Extreme Vermüllung: Leipzig entfernt einige Altkleidercontainer

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Von Lutz Brose

Leipzig - Seit dem 1. Januar 2025 müssen in der EU Alttextilien getrennt vom Restmüll gesammelt werden, um Recycling und Wiederverwendung zu fördern. Mit Inkrafttreten der EU-Richtlinie erfolgte ein regelrechter Run auf die Alttextilcontainer. Aber selbst über 400 aufgestellte Großraumcontainer in der Stadt konnten die Mengen nicht auffangen, die Standorte vermüllten zusehends und der Zustand hält bis heute an.

In der Essener Straße türmen sich Altkleider und anderer Sperrmüll neben dem Container.
In der Essener Straße türmen sich Altkleider und anderer Sperrmüll neben dem Container.  © Lutz Brose

Doch die "Ausrede" mit der EU-Regel greift nicht mehr. Wie Stadt-Pressesprecher David Quosdorfer zur Problematik auf TAG24-Anfrage mitteilte,  "werden leider nach wie vor neben die Container artfremde Ablagerungen (Sperrmüll) vorgenommen. Obwohl die Arbeitsab­läufe optimiert wurden, türmen sich neben den Containern immer wieder Sperrmüll, Elektro­schrott und Restabfall."

Noch krasser der Aspekt, dass zum Teil auch Alttextilien neben dem Container abgestellt werden, obwohl dieser noch leer ist.

Aktuell sind in Leipzig 400 Alttextilcontainer an 311 Standorten aufgestellt. Betreiber sind externe Firmen sowie der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig.

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Die Sondernutzungserlaubnisse laufen für alle Betreiber noch bis Ende 2027. Danach erfolgt eine Neuvergabe der Standorte.

Einige davon, wie in der Merseburger Straße oder der Georg-Schumann-Straße, wurden jetzt ganz entfernt, um die Vermüllung einzudämmen. Wenn kein Müll mehr dort abgestellt wird, werden sie wieder aufgestellt und die Standorte neu bewertet.

Volle Säcke lagen am Montag in der Heiterblickallee nicht im Container, sondern davor.
Volle Säcke lagen am Montag in der Heiterblickallee nicht im Container, sondern davor.  © Lutz Brose
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Viele Verstöße: Haben die Container eine Zukunft in Leipzig?

Auch in der Leinestraße wurde wesentlich mehr abgeladen als nur Altkleider.
Auch in der Leinestraße wurde wesentlich mehr abgeladen als nur Altkleider.  © Lutz Brose

Die Stadt Leipzig geht im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten gegen diese Ablagerungen vor. Durch die illegale Entsorgung von Abfällen wird unter anderem der Tatbestand der unzulässigen Lagerung bzw. Ablagerung von Abfällen erfüllt.

Das lässt die Ahndung mit Geldbußen von 5 Euro bis 100.000 Euro zu. Im gesamten Bereich der Verstöße gegen abfallrechtliche Bestimmungen (unter anderem Kreislaufwirtschaftsgesetz) wurden 2024 insgesamt 911 Anzeigen und 2025 1365 Anzeigen erfasst.

Im Jahr 2026 gingen bis zum 9. April 2026 schon 382 Anzeigen wegen Verstößen ein.

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An der unbefriedigenden Situation änderten bislang weder der enorme Aufwand der Betreiber noch administrative Maßnahmen etwas. Daher ist die Frage erlaubt, ob die Alttextilcontainer in Leipzig eine Zukunft haben.

Dazu antwortete David Quosdorf wie folgt: "Das Sammeln von Altkleidern in Leipzig hat nur eine Zukunft, wenn alle Leipzigerinnen und Leipziger bereit sind, nichts neben den Containern abzustellen. Die Betreiber stoßen aktuell an ihre wirtschaftlichen und strukturellen Grenzen. Damit die Stadt Leipzig und der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig die Möglich­keit der unkomplizierten Entsorgung weit­er­hin anbieten können, sind wir dringend auf die Bereit­schaft angewiesen."

Die Kosten für die Entsorgung des illegalen Abfalls steigen jährlich. 2025 betrugen die reinen Verwertungskosten rund 683.560 Euro.

Titelfoto: Bildmontage: Lutz Brose

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