Am Connewitzer Kreuz: Böller landet in Menschengruppe, 20-Jähriger erblindet auf einem Auge
Leipzig - Die rücksichtslose Böllerei zum Jahreswechsel hat weiterhin Folgen: Wie die Polizei nun mitteilte, verlor ein 20-Jähriger in der Silvesternacht in Leipzig auf einem Auge sein Augenlicht. Er hatte in einer Gruppe gestanden, als in dieser plötzlich ein Böller landete.
Der Vorfall ereignete sich den Ermittlern zufolge gegen 0.10 Uhr im Bereich der Kochstraße am Connewitzer Kreuz. Der 20-Jährige soll dort in einer größeren Menschengruppe gestanden haben, als ein Unbekannter einen Böller in diese warf.
Der Sprengkörper explodierte und verletzte den jungen Mann dabei so schwer am Auge, dass dieser noch in der Nacht in einem Fachkrankenhaus notoperiert werden musste.
Die Bemühungen der Ärzte waren jedoch vergebens: Das Augenlicht auf dem verletzten Auge konnte nicht gerettet werden.
Dass der Fall erst jetzt zutage kommt, ist laut der Behörde dem Fakt geschuldet, dass er erst am Sonntag der Kriminalpolizei gemeldet wurde.
Diese ermittelt nun wegen schwerer Körperverletzung.
Polizistin und Feuerwehrmann ebenfalls durch Böller verletzt
Der 20-Jährige war längst nicht der einzige Verletzte, den Leipzig in der Silvesternacht zu beklagen hatte. So stellte die Polizei gegen 0.20 Uhr einen Mann am Otto-Runki-Platz im Osten der Messestadt fest, der sich den Finger weggesprengt hatte.
Etwa um dieselbe Zeit wurde eine Beamtin (25) bei einer Attacke durch Unbekannte auf die Polizeistation Wiedebachpassage in Connewitz mutmaßlich durch Pyrotechnik leicht verletzt. Im Bereich der Kochstraße im Leipziger Süden musste die Polizei kurz nach Mitternacht einen Einsatz des Rettungsdienstes absichern und wurde dabei mit Pyrotechnik beworfen.
Als Polizei und Feuerwehr zudem gegen 0.40 Uhr eine brennende Barrikade auf der Bornaischen Straße löschen wollten, wurden sie mit Flaschen und Pyrotechnik angegriffen. Ein Feuerwehrmann soll dabei ein Knalltrauma erlitten haben.
Trotz der genannten Fälle sprach die Polizei von einer größtenteils ruhigen Nacht. Polizeipräsident René Demmler verurteilte noch am Neujahrstag die Angriffe auf Beamte sowie Feuerwehr und Rettungskräfte. "Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs waren Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr stark gefordert."
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa

