MDR-Kriposendung zeigt erstmals Videomaterial des Sex-Mords an Joggerin Yangjie Li

Leipzig - Diese Tat war an Heimtücke kaum zu überbieten: Am 11. Mai 2016 wurde die chinesische Studentin Yangjie Li in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) in ein Wohnhaus gelockt, brutal vergewaltigt und ermordet (TAG24 berichtete). Der Fall der 25-Jährigen beschäftigt am Mittwochabend die Ermittler der MDR-Sendung "Die Spur der Täter" - mit exklusivem Bildmaterial aus einer Überwachungskamera.

Xenia I. und Sebastian F. (beide damals 20) lockten Yangjie Li (†25) in eine Falle, vergewaltigten und töteten sie.
Xenia I. und Sebastian F. (beide damals 20) lockten Yangjie Li (†25) in eine Falle, vergewaltigten und töteten sie.  © DPA

Yangjie Li war beliebt und strebsam. Die 2014 für ihr Architektur-Studium nach Deutschland gekommene Chinesin stand kurz vor ihrem Abschluss an der Hochschule Anhalt.

Am Abend des 11. Mai 2016, einem Mittwoch, verließ die 25-Jährige - wie so oft - ihre Studenten-WG in der Johannisstraße, um joggen zu gehen - sie sollte nie dorthin zurückkehren. "Sie ist immer eineinhalb Stunden gelaufen und ist vor allem abends gejoggt. In China ist es so, wenn die Sonne die Haut länger berührt, bekommt man relativ schnell Muttermale", sagte ihr Professor, Dr. Rudolf Lückmann.

Was sie nicht wusste: Nur etwa 80 Meter von ihrer Wohnung entfernt, wenige Häuser weiter, schmiedete Sebastian F. einen grauenvollen Plan. Der 20-Jährige forderte seine gleichaltrige Verlobte auf, auf der Straße nach einer Frau für Sex zu dritt zu suchen. Xenia I. wartete also vor dem Wohnhaus. Und dann kam Yangjie angerannt - ein Zufallsopfer.

I. sprach die Studentin an, bat sie um körperliche Unterstützung beim Schleppen schwerer Kartons. Die Chinesin war hin- und hergerissen, willigte aber ein. Im Treppenhaus wartete jedoch Sebastian F., versuchte die 25-Jährige schon dort zu vergewaltigen.

"Das ist der Gipfel an Arglist", sagt der erfahrene Profiler Prof. Adolf Gallwitz. "Weil ich einen Notfall vortäusche, um Hilfe bitte und ich ihr das Gefühl gebe, sie tut ein gutes Werk und kann mir helfen, indem sie mit mir reingeht und mir hilft."

Yangjies Leiche wird hinter dem Wohnhaus des Mörder-Paares gefunden

Die Leiche der chinesischen Studentin wurde am 13. Mai 2016 hinter dem Wohnhaus des mörderischen Paares in der Johannisstraße gefunden.
Die Leiche der chinesischen Studentin wurde am 13. Mai 2016 hinter dem Wohnhaus des mörderischen Paares in der Johannisstraße gefunden.  © Google Maps

Zwei Tage nach dem heimtückischen Überfall wird die Leiche der Asiatin gefunden - hinter dem Wohnhaus des Paares.

Zum entscheidenden Schlüssel auf der Suche nach dem oder den Täter(n) wird die Überwachungskamera eines benachbarten Antiquitätengeschäfts. Auf den Bildern ist ersichtlich, wie Xenia I. die 25-Jährige zu sich lockt, auf eine Wohnung im zweiten Stock zeigt und sie um Hilfe bittet. Yangjie soll sich zweifelnd umgesehen haben, am Ende aber der Bitte nachgekommen sein.

Am 23. Mai 2016 stellten sich Sebastian F. und Xenia I. der Polizei in Dessau-Roßlau. Das Landgericht kam am 4. August 2017 zur Entscheidung, dass die damals 20-Jährigen das chinesische Einzelkind umgebracht haben. I. wurde nach Jugendstrafrecht zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen sexueller Nötigung verurteilt. Ihr Verlobter muss wegen Mordes lebenslang hinter Gitter. Er soll Yangjie allein umgebracht haben (TAG24 berichtete).

Auszüge aus den Aufnahmen der Überwachungskamera, die bislang nur den Ermittlern vorlagen, werden erstmals am Mittwoch ab 21.15 Uhr von Moderator Peter Escher in der MDR-Sendung "Die Spur der Täter" gezeigt.

Nach dem Leichenfund machten sich Beamte und die Spurensicherung an die Arbeit.
Nach dem Leichenfund machten sich Beamte und die Spurensicherung an die Arbeit.  © DPA

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