"Aktenzeichen XY": Führen die Hinweise zum Mörder von Sylvia D.?

Flensburg - Einen Monat nach dem Bericht über den vor über 25 Jahren verübten Mord an der Flensburger Prostituierten Sylvia D. in der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" wertet die Polizei weiter Hinweise aus.

Sylvia D. arbeitete in Flensburg unter dem Pseudonym "Mandy" als Prostituierte.
Sylvia D. arbeitete in Flensburg unter dem Pseudonym "Mandy" als Prostituierte.  © LKA SH

"Da ist sicher der eine oder andere wichtige Hinweis dabei", sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts der Deutschen Presse-Agentur.

Die Überprüfung der Hinweise werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt waren nach der ZDF-Sendung vom 11. Dezember rund 200 Hinweise zu dem Fall eingegangen.

Beamte der Cold Case Unit haben den Fall gemeinsam mit der Flensburger Mordkommission wieder aufgerollt. Es gibt auch DNA-Spuren.

Das 25 Jahre alte Opfer hatte in Inseraten als "Mandy" um Freier geworben und diese in einer Wohnung in der Bahnhofstraße empfangen.

Fallanalytiker gehen davon aus, dass die als lebenslustig beschriebene zweifache Mutter ein Zufallsopfer war und der Täter wusste, in welchen Wohnungen Prostituierte arbeiteten.

Bizarres Tatdetail ist bis heute einzigartig

In diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. ermordet.
In diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. ermordet.

Sylvia D. öffnete im August 1994 ihrem Mörder die Tür. Nach Spurenlage schlug und stieß der Täter sein Opfer sofort. Rund 30 Mal stach er auf sie ein.

Nachbarn hatten die Schreie gehört, denn viele Balkontüren und Fenster waren an dem heißen Tag geöffnet. Einen Notruf setzte aber niemand ab.

Ein Detail der Tat ist besonders bizarr und laut LKA gibt es bis heute keinen Fall mit vergleichbarem Muster.

Nachdem er die junge Mutter getötet hatte, nahm der Mörder die blutige Kleidung sowie ein Gewebestück aus ihrem Körper mit.

Ein Taxifahrer sagte später aus, er habe im Bereich des Bahnhofs einen Fahrgast mit blutiger Kleidung befördert.

Auf Nachfrage habe der Mann behauptet, er sei Fleischer.

In dem Fall ist eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zum Täter führen. Unter der Telefonnummer 0461 4845555 nimmt die Polizei sie entgegen.

Die Knöpfe ließ der Täter am Tatort zurück.
Die Knöpfe ließ der Täter am Tatort zurück.  © LKA SH

Titelfoto: LKA SH

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