Verfilztes Hundefell? So entwirrt und pflegt man es richtig

Verfilztes Fell bei Hunden sieht nicht nur unschön aus, sondern stellt auch ein Gesundheitsrisiko dar. Wie man den Verfilzungen am besten vorbeugt und was zu tun ist, wenn das Hundefell bereits verfilzt ist, hat TAG24 für Euch zusammengestellt.

Weitere nützliche Tipps zur Hundegesundheit findet Ihr im Ratgeber.

Warum verfilzt das Fell von Hunden überhaupt?

Besonders bei langem Fell sind Verfilzungen schnell passiert.
Besonders bei langem Fell sind Verfilzungen schnell passiert.  © 123RF/numphoto

Ein möglicher Grund kann die Domestizierung sein:

Hunde leben nicht wild, der Fellwechsel ist möglicherweise gestört oder sogar unterdrückt. Sobald die Natur nicht mehr für ein gesundes Fell sorgen kann, müssen das die Hundehalter übernehmen.

Damit die Fellpflege effektiv und schmerzfrei für Hunde abläuft, sollte man vorbeugen.

So wie Menschen ihr Haar pflegen, sollte auch das Hundefell genügend Aufmerksamtkeit bekommen.

Denn verfilztes Fell ist nicht nur ein "Schönheitsfehler", sondern enorm schlecht für ihre Gesundheit.

4 Tipps, um verfilztes Hundefell zu bekämpfen

Gerade das Fell von langhaarigen Hunderassen neigt zu Knoten und Verfilzungen.
Gerade das Fell von langhaarigen Hunderassen neigt zu Knoten und Verfilzungen.  © 123RF/vinkirill

Sobald verfilztes Fell bei Hunden festgestellt wird, sollten Hundebesitzer möglichst schnell handeln.

Die folgenden vier Maßnahmen für eine gesunde Hundemähne sind effektiv, um die Verfilzungen richtig zu bekämpfen:

  • 1. Verfilzung vorsichtig mit den Händen lockern: Hierbei muss man besonders vorsichtig agieren, damit der Hund nicht durch plötzliches Ziepen erschrickt und Schmerzen erleidet.
  • 2. Verfilzung mit der Bürste bearbeiten: Jetzt fährt man mit der Bürste vorsichtig über die verfilzte Stelle, um die Knötchen zu lösen. Das kann eine Weile dauern, ist aber nötig, um die Verknotung restlos zu entfernen.
  • 3. Verfilzung herausschneiden: Ist die Verfilzung bereits so stark, dass sie nicht mehr kämmbar ist, kann man das Fell nur noch herausschneiden. Hierfür gibt es spezielle Effilierscheren. Sofern man zu unsicher ist, sollte man das einem ausgebildeten Hundefriseur überlassen.
  • 4. Wasser vermeiden: Weil das verfilzte Hundefell noch mehr verklebt, sobald es nass wird, sollte man Wasser immer vermeiden. Ratsamer ist in diesem Fall die Nutzung eines speziellen Entfilzungssprays. Es sorgt für ein geschmeidiges und leicht kämmbares Hundehaar.

Verfilzungen können der Hundegesundheit schaden

Verfilzungen können zu Hautirritationen führen, die sich sogar ernsthaft entzünden können. Darüber hinaus bieten Filzknoten und Filzplatten im Hundefell einen idealen Nistplatz für Bakterien und Parasiten.

Denn diese Plagegeister lieben es dunkel, warm und feucht. Bestimmte Körperstellen, wie Pfoten oder Achseln, sind daher regelmäßig zu inspizieren und zu pflegen. Andernfalls können Verfilzungen zu Schmerzen beim Hund führen, da sie bei Bewegungen jeglicher Art ständig ein Ziepen oder Zupfen verspüren.

Ist es bereits zu spät, ist eine adäquate Herangehensweise wichtig, um Verfilzungen effizient und schonend zu entfernen. Daher sollte man unbedingt vorbeugen.

3 Tipps, um verfilztem Hundefell vorzubeugen

Verfilztes Fell bei Hunden ist ein Gesundheitsrisiko, denn es kann zu starkem Juckreiz bis hin zu Entzündungen führen. Damit es gar nicht erst so weit kommt und das Hundefell obendrein immer gepflegt aussieht, ist die regelmäßige Fellpflege unheimlich wichtig für die Hundegesundheit. Dabei sollten Hundebesitzer folgende drei Punkte beachten:

1. Hundefell täglich bürsten

Regelmäßiges Bürsten ist eine sehr gute Prävention gegen Verfilzungen.
Regelmäßiges Bürsten ist eine sehr gute Prävention gegen Verfilzungen.  © 123RF/seventyfour74

Bei halblangem und langem Hundefell bilden sich oft kleine Knötchen, die schnell zu Verfilzungen führen können. Bürstet man seinen Hund täglich, beugt man diesen effizient vor.

Man kann daraus ein schönes Ritual machen, indem man sich ein ruhiges Plätzchen sucht, seinen geliebten Vierbeiner erst liebevoll streichelt und dann zur Bürste greift. Hunde, die das Bürsten bereits gewohnt sind, genießen die Fellpflege sogar. Sofern keine Verfilzungen vorhanden sind und das Fell leicht kämmbar ist, bereitet es dem Hund keine Schmerzen und er verbindet keine "Behandlung" damit, sondern viel eher eine "Auszeit".

Shoppingtipps: Für langes Fell eignen sich sogenannte Zupfbürsten, die nur loses Haar entfernen, ohne gesundes zu schädigen. Für kurzes Fell eignen sich sowohl Massagebürsten als auch Pflegebürsten mit kurzen Borsten. Sie entfernen die abgestorbene Unterwolle und bieten zugleich einen wohltuenden Massageeffekt.

2. Erst entknoten, dann baden

Hunde sollten nicht zu oft gebadet werden, denn sowohl die Haut als auch das Fell sind empfindliche Strukturen und nicht für tägliches Duschen geschaffen. Dennoch kann man seinen Vierbeiner alle paar Wochen baden, um Haut und Pelz richtig zu reinigen und zu pflegen.

Aber: Bevor der haarige Schatz in die Wanne kommt, sollte er unbedingt vorher gebürstet werden. Das Fell muss entknotet werden, bevor es nass wird. Denn das Wasser kann etwaige Verknotungen und Verfilzungen verschlimmern.

3. Termin beim Hundefriseur

Besonders bei halblangem, langem oder gelockten Fell ist die richtige Fellpflege besonders wichtig. Aber nicht immer reicht das Bürsten, bei gelocktem Fell kann das sogar sehr kontraproduktiv sein.

Um seiner Fellnase also die bestmögliche und artgerechte Fellpflege zu bieten, kann ein Besuch beim Hundefriseur die Lösung sein. Denn Hundefriseure schneiden nicht nur das wallende Deckhaar in Form, sondern sorgen zugleich dafür, dass rassetypische Verfilzungsstellen adäquat gekürzt werden.

Gepflegtes Hundefell sieht nicht nur toll aus, sondern trägt auch zur Hundegesundheit bei.
Gepflegtes Hundefell sieht nicht nur toll aus, sondern trägt auch zur Hundegesundheit bei.  © 123RF/grigory_bruev

Verfilztes Fell bei Hunden - Rasse und Felltyp entscheiden mit

Unabhängig von der Fellpflege sind Rasse und Felltyp entscheidend, ob der Hund mehr oder weniger zu Verfilzungen neigt.

Grob betrachtet gibt es folgende Felltypen:

  • Kurzhaar: hat nur eine Haarschicht und wenig bis gar keine Unterwolle, daher selten verfilzt (zum Beispiel Boxer).
  • Rauhaar: hat zwei Haarschichten, das Deckhaar fällt nicht selbstständig aus, ist selten verfilzt (zum Beispiel Rauhaardackel).
  • Langhaar mit wenig Unterwolle: hat zwei Haarschichten, saisonaler Fellwechsel, wenig Unterwolle, neigt weniger zu Verfilzungen (zum Beispiel Setter).
  • Langhaar mit viel Unterwolle: hat zwei Haarschichten, ständiger Fellwechsel, dichter Unterwollanteil, neigt sehr zu Verfilzungen und Verknotungen (zum Beispiel Tibet Terrier).
Kurzhaarrassen wie Boxer verfilzen nicht so schnell.
Kurzhaarrassen wie Boxer verfilzen nicht so schnell.  © 123rf/serezniy

Darüber hinaus neigt Fell, das der Struktur von Menschenhaar ähnlich ist und wenig Unterwolle aufweist, zu weniger Verfilzungen, während gelocktes Fell tendenziell schneller verfilzt.

Auch das Fell älterer Hunde ist empfänglicher für Verknotungen.

Fazit: Verfilztes Fell ist für Hunde ein Gesundheitsrisiko

Egal, ob kurzes, langes oder gelocktes Fell: Die richtige und regelmäßige Pflege ist das A und O für einen gesunden Hundepelz. Um das zu gewährleisten, sollten Hundebesitzer für felltypische Bürsten sorgen und seine Vierbeiner schon von klein auf an die Fellpflege gewöhnen.

Auf diese Weise verbinden Hunde nichts Schlimmes mit dem Bürsten und das Fell ist stets gepflegt. Und da gepflegtes Fell keine Basis für Verfilzungen bietet, haben auch gesundheitsgefährdende Bakterien und Parasiten keine Chance.

Titelfoto: 123RF/numphoto

Mehr zum Thema Hundegesundheit: