Leipzigs Technisches Rathaus: Dieser Teil soll nun verschwinden

Leipzig - Das ehemalige Technische Rathaus an der Prager Straße beschäftigt weiterhin die Leipziger Verwaltung. 2024 gekauft, soll dort das neue Verwaltungszentrum der Messestadt entstehen. Die aktuelle Haushaltskrise schob den Plänen jedoch den vorläufigen Riegel vor. Um Unterhaltungskosten an dem Betonriesen zu sparen, will die Stadt zumindest einen Teil der Bauruine nun zurückbauen lassen.

Über Jahre lag die Baustelle des ehemaligen Technischen Rathauses brach. Seit einiger Zeit sind nun jedoch wieder Bauarbeiter an dem Betonskelett zu sehen!  © Christian Grube

Die Rede ist von dem Baugerüst, das inzwischen seit sechs Jahren an Straßen- und einer Stirnseite des Betonskeletts steht und das Leipzig mit dem Kauf des Gebäudes übernahm.

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge kostet das Gerüst sowie ein dazugehöriger Aufzug die Stadt rund 200.000 Euro Miete pro Jahr. Insgesamt soll der Unterhalt für die Bauruine demnach allein im vergangenen Jahr fast 1,3 Millionen Euro verschlungen haben. Auch für 2026 seien Kosten von reichlich einer Million Euro prognostiziert.

Das Gerüst sei beim Kauf des ehemaligen Technischen Rathauses verpflichtend gewesen, um Abstürzen vorzubeugen. Um Unterhaltskosten zu sparen, begann die Stadt jedoch bereits im vergangenen Jahren mit Sicherungsarbeiten. So wurden Straßen- und Rückseite des Rohbaus inzwischen mit Geländern verschlossen, wie sie auf der Rückseite in Richtung Kleingärten bereits bestehen.

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"Nachdem der Gebäudekern jetzt gesichert und weitgehend verschlossen wurde, kann das Gerüst abgebaut werden", hieß es am Montag in einer Mitteilung. "Laufende Kosten für das Objekt fallen anschließend nur noch in deutlich geringerem Umfang an."

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Aufgrund der Haushaltslage liegt die Sanierung des Gebäudes vorerst auf Eis. Um Unterhaltskosten zu sparen, wurde der Gebäudekern in den vergangenen Monaten gesichert und verschlossen. Das Ziel: der Rückbau des Baugerüsts.  © Christian Grube

Sanierung des Technischen Rathauses ins Jahr 2031 verschoben

Wie bereits auf der Rückseite hat nun auch der Rest des Gebäudes Geländer bekommen, um Abstürzen vorzubeugen.  © Christian Grube

Mit dem Rückbau sei ebenfalls am heutigen Montag begonnen worden. Die Arbeiten sollen nach etwa vier Wochen abgeschlossen sein.

Die Messestadt hatte das ehemalige Technische Rathaus im Frühjahr 2024 erworben, nachdem sowohl die Leipziger CG Gruppe als auch die aus Luxemburg stammende Adler Group damit gescheitert waren, aus dem Betonriesen einen Wohnkomplex zu machen.

Der Plan lautete zunächst, das Betonskelett abzureißen und ein komplett neues Gebäude auf dem Gelände zu errichten. Nachdem sich jedoch herausstellte, dass das Vorhaben die Stadt mehr als eine Milliarde Euro kosten werde, entschied man sich für die Sanierung. Kostenpunkt (Stand 2025): rund 300 Millionen Euro.

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Die aktuelle Haushaltskrise machte jedoch auch diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Weil Leipzig sparen muss und entsprechend kein Geld für ein neues Verwaltungszentrum vorhanden ist, wurde das Projekt vorerst ins Jahr 2031 verschoben.

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