Foodwatch übt heftige Kritik an Dagi Bee und Simon Desue: Junkfluencer!

Hamburg/Berlin - Erst Oliver Pocher (43), dann Jan Böhmermann (39) und nun Foodwatch: Die Influencer-Szene steht derzeit in der Kritik.

Diesen Werbebeitrag für Haribo hat Simon Desue (29) inzwischen gelöscht.
Diesen Werbebeitrag für Haribo hat Simon Desue (29) inzwischen gelöscht.  © Foodwatch/Screenshot/Instagram/simondesue

Während sich Ersterer mit seiner "Bildschirmkontrolle" zwischen Lästerei und Spott bewegt, beleuchtete die aktuelle Folge von "ZDF Magazin Royale" eine kleine Auswandererwelle in die menschenrechtlich mehr als fragwürdige Steueroase Dubai. Zahlreiche Influencer haben das Emirat am Persischen Golf in den vergangenen Monaten als ihr neues Heimatland auserkoren.

Jetzt hat sich Foodwatch Tausende Posts, Videos und Storys der 20 reichweitenstärksten Profile genauer angesehen und ausgewertet. Herausgekommen ist ein Report mit dem Titel "Junkfluencer".

Fazit: "Lebensmittelkonzerne nutzen bekannte Social-Media-Stars, um zuckrige Getränke, fettige Snacks und Süßwaren gezielt an Kinder zu vermarkten", heißt es in einer Foodwatch-Mitteilung.

Dadurch werde Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen gefördert, so der Vorwurf der Verbraucherschützer.

Einer, der solche Werbung verbreitet, ist Simon Desue (29). Er suhlte sich peinlich stöhnend in Haribo-Tüten, stopfte sich 1000 Gummibärchen in 100 Sekunden rein und aß mit seiner Freundin Enisa Bukvic (25) Currywurst bei McDonald's um die Wette.

Für den 29-jährigen Ex-Hamburger zahlt sich das aus, er protzt im Internet mit Luxusvilla, teuren Sportwagen und Modelfreundin. Und auch die Werbepartner dürften sich freuen, schließlich sahen Hunderttausende die Videos, likten sie und machten selber unbezahlte Werbung als "Naschgesicht", da Desue sie dazu aufforderte.

Foodwatch parodiert Influencer-Werbung mit "Wolf of Candystreet"

Diese Influencer werden ebenfalls für ihre Werbung kritisiert

Dagi Bee (26) und ihr Mann Eugen Kazakov posieren mit Burgern.
Dagi Bee (26) und ihr Mann Eugen Kazakov posieren mit Burgern.  © Screenshot/Instagram/dagibee

Auch Dagi Bee (26) wird von den Verbraucherschützern kritisiert. Sie habe mehrfach ungekennzeichnete Werbung unter anderem für eine Burgerkette gemacht.

Als weitere Beispiele solcher fragwürdiger Kooperationen zwischen Influencern und Lebensmittelindustrie nennt Foodwach Viktoria und Sarine, Laser Luca (24) sowie Julia Beautx (21). Ihre Gemeinsamkeit: Ihre Fans sind sehr jung und vertrauen ihnen völlig.

Die dabei benutzten Marketingmethoden seien "übergriffig" und gehen auf Kosten der Kindergesundheit, so die Verbraucherschützer. "Mithilfe von Influencern senden die Unternehmen ihre Werbebotschaften an den Eltern vorbei direkt ins Kinderzimmer und auf die Handys junger Menschen", sagte Luise Molling von Foodwatch.

"Coca-Cola, McDonald's & Co. sabotieren die Bemühungen vieler Eltern, ihre Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern."

Dabei sei jeder fünfte Todesfall in Deutschland auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.

So machen Dagi Bee und ihr Mann Werbung für eine Burgerkette

So reagiert die zuständige Ministerin Julia Klöckner

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (48, CDU) ist für das Thema zuständig.
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (48, CDU) ist für das Thema zuständig.  © Wolfgang Kumm/dpa

Daher forderte die Verbraucherorganisation die zuständige Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (48, CDU) auf, Kinder besser vor Werbung für ungesunde Produkte zu schützen.

Die reagierte damit, dass sie sich an den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft wandte. Klöckner forderte ihn auf, "die Verhaltensregeln zu verschärfen".

Es gehe um "Nachbesserungen bei der Altersgrenze und bei der Werbung für Lebensmittel mit ungünstiger Nährstoffzusammensetzung".

"Werbung darf Kinder nicht dazu verleiten, sich ungesund zu ernähren", sagte Klöckner. Setzt aber anscheinend weiterhin nur auf Selbstverpflichtungen.

Von einer Gesetzesänderung sprach die Ministerin nicht. Und so dürfte das Werben der Influencer für ungesunde Produkte einfach weitergehen.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Instagram/dagibee, Foodwatch/Screenshot/Instagram/simondesue

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