"Kripo live": Matthias (†36) wurde an Valentinstag die Kehle durchgeschnitten

Leipzig/Magdeburg - Mehr als 13 Jahre ist es her, dass Matthias H. (†36) in seiner Magdeburger Wohnung brutal ermordet wurde. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnte der Täter bislang nicht gefasst werden. Doch die Familie des Getöteten will endlich Gewissheit. Nun soll "Kripo live" helfen.

Matthias H. (†36) wurde in seinem Schlafzimmer brutal umgebracht. 13 Jahre nach dem Mord ist der Fall noch immer ungeklärt.
Matthias H. (†36) wurde in seinem Schlafzimmer brutal umgebracht. 13 Jahre nach dem Mord ist der Fall noch immer ungeklärt.  © Screenshot/MDR Mediathek

Moderator Axel Bulthaupt stellte am Sonntagabend den Mordfall Matthias H. vor. Am 14. Februar 2006 ist der 36-Jährige in den Abendstunden umgebracht worden. Nur von wem, das weiß die Kripo auch über 13 Jahre später noch nicht.

Die Schwester des Opfers hat sich daher an die MDR-Sendung gewandt. "Wir wünschen uns, dass wir nach so vielen Jahren endlich zur Ruhe kommen und wissen, warum diese Tat geschehen ist", sagt Margitta K. "Denn mein Bruder hat nie jemandem etwas zuleide getan - im Gegenteil: Er hat immer sein letztes Hemd gegeben."

Der gebürtige Neubrandenburger verbrachte die meisten Wochenenden bei Freunden und Familie in seiner Heimat, war nur unter der Woche zum Arbeiten in Magdeburg. Der Vertreter einer großen Kosmetikfirma galt seinerzeit als gesellig, beliebt und absoluter Familienmensch. Unvorstellbar, dass er den Streit mit einer Person suchte.

Das wissen die Ermittler über den Mord

"Kripo live"-Moderator Axel Bulthaupt stellte den ungeklärten Mord am Sonntagabend vor.
"Kripo live"-Moderator Axel Bulthaupt stellte den ungeklärten Mord am Sonntagabend vor.  © MDR/Axel Berger

Matthias H. hatte am 14. Februar 2006 mehrere Kundentermine, kam gegen 16.30 Uhr nach Hause. Im Treppenhaus begegnete er mehreren Nachbarn.

Rund drei Stunden später, um 19.24 Uhr, verschickte er eine E-Mail an seinen Chef. Es sollte das letzte Lebenszeichen des 36-Jährigen sein. Gegen 20 Uhr hörten mehrere Anwohner unabhängig voneinander Schreie. Ob sie aus dem Haus oder von draußen kamen, konnten sie nicht sagen. Die Ermittler sind sich sicher: Die Schreie stammen aus H.s sanierter Altbauwohnung in der Goethestraße 40.

Zwischen 20.15 und 20.45 Uhr bemerkte eine Nachbarin, dass eine Person hastig die Treppe hinunterrannte. Kurz darauf wurde das Licht in Matthias' Wohnung ausgeschaltet. Dies hat aber nicht er selbst getan. "Er war so schwer verletzt, dass er nicht in der Lage war, das Licht selbst auszuschalten. Somit ist eine Zwei-Täter-Theorie entstanden", erzählt Polizeihauptkommissar Mike von Hoff. Also eine Person, die die Treppe hinuntergerannt ist und eine zweite, die das Licht gelöscht hat.

Zwei Tage später, am 16. Februar 2006, wurde die Leiche des 36-Jährigen gefunden. Er lag in einer großen Blutlache in seinem Schlafzimmer. "Er wurde Opfer einer sehr brutalen Tat. Es ist gegen seinen Hals stumpfe Gewalt ausgeübt worden, dessen er letztlich auch erlag." Dem Kosmetik-Vertreter wurde der Hals mit einem großen Messer aus seiner Küche durchgeschnitten.

Offenbar kein Raubmord

Aber wer ist zu solch einer Tat im Stande? Von Hoff: "Ermittler haben das persönliche Umfeld durchleuchtet, mit vielen Leuten gesprochen und versucht, dort Ansätze zu finden, um die Tat aufklären zu können. Leider blieb das ohne Erfolg."

Einen Raubmord schließt die Polizei aus, denn neben 1000 Euro Bargeld blieben auch mehrere Tausend Dollar und Geldbörsen mit Kreditkarten unberührt. Gestohlen wurde allerdings der Laptop und eine EC-Karte, mit der in den folgenden Tagen zweimal mehrere Hundert Euro abgehoben worden. Kameraaufzeichnungen aus den Bankfilialen existieren nicht.

In der Wohnung, deren Tür übrigens keine Einbruchspuren aufwies, wurde eine DNA-Spur gefunden, die jedoch bis heute keiner Person zugeordnet werden konnte. "Wir haben immer gehofft, dass das Verbrechen aufgeklärt wird - das hoffen wir jetzt immer noch", sagt die Schwester des Getöteten.

Könnt Ihr Hinweise zur Tat geben? Haben sich der oder die Täter bei Euch verplappert? Sachdienliche Angaben erbittet die Magdeburger Kripo unter Tel. 03915465196. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen, ist eine Belohnung in Höhe von 4000 Euro ausgesetzt.

Die gesamte "Kripo live"-Sendung vom gestrigen Sonntag mit weiteren spannenden Fällen könnt Ihr Euch >>>hier noch einmal anschauen.

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