Ministerin fordert Realisierung von Millionen-Projekt: "Dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden"

Von Birgit Zimmermann

Leipzig - Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (60, CDU) fordert den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61, parteilos) auf, den lange geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig zu realisieren. Der Anbau sei notwendig, um das kulturelle Erbe Deutschlands auch künftig verlässlich zu sichern, so die Politikerin.

Barbara Klepsch (60, CDU) spricht sich ganz klar für den geplanten Bau der DNB aus.
Barbara Klepsch (60, CDU) spricht sich ganz klar für den geplanten Bau der DNB aus.  © Eric Münch

Klepsch betonte die Bedeutung der Nationalbibliothek für die Kulturlandschaft. "Die Digitalisierung und das gedruckte Buch dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – wir brauchen beides", erklärte sie.

Auch der Vorsitzende des Bibliotheksverbands Sachsen, Lars Rohwer (54, CDU), tritt für den Anbau der Nationalbibliothek ein. Er verweist darauf, dass zu dem Projekt auch ein integrierter Datenspeicher gehöre.

Somit sei der Erweiterungsbau eine zukunftsweisende Investition in den Gründungsstandort der Nationalbibliothek.

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Die Bibliothek hatte in der vorigen Woche überraschend mitgeteilt, dass Weimer sich gegen den Erweiterungsbau entschieden habe. Dieser sollte langfristig Platz schaffen, um Bücher und andere Medien sammeln und aufbewahren zu können.

Die Magazinkapazitäten in Leipzig seien nahezu erschöpft. Es seien bereits rund sieben Millionen Euro in die Planung geflossen.

Die Bibliothek im Leipziger Südosten platzt aus allen Nähten. Ursprünglich sollte der Bau schon im kommenden Jahr beginnen.
Die Bibliothek im Leipziger Südosten platzt aus allen Nähten. Ursprünglich sollte der Bau schon im kommenden Jahr beginnen.  © Sebastian Willnow/dpa
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Weimer setzt auf Digitalisierung, um unnötige Bürokratie zu vermeiden

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61, parteilos) machte den Plänen aber einen Strich durch die Rechnung.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61, parteilos) machte den Plänen aber einen Strich durch die Rechnung.  © Christoph Soeder/dpa

Ein Sprecher des Kulturstaatsministers bestätigte, dass der Neubau vorerst nicht kommen soll. Die Planungen seien wegen der unsicheren Haushaltslage des Bundes ausgesetzt.

Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. "Grundsätzlich strebt Staatsminister Weimer an, die Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek zukünftig weitestgehend digital abzubilden." 

Laut Gesetz müssen Verlage derzeit prinzipiell zwei physische Exemplare an die Bibliothek liefern. Weimer setze sich dafür ein, dass es in Zukunft nur noch ein Exemplar sein wird – und das, wenn möglich, ausschließlich digital. Das sei ein Beitrag zum Bürokratieabbau, hieß es.

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Die Deutsche Nationalbibliothek habe kürzlich einen aktuellen Planungsstand zum angestrebten Erweiterungsbau übermittelt. Die Kosten hätten zwar nochmals deutlich gesenkt werden können, lägen aber immer noch bei 100 Millionen Euro, erklärte der Sprecher.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Willnow/dpa, Eric Münch

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