Söder fordert Scholz zum Rücktritt auf: "König Olaf ohne Land"

München - Nach dem Debakel für die Ampel-Koalition bei der Europawahl fordert CSU-Chef Markus Söder (57) möglichst rasch eine vorgezogene Neuwahl des Bundestags.

CSU-Chef Markus Söder (57) fordert das Deutschland dem Beispiel Frankreichs folgt.
CSU-Chef Markus Söder (57) fordert das Deutschland dem Beispiel Frankreichs folgt.  © Sven Hoppe/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) solle zurücktreten, forderte Söder nach einer Sitzung seines Parteivorstandes in München.

"Diese Regierung ist im Grunde genommen fertig. Und es muss jetzt ähnlich wie in Frankreich sein: Da hat es Neuwahlforderungen gegeben, da gibt es Neuwahlen durch Macron", sagte Söder am Montagmorgen dem Sender n-tv.

Das gelte nun auch für Deutschland: "Es braucht einen Neustart für unser Land. Die Ampel hat kein Mandat mehr, hat kein Vertrauen mehr in der Bevölkerung. Deswegen sollte es jetzt so rasch wie möglich Neuwahlen geben."

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Die Europawahl sei ein klares Misstrauensvotum gegen den Bundeskanzler gewesen, sagte Söder. "Olaf Scholz ist König Olaf ohne Land", betonte er.

Söder fordert Neuwahl in Deutschland: "Diese Regierung ist im Grunde genommen fertig"

Das Ergebnis der Europawahl ist laut dem bayerischen Ministerpräsidenten ein schlechtes Zeugnis für Kanzler Olaf Scholz (65, SPD).
Das Ergebnis der Europawahl ist laut dem bayerischen Ministerpräsidenten ein schlechtes Zeugnis für Kanzler Olaf Scholz (65, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Söder warnte die Ampel, einfach so weiterzumachen. "Das ist ein schwerer demokratischer Fehler, wenn das passiert. Denn eine Regierung, die so ohne Unterstützung ist, so ohne Legitimation, die kann ja auch nichts mehr durchsetzen, gerade in einem Jahr vor einer Wahl sowieso nicht", sagte Söder.

Er betonte: "Es wäre besser, es würde dieses Traumspiel endlich beendet werden. Das wäre der letzte große Dienst, den (Kanzler) Olaf Scholz den Deutschen erweisen könnte. Gerhard Schröder hatte damals den Mut, das zu tun. Olaf Scholz sollte das auch tun."

Der damalige Bundeskanzler Schröder (80, SPD) hatte 2005 die Vertrauensfrage gestellt. Die Abstimmung im Bundestag verlor er, und es kam zu Neuwahlen. Die Union wurde stärkste Kraft und Angela Merkel (69, CDU) in der Folge Bundeskanzlerin.

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Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (46) hatte nach der krachenden Niederlage seines Mitte-Lagers am Sonntagabend angekündigt, die Nationalversammlung aufzulösen. Neuwahlen in zwei Wahlgängen sollen am 30. Juni und 7. Juli noch vor dem Start der Olympischen Spiele in Paris abgehalten werden.

Erstmeldung 8.59 Uhr, zuletzt aktualisiert 13.49 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Kay Nietfeld/dpa, Sven Hoppe/dpa

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