatte bereits die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen ein Karnevalsfazit gezogen und von einer insgesamt friedlichen jecken Zeit berichtet.