Dölzig - Die letzten Wochen waren für die "Tiger Queen" Carmen Zander (52) alles andere als einfach. Im Mai hat einer ihrer Tiger einen Pfleger tödlich verletzt, bewegte sich außerhalb seines Geheges und wurde letztendlich erschossen. Im Juli wurden ihr sechs Tiere weggenommen. Gegenüber TAG24 hat sie sich jetzt zu den Geschehnissen geäußert.
Der 52-Jährigen geht es im Moment nicht gut, aber sie macht weiter. "Mir ist das Herz am lebendigen Leib herausgerissen worden mit der Wegnahme", sagt sie am Mittwoch im TAG24-Interview.
Für sie hatte die Übernahme durch die Tierschutzorganisation "AAP" "nichts mit Tierschutz zu tun". Seitdem herrsche auf dem Gelände "eine Trostlosigkeit".
Auch die Tiger seien seitdem verändert. Wir dürfen uns nur mit großem Abstand zu ihnen auf dem Gelände bewegen. "Die sind traumatisiert", erklärt Zander.
Da ihre Tiere nie allein, sondern stets in einer Gruppe gelebt haben, fehle ihnen nun etwas. Vor allem die junge Tiger-Dame Imana sei seitdem sehr verändert. "Sie sucht die anderen. Ich leide da richtig mit ihr", sagt die "Ersatzmama", wie Carmen Zander sich selbst nennt.
Das Landratsamt Nordsachsen hatte die 52-Jährige zuvor aufgefordert, die Haltungsbedingungen zu verbessern und vor allem das Gehege zu vergrößern. Grundlage dafür ist das Säugetiergutachten. Laut Ansicht der Behörde kam Zander dem nicht nach. Sie plädiert aber darauf, dass ihre Tiere eine feste Gruppe seien und auch so bewertet werden sollen. Dann würde sie die Bedingungen übererfüllen.
Sechs Tiger wurden trotzdem eingezogen und in eine Auffangstation nach Spanien gebracht.
Carmen Zander beteuert weiter ihre Unschuld
Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt aktuell gegen Carmen Zander wegen fahrlässiger Tötung. Einer ihrer Tiger hatte einen 72-jährigen Helfer so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus verstarb.
"Es ist furchtbar, dass ein unschuldiger Mensch zu Tode gekommen ist", bedauert die ehemalige Zirkusartistin gegenüber TAG24.
Gleichzeitig beteuert sie auch weiterhin ihre Unschuld. Die Gehege seien mehrfach gesichert, die freiwilligen Helfer genau instruiert und sie würden eigentlich auch gar nicht mit den Tieren arbeiten. Zander erklärt, dass sie nur vorbereitende Arbeiten übernehmen würden.
Die Behörde prüft aktuell, ob man Zander auch noch ihre zwei übrigen Tiger wegnehmen kann. Sie überlegt schon länger, Sachsen zu verlassen. In einem Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe sammelt sie Geld. Dölzig in der Nähe von Leipzig sei sowieso nur eine Zwischenlösung gewesen. "Das war nur als Winterquartier gedacht", sagt die 52-Jährige.
Doch auch in anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Sie frage schon seit einer Zeit bei verschiedenen Behörden an, die ihr zwar keine klare Absage erteiltet hätten, aber aus ihrer Sicht eher eine ablehnende Haltung hatten.
Carmen Zander will jetzt kämpfen, um ihre Tiere zurückzuholen. Ihr Traum wäre ein Bauernhof oder ein kleiner Tigerpark. Das letzte Wort mit dem Landratsamt bzw. der Staatsanwaltschaft ist aber sicherlich noch nicht gesprochen.