Können Hunde Farben sehen?

Deutschland - Viele Menschen beschäftigt die Frage, ob Hunde farbenblind sind. Und falls Hunde Farben sehen können, sind es die gleichen wie Menschen? Freut sich unser Vierbeiner über ein leuchtend rotes Ballspielzeug?

Hundehalter fragen sich oft, ob ihr Hund Farben sehen kann.
Hundehalter fragen sich oft, ob ihr Hund Farben sehen kann.  © 123RF: seregraff, Jakub Gojda

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Hunde farbenblind seien und sie die Welt im Grunde nur in Schwarz-Weiß sehen. Viele denken, Hunde können allerhöchstens Schattierungen bzw. verschiedene Grautöne erkennen. Das ist aber falsch:

Hunde können Farben sehen!

Allerdings in einem anderen Umfang als wir Menschen. Das liegt daran, dass das Farbspektrum, welches das menschliche Auge wahrnehmen kann, breiter gefächert ist als das von Hunden.

Forscher haben über Verhaltensstudien und Experimente herausgefunden, dass das Farbspektrum des Hundes die Spektralbereiche Gelb und Blau umfasst.

So kunterbunt wie unsere ist die Welt des Hundes also tatsächlich nicht, aber eben auch nicht so farblos wie viele denken.

Welche Farben sieht ein Hund?

Einen blauen Ball kann ein Hund sehr gut sehen!
Einen blauen Ball kann ein Hund sehr gut sehen!  © Unsplash: Jay Wennington

Gelb und Blau können Hunde gut sehen. Grün können Hunde in leichten Schattierungen erkennen bzw. als grünliche Gelbtöne, Rot hingegen gar nicht.

Um sich das, was der Hund sehen kann, besser vorstellen zu können, wird gern der Vergleich zur Rot-Grün-Schwäche beim Menschen herangezogen. Wer Rot-Grün-farbenblind ist, hat Schwierigkeiten den Unterschied zwischen Rot und Grün wahrzunehmen. Ähnlich verhält es sich beim Hund.

Für die Tiere erscheint das, was wir als rot gefärbt sehen, eher gelb. Auch Grüntöne nimmt der Hund als Gelbton wahr.

Den Fiffi auf einer grünen Wiese nach einem für uns extrem gut sichtbaren roten Ball nachjagen zu lassen, ist für den Hund also eine ganz schöne Herausforderung – er sieht einen gelb-grünen Ball im gelb-grünen Gras.

Dafür kann der Hund verschiedene Blautöne besser unterscheiden als Menschen. Der Hund kann also durchaus kleinste Nuancen im Blau erkennen und zwischen Dunkelblau, Hellblau oder Lila unterscheiden.

Wer seinem Vierbeiner einen Gefallen tun möchte, kauft also besser blaues Spielzeug.

Wie sieht ein Hund Farben?

Wer sich bewusst macht, dass Hunde Rottöne nicht gut sehen, kann seinem Fiffi mit dem richtigen Spielzeug helfen.
Wer sich bewusst macht, dass Hunde Rottöne nicht gut sehen, kann seinem Fiffi mit dem richtigen Spielzeug helfen.  © Unsplash: Andrew Pons

Ein Hund ist ein sogenannter Dichromat (di griechisch für zwei, chroma griechisch für Farbe). Das bedeutet, er hat nur zwei Zapfen im Auge und kann daher nur zwei verschiedene Spektralbereiche wahrnehmen – nämlich Gelb und Blau.

Zapfen sind neben den Stäbchen die Sinneszellen auf der Netzhaut im Auge. Sie ergeben zusammen die Rezeptoren im Auge, die das Licht aufnehmen und in verschiedene Spektralbereiche bzw. Farben aufteilen.

Bunte Farben können Hunde also nicht so gut erkennen wie Menschen. Außerdem sind Hunde kurzsichtig. Dafür können sie aber dank einer lichtreflektierenden Schicht im Auge wesentlich besser in der Dämmerung sehen als der Mensch.

Auch Bewegungen sieht der Hund deutlich schärfer als das menschliche Auge, bei dem Bewegtes schnell verschwimmt und unscharf wird. Diese Eigenschaft kommt dem Hund evolutionstechnisch gesehen vor allem als Beutejäger zu Gute.

Bei Katzen ist es übrigens ähnlich. Unser Artikel "Können Katzen eigentlich Farben sehen" beschreibt das Phänomen bei den Samtpfoten.

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