München hat neuen Oberbürgermeister: Das sind Krauses größte Probleme

München - Rund zweieinhalb Jahre ist Dominik Krause (35) bereits in der Regierung der Stadt München, als Zweiter Bürgermeister. Bei der Stichwahl hat der Grünen-Politiker nun den Chefsessel erobert und Amtsinhaber Dieter Reiter (67, SPD) verdrängt. Welche Herausforderungen warten auf den 35-Jährigen, der mit seinem Wahlsieg als erster grüner Oberbürgermeister Münchens Geschichte geschrieben hat?

Dominik Krause (35, Grüne) hat die Stichwahl in München gewonnen und ist neuer Oberbürgermeister.
Dominik Krause (35, Grüne) hat die Stichwahl in München gewonnen und ist neuer Oberbürgermeister.  © Sven Hoppe/dpa

Im Wahlkampf hatte Krause vor allem auf das Thema Wohnen gesetzt - in einer Stadt, die für horrende Mieten und äußerst knappen Wohnraum berüchtigt ist. "Ich will 50.000 neue bezahlbare Wohnungen schaffen", hatte der Politiker angekündigt.

Helfen sollen dabei leerstehende Büroflächen, von denen es rund 1,8 Millionen Quadratmeter in der Stadt gibt. Die sollen nach seinem Willen umgewidmet werden, etwa in günstige Studentenwohnungen. Dafür will Krause eine Umwandlungsagentur ins Leben rufen.

Reiter hatte dagegen argumentiert, Investoren hätten kaum Interesse an derartigen Projekten, weil sie nicht sonderlich rentabel seien. 

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Auch an den städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen (SEM) will der Grünen-Politiker festhalten, die Enteignungen nicht ausschließen, allerdings nur als absolut letztes Mittel im Kampf um Baugrundstücke für neue Wohnungen am Münchner Stadtrand. 

Herausforderungen nach Wahl in München: Finanzen und die Eisbachwelle

Wie geht es mit der Eisbachwelle im Englischen Garten weiter?
Wie geht es mit der Eisbachwelle im Englischen Garten weiter?  © Peter Kneffel/dpa

München hat zwar einen Haushalt, der mit rund neun Milliarden Euro größer ist als der des Saarlandes. Doch das Geld ist trotzdem knapp. Die Lohnkosten der Landeshauptstadt dürfen nach Ansicht Krause nicht weiter steigen. Einen Einstellungsstopp befürwortet er. Er will außerdem mit Hilfe von Digitalisierung sparen. 

Ein emotionales Thema ist die Eisbachwelle, die seit Monaten verschwunden ist. Hier steht Krause im Wort, sie so schnell und so unkompliziert wie möglich zurückzuholen. Zuletzt war es vor allem der bisherige OB Reiter, der mit den Surfern in Gesprächen stand - jetzt wird Krause das übernehmen müssen. 

Der Spot am Haus der Kunst ist nicht nur bei Surferinnen und Surfern aus München, sondern aus aller Welt berühmt.

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Nach einer Bachreinigung war die Welle plötzlich weg - und entstand auch trotz mancher Versuche nicht mehr in alter Pracht. Surfer reagierten ungeduldig und Politiker aller Couleur forderten, es müsse endlich etwas passieren mit dem alternativen Wahrzeichen des coolen, leicht anarchischen Münchens. 

München und der Verkehr

Krause ist angesichts der Grenzwerte für Schadstoffe für Tempo 30 auf Teilen des Mittleren Rings.
Krause ist angesichts der Grenzwerte für Schadstoffe für Tempo 30 auf Teilen des Mittleren Rings.  © Peter Kneffel/dpa

Da gibt es einige Baustellen - etwa die Riesenbaustelle der zweiten Stammstrecke, die das Dauerproblem der ewig unzuverlässigen Münchner S-Bahn lösen soll. Hier sind allerdings vor allem Freistaat und Bund gefragt und weniger ein Oberbürgermeister. 

In seinen Bereich fallen eher Ideen wie die Ausweitung von Fußgängerzonen oder der Ausbau von ÖPNV und Radwegen, wie es Krause gerne hätte. Klar ist, dass etwas passieren muss, wenn das wachsende München nicht im Verkehrschaos versinken will. Schon heute pendeln zusätzlich zu den Münchnern noch 450.000 Menschen aus dem Umland zum Arbeiten in die Stadt. 

Ein großes Thema ist auch die Luftverschmutzung durch den Autoverkehr, insbesondere am vielbefahrenen Mittleren Ring. Reiter hatte hier auf einem Abschnitt das zuvor angeordnete Tempo 30 wieder auf 50 heraufgesetzt mit der Begründung, die Grenzwerte für Schadstoffe würden dennoch eingehalten. Krause sah das kritisch und bevorzugt die vom Gericht zuletzt wieder - zumindest vorläufig - angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30

Am Brodeln ist auch der Streit um Mindestpreise für Uber-Fahrer. Hier hatte sich Krause klar an die Seite der Taxifahrer gestellt, die sich unfair behandelt fühlen. 

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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