Feuerwehr musste Tiger-Opfer (72) unter Polizeischutz retten: "Wussten ja nicht, ob weitere Tiere herumlaufen"

Dölzig - Beim Ausbruch eines Tigers im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig (Landkreis Nordsachsen) ist am Sonntag ein 72-jähriger Mann von der Raubkatze angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Einsatzleiter Patrick Siebeck von der ortsansässigen Feuerwehr schilderte nun die dramatische Rettungsaktion.

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst bei der Rettung des 72-Jährigen, der am Sonntag in Dölzig von einem Tiger angegriffen wurde. Der Mann wurde anschließend zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.  © Michael Strohmeyer

Demnach mussten die Einsatzkräfte unter Polizeischutz vorgehen, um den Verletzten aus der Gefahrensituation zu holen. "Wir wussten zu diesem Zeitpunkt ja nicht, ob noch weitere Tiere frei herumlaufen", erklärte Einsatzleiter Patrick Siebeck nun gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der 72-Jährige war im Gehege des Tigers von der Raubkatze angegriffen worden. Anschließend befreite sich das Tier und flüchtete schließlich von dem Gelände, das von Dompteurin Carmen Zander (51) betrieben wird. Wie genau es zu dem Angriff kam, ist aktuell noch unklar.

Bilder von der Rettungsaktion zeigen, wie gleich mehrere schwer bewaffnete Polizisten die Trage, auf der der Verletzte transportiert und den Rettungswagen, in den er gebracht wurde, umringen. Auch eine Drohne soll laut DPA zum Einsatz gekommen sein, um die Lage aus der Luft zu überwachen.

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Der 72-jährige Helfer der ehemaligen Zirkus-Artistin Zander habe der Agentur zufolge bei der Attacke mehrere Biss- und Kratzverletzungen erlitten. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er derzeit behandelt wird.

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Tierschutzorganisation fordert Haltungsverbot für Tiger und andere Wildtiere

Patrick Siebeck von der Feuerwehr Dölzig leitete am Sonntag den Einsatz seiner Kameraden.  © André Jahnke/-/dpa

Der Tiger, der bei dem Vorfall ausgebrochen war, wurde schließlich von der Polizei an einer nahegelegenen Kleingartenanlage erschossen. Weitere Tiere waren nicht geflüchtet. Die Polizei gab anschließend Entwarnung.

Die sogenannte "Tiger-Queen" Carmen Zander hält auf dem Gelände in einem Gewerbegebiet bei Dölzig mehrere Raubkatzen. Die Haltung steht bereits seit mehreren Jahren in der Kritik. So soll die Dompteurin unter anderem gegen vorgegebene Haltungsbedingungen verstoßen und auch unerlaubt weitere Tiere gezüchtet haben.

"Die Behörde muss sofort die übrigen neun Tiger beschlagnahmen", hatte die Tierschutzorganisation PETA deshalb nun gefordert, ebenso wie ein bundesweites Verbot für die Haltung von Tigern, Löwen und anderen Wildtieren.

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Aktuell sei dies noch in der Hälfte der Bundesländer legal.

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