Sechs Tiger weggenommen: So sollen die Tiere der Leipziger Tiger-Queen in Spanien leben

Dölzig/Villena - Am Mittwoch hat das Landratsamt Nordsachsen sechs der acht Tiger von "Tiger-Queen" Carmen Zander (52) beschlagnahmt. Zander hatte bis zum 30. Juni Zeit, die Vorgaben des Amtes umsetzen und die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern, kam dem aber nicht nach. Jetzt kommen sie nach Spanien.

Die Station befindet sich in der Nähe der spanischen Stadt Alicante.  © AAP

Wie das Amt am Mittwoch bestätigte, habe man die Tiere "an ein Team der Tierschutzorganisation Animal Advocacy and Protection (AAP) übergeben".

"AAP" bestätigte dies auf Anfrage ebenfalls. Die Tierschutzorganisation hatte zuvor, auch gegenüber TAG24, Bereitschaft signalisiert, die Tiere aufzunehmen.

Bei den sechs beschlagnahmten Tigern handelt es sich laut den Tierschützern um fünf Jungtiere im Alter von circa zwei Jahren und ihrer Mutter. Sie befinden sich aktuell auf der Reise nach Villena, wo sich die Rettungsstation befindet.

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Die Station ist insgesamt 20 Hektar groß, wovon sechs Hektar bebaut sind. Dort sind vor allem Primaten und Großkatzen untergebracht.

"Unser Anspruch ist es, dass die Tiere möglichst naturgemäß leben können. Das heißt, dass der Kontakt zu Menschen minimiert wird (unsere Tiere werden nicht angefasst) und, dass wir versuchen natürliche Sozialstrukturen aufzubauen", erklärte Patrick Müller, Pressesprecher von "AAP" Anfang Juni gegenüber TAG24.

Laut einer Meldung der Organisation sollen die Tiger in eine gemeinsame Außenanlage mit 3000 m² mit Naturboden, Bademöglichkeit und mehreren Rückzugsbereichen ziehen. Wie alle neu aufgenommenen Tiere müssen sie tierärztlich untersucht werden und kommen erst mal auf eine Quarantänestation.

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Wie der Pressesprecher erklärte, hat "AAP" rund 100 Festangestellte und 200 Freiwillige, darunter spezialisierte Tierärzte.  © AAP
Die Tiere kommen meistens aus privater Haltung und würden in der Wildnis nicht überleben.  © AAP

Ist Spanien der richtige Ort für die Tiger?

Carmen Zander (52) lebt mit ihren Tieren in Schkeuditz-Dölzig in der Nähe von Leipzig. (Archivbild)  © Michael Strohmeyer

Die Kosten für die Versorgung der Tiger sind enorm. Laut "AAP" belaufen sie sich für die Gruppe auf rund 660 Euro am Tag oder rund 241.000 Euro im Jahr. Die Organisation finanziert sich hauptsächlich durch private Spenden. Besucherinnen und Besucher sind in der Rettungsstation nur selten erlaubt.

Zander kritisierte in der MDR-Sendung "Fakt ist!" vor einigen Wochen, dass es in Spanien zu warm und staubig für die Tiger sei und es für sie nicht infrage käme, die Tiere dorthin zu geben.

Patrick Müller widersprach ihr gegenüber TAG24, da die Tiger einerseits in ihrem natürlichen Lebensraum auch Sommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius erleben und die Werte sich in Leipzig und Villena im Jahresdurchschnitt kaum unterscheiden würden.

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"Das Wohlergehen eines Tigers hängt in moderner Tierhaltung ohnehin nicht primär vom Umgebungsklima ab, sondern von der Qualität der Anlage", fügte Müller an.

Bei Zander lebten die Tiere in einem Industriegebiet in der Nähe von Leipzig. Sie steht seit Jahren in der Kritik. Mitte Mai brach ein Tiger aus seinem Gehege aus und verletzte einen 72-Jährigen.

Zwei Tiger leben noch in Dölzig bei Carmen Zander. "Die zuständigen Behörden prüfen derzeit die rechtliche Grundlage für eine Übernahme auch dieser Tiere. 'AAP' steht bereit, sie aufzunehmen", teilten die Tierschützer mit.

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