Rentenkürzungen wegen Corona-Krise?! Boris Palmers Beitrag sorgt für Empörung!

Tübingen - Seit Beginn der Coronavirus-Krise beschäftigt sich Tübingens OB Boris Palmer (47, Grüne) eingehend mit dem Thema.

Boris Palmer beschäftigt sich seit Wochen mit dem Thema Corona-Krise.
Boris Palmer beschäftigt sich seit Wochen mit dem Thema Corona-Krise.  © Sebastian Gollnow/dpa

So schlug er unter anderem vor, dass die Jüngeren wieder ins Arbeitsleben zurückkehren müssten, während die Älteren daheim in Quarantäne bleiben sollten

Das brachte ihm vielfach Kritik ein. Der Grüne sei altenfeindlich, wurde da etwa geschrieben.

Nun hat sich Palmer erneut zu Wort gemeldet - wie so oft auf seiner Facebook-Seite. Auch dort ging es wieder um die älteren Mitbürger und ums Thema Rente.

"Das Ifo-Institut hat errechnet, dass schon die Verlängerung der scharfen Kontaktsperren um zwei Wochen 100 Milliarden Euro kosten kann", beginnt Deutschlands wohl bekanntestes Stadtoberhaupt seinen Beitrag.

Und weiter: "Die Bruttolohnsumme wird dieses Jahr mit Sicherheit drastisch einbrechen." Gemäß der geltenden Rentenanpassungsformel bedeute dies: "Bis dieser Einbruch ausgeglichen ist, werden die Rentenerhöhungen um die Hälfte gekürzt." 

Dann wendet der Ausnahme-Grüne, der in seiner eigenen Partei nicht von allen heiß geliebt wird, an die Rentner der Republik. "Vielleicht sollten sich das diejenigen mal klar machen, die darauf beharren, dass ihre Freiheit, sich als Rentner überall so zu bewegen wie die Beitragszahler, in keinem Fall nach Alter und Risikodisposition eingeschränkt werden darf", so Palmer.

Wer den Jüngeren verbiete zu arbeiten, habe nachher eben weniger Rente. Die Agenda 2010 habe schon mal mehrere Jahre Nullrunden für die Rentner bedeutet. Das Ergebnis sei bekannt.

Nutzer kritisieren Palmers Äußerungen heftig

Müssen die Rentner nun wegen der Krise Kürzungen hinnehmen? (Symbolbild)
Müssen die Rentner nun wegen der Krise Kürzungen hinnehmen? (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Corona könnte ein ganzes Jahrzehnt Rentenkürzungen bedeuten, wenn wir so weiter machen, wie derzeit", mahnt der 47-Jährige. 

Er scheint die aufkommende Kritik bereits zu ahnen: "Und weil es bestimmt gleich wieder als 'spalterisch' abgetan wird: Das ist die geltende Rechtslage. Man kann eben nicht verteilen, was gar nicht erwirtschaftet wird."

Für den OB, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit kritischen Wortmeldungen zur Flüchtlingskrise und ihren Folgen für Aufsehen sorgte, sei das "nicht menschenverachtend, sondern Mathematik".

Die von Palmer vorhergesehene Empörung ließ in den Kommentaren nicht lange auf sich warten. "Haben die heutigen Rentner keine Beiträge gezahlt?", fragte ein User unter dem Posting. Und er befand: "Herr Palmer treibt einen Keil zwischen die Generationen. Das ist brandgefährlich."

Ein anderer fragte den Rathauschef direkt: "Was haben sie eigentlich davon, Herr Palmer, dass Sie tagtäglich die Generationen gegeneinander aufhetzen? Ich finde das langsam so was von unfassbar und mit nichts zu begründen." 

Palmers Antwort: "Wir haben 50 Milliarden Euro Schaden pro Woche wegen der Maßnahmen. Und die könnte man auf die Risikogruppen beschränken, dann wäre der Schaden entsprechend kleiner."

Ein User stellte sich mit einem besonders geschmacklosen Kommentar an die Seite Palmers. "Die Argumente von B. Palmer sind richtig, stichhaltig und lassen sich nicht widerlegen. Da nutzt auch hysterisches Gebrülle und beleidigtes Gejammer nix", schrieb er. Und dann: "Ferner muss man (selbst wenn es zynisch klingen sollte) berücksichtigen, dass die durch Corona früher sterbenden/verstorbenen Rentner die Rentenkasse entlasten, das Gesundheitssystem nicht weiter belasten und Wohnungen frei werden."

Dafür fing er sich eine gehörige Schelte ein. "Kann man so sagen", schrieb eine Userin. "Man ist dann halt ein widerlicher Drecksack!" Eine andere wurde direkter: "Sie sind zum kotzen!"

Titelfoto: Montage: Frank Rumpenhorst/dpa, Sebastian Gollnow/dpa

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