"Kann eine Person einfach von heute auf morgen verschwinden?": Seit einem Jahr keine Spur von Yolanda K.

Leipzig - Rund ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden der 23-jährigen Studentin Yolanda K. war ihr Vater Peter wieder bei "Kripo live" zu Gast, um über seine Tochter zu sprechen und einen erneuten Zeugenaufruf zu starten.

Das letzte Bild von Yolanda: Die Aufnahme entstand nur zwei Tage vor ihrem Verschwinden am Leipziger Augustusplatz.
Das letzte Bild von Yolanda: Die Aufnahme entstand nur zwei Tage vor ihrem Verschwinden am Leipziger Augustusplatz.  © Screenshot/Kripo live

Am 25. September 2019 verließ die Architekturstudentin ihre WG in der Körnerstraße in der Leipziger Südvorstadt. Vermutlich war sie auf dem Weg zum IKEA-Einrichtungshaus bei Günthersdorf (TAG24 berichtete).

Darauf wies auch der Abdruck eines Einkaufszettels hin, der auf Yolandas Schreibtisch gefunden wurde: Offensichtlich wollte sie Gläser, einen Vorhang plus Stange sowie eine Schreibtischlampe und Blumentöpfe besorgen.

Ein Busfahrer hatte ausgesagt, sie am Tag ihres Verschwindens vor IKEA abgesetzt zu haben. Ob sie dort tatsächlich jemals ankam, ist allerdings nach wie vor nicht erwiesen.

Am selben Abend war sie mit einer Freundin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle verabredet gewesen. Yolandas Bekannte konnte sie allerdings nicht auf dem Handy erreichen. So ist auch nicht bekannt, ob sie  am Tag ihres Verschwindens wirklich in Halle war.

In den darauffolgenden Wochen führten Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Suchen nach der Studentin durch, unter anderem waren auch Spürhunde und Taucher im Einsatz. Alle Versuche blieben erfolglos. Yolanda litt unter spontan auftretenden Ohnmachtsanfällen, die sie hilflos zusammensacken ließen. Nutzte jemand diese Notlage aus?

Auf Yolandas Schreibtisch konnte der Abdruck einer Einkaufsliste gefunden werden. Vermutlich fuhr sie deshalb zu dem Möbelhaus nahe Halle.
Auf Yolandas Schreibtisch konnte der Abdruck einer Einkaufsliste gefunden werden. Vermutlich fuhr sie deshalb zu dem Möbelhaus nahe Halle.  © Screenshot/Kripo live

"Die Situation ist seltsam".

Peter Klug sprach bei "Kripo live" über seine Tochter und die aktuelle Situation.
Peter Klug sprach bei "Kripo live" über seine Tochter und die aktuelle Situation.  © Screenshot/Kripo live

"Kann eine Person einfach von heute auf morgen verschwinden?", fragt sich Yolandas Vater Peter Klug bei "Kripo live".

Auch nach einem Jahr erfolgloser Suche gebe er die Hoffnung nicht auf, Yolanda bald wieder lebend in die Arme schließen zu können.

In den drei Tagen vor ihrem Verschwinden verbrachte Peter Klug jeden Tag mit seiner Tochter, sie gingen zusammen essen, sie zeigte ihm Leipzig. 

Nichts deutete auf einen Abschied für immer hin, Yolanda verhielt sich wie immer, war gut drauf.

Am schicksalhaften 25. September reiste Peter, der beruflich in der Messestadt zu tun gehabt hatte, wieder ab in Richtung seiner Heimat. 

"Man hat Momente, Situationen, in denen man denkt: 'Alles ist ein Albtraum", gibt Peter Klug zu. "Solange wir nichts anderes wissen, gehen wir davon aus: Irgendwo ist sie. Die Situation ist seltsam".

Gegenüber MDR erinnerte er sich auch an die Gespräche zurück, die er mit seiner Tochter über ihre Ohnmachtsanfälle hatte. Bei medizinischen Untersuchungen konnte nie eine Ursache gefunden werden. "Diese Ohnmachtsanfälle haben bei uns allen Fragezeichen hinterlassen, aber wenn man das bei ihr ansprechen wollte, ist sie immer irgendwie ausgewichen".

Noch einen Tag vor ihrem Verschwinden hatte Yolanda ein Flugticket nach Jordanien gekauft, wohin sie unbedingt mit ihren Freunden reisen wollte. Da es ihr körperlich nicht gut ging in letzter Zeit, freute sie sich auf die Auszeit im Ausland. Doch ihr Vater ist sich sicher: "Ich glaube nicht, dass sie sich einfach auf und davon gemacht hat".

Bei "Kripo live" wurde nun ein erneuter Zeugenaufruf gestartet. Jeder, der sich am 25. September 2019 entweder am IKEA in Günthersdorf oder aber an der Kunsthochschule Halle aufgehalten hat, soll sich bei der Kriminalpolizei Leipzig unter der Telefonnummer 034196646666 melden!

Titelfoto: Screenshot/Kripo live

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