Seit Wahlabend nicht mehr zu sehen: So will sich Dieter Reiter aus Rathaus verabschieden
Von Kathrin Zeilmann und Britta Schultejans
München - Der scheidende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD) war zuletzt krankgeschrieben. Nun ist klar, in welcher Form er das Amt an seinen Nachfolger übergibt: Er wird die Amtskette bei der Eröffnungssitzung des neu gewählten Stadtrats am 11. Mai persönlich an Dominik Krause (Grüne, 35) übergeben.
Das teilte ein Sprecher der Stadt mit. In der kommenden Woche werde sich Reiter im Zuge von verschiedenen "Veröffentlichungen" von den Münchnerinnen und Münchnern verabschieden. Weitere Auftritte seien nicht geplant.
Seit er am Wahlabend das Ende seiner politischen Karriere angekündigt hat, war Reiter nicht mehr öffentlich aufgetreten. Er war wegen einer ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankung krankgeschrieben. Krause führt deshalb bereits die Geschäfte.
Seit Mitte April ist Reiter nun nicht mehr krank geschrieben. An der Sitzung des - noch alten - Stadtrats in der kommenden Woche am 29. April werde er jedoch nicht teilnehmen, erklärte der Sprecher weiter.
Medienberichten zufolge soll es dann unter anderem um Reiters Nebentätigkeiten beim FC Bayern München gehen.
Amts-Wechsel in München: Dieter Reiter übergibt offiziell an Dominik Krause
Die Einnahmen daraus - insgesamt 90.000 Euro - hat Reiter gespendet. Der 67-Jährige hatte sich die Posten im Verwaltungsbeirat und im Aufsichtsrat nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Als die Kritik immer lauter wurde, gab er beide Mandate zurück und versprach, seine Einkünfte zu spenden.
Den Chefsessel im Rathaus konnte er damit nicht mehr retten - bei der Stichwahl am 22. März unterlag Reiter deutlich dem Grünen-Politiker Dominik Krause.
Titelfoto: Lukas Barth-Tuttas/dpa
