Gestrandeter Buckelwal "Timmy": Verzögert sich die Rettung schon wieder?

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Niendorf/Wismar/Poel - Deutschland bangt weiter mit Buckelwal "Timmy". Nach mehreren Strandungen in den vergangenen Wochen steht jetzt das Konzept einer privaten Rettungsinitiative, ihn in die Nordsee zu bringen. Am Dienstag soll das Vorhaben umgesetzt werden. TAG24 berichtet im Liveticker.

Was wird aus Buckelwal "Timmy"? Am Dienstag soll der Rettungsversuch stattfinden.
Was wird aus Buckelwal "Timmy"? Am Dienstag soll der Rettungsversuch stattfinden.  © Bernd Wüstneck/dpa

Am 23. März war der Wal auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, doch der Wal konnte sich schließlich selbst befreien - um kurz darauf mehrfach vor Wismar zu stranden.

Nach einer erneuten Befreiung lag er seit dem 31. März vor der Insel Poel - alles sah danach aus, als würde der Koloss dort sterben. Am 16. April trat jedoch plötzlich eine private Rettungsinitiative auf den Plan. Sie wollte den Wal aufs offene Meer hinausziehen.

Entsprechende Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, doch am Montag (20. April) befreite sich der Buckelwal selbst, ehe er noch am selben Tag wieder zum Liegen kam. Doch die Helfer geben nicht auf und planen für Dienstag den Rettungsversuch.

28. April, 8.19 Uhr: Gurt wird offenbar noch geprüft

Die Besatzung der Barge ist offenbar auch schon rausgefahren. Derzeit werde offenbar noch der Gurt, mit dem der Buckelwal auf die Barge gebracht werden soll, von den Veterinären geprüft. Noch immer soll es dafür keine Genehmigung geben. Wann die Genehmigung kommen soll, ist nicht bekannt.

28. April, 8.04 Uhr: Helfer legen Tücher auf den Buckelwal

Wie an den anderen Tagen auch, werden erneut Tücher auf den Rücken von "Timmy" gelegt. Zudem befeuchten Helfer das Tier wieder mit Wasser. Der Wal atmet und buckelt deutlich sichtbar.

28. April, 7.45 Uhr: Geht es gleich los?

Langsam tut sich etwas: Im Hafen sind nun die Mitglieder der Rettungsinitiative eingetroffen. Auch Minister Backhaus ist da. Im Livestream von NEWS5 ist zu sehen, wie sich das Team offenbar für das weitere Vorgehen bespricht.

Auch das erste Schiff der DLRG ist mittlerweile aufs Wasser gefahren, um sich einen Eindruck zum Zustand des Tieres zu verschaffen. Die weiteren Retter steigen ebenfalls nach und nach auf die Boote und machen sich auf den Weg zu "Timmy".

Mitarbeiter einer Bergungsfirma gehen am Morgen zu einer Besprechung und weiteren Planung in den Hafen auf der Insel Poel.
Mitarbeiter einer Bergungsfirma gehen am Morgen zu einer Besprechung und weiteren Planung in den Hafen auf der Insel Poel.  © Jens Büttner/dpa

28. April, 7.24 Uhr: Minister Backhaus ist vor Ort

Während Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag nicht vor Ort war, gibt der Politiker direkt am Dienstagmorgen ein kurzes Statement ab. "Geplant ist heute, dass die Barge tatsächlich herkommt und der Versuch unternommen wird, das Tier auf das Transportmittel zu verlegen und es dann in die Nordsee zu bringen", erklärt er.

Sollte es heute tatsächlich losgehen, wolle Backhaus das Schiff begleiten. Im Hafen ist es aktuell noch ruhig. Am Montag hieß es eigentlich, dass die Maßnahmen heute gegen 7 Uhr starten sollen. Die Barge wurde noch am Montagabend von den Helfern an der Rinne platziert.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist auch am Dienstag vor Ort. (Archivfoto)
Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist auch am Dienstag vor Ort. (Archivfoto)  © Marcus Golejewski/dpa

28. April, 7.20 Uhr: Buckelwal ist aktiv

Im Wasser sind bislang immer noch keine Helfer direkt beim Buckelwal. Doch das Tier zeigt sich weiterhin aktiv.

Sollte der Transport tatsächlich heute starten, ist laut Vorhersagen das Wetter günstig. Richtung Schleswig-Holstein könnte es am Dienstag einen Wind höchstens bis zur Windstärke 4 geben, hieß es vom Seewetteramt des DWD. Der Mittwoch werde in der Region "total schwachwindig", sagte ein Meteorologe. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) werden demnächst zudem keine außergewöhnlichen Pegelschwankungen vor Poel erwartet.

28. April, 6.10 Uhr: Kann "Timmy" heute gerettet werden?

Guten Morgen, "Timmy"! Bereits am frühen Morgen ist einiges los: Der Buckelwal liegt zwar noch immer im Ostsee-Wasser, zeigt sich jedoch anders als die anderen Tage aktiv. So pustet er immer wieder Wasser aus seinem Blasrohr.

Helfer waren bislang allerdings noch nicht im Wasser. Am Montag wurde angekündigt, dass "Timmy" heute nach langer Vorbereitung tatsächlich mithilfe der Barge geborgen werden soll.

Der Plan: Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erklärte am Montag, dass der Buckelwal durch die gebaggerte Rinne selbst in die Barge schwimmen soll - unterstützt durch ein Gurtsystem. Ziel sei es, dieses Vorhaben so minimalinvasiv wie möglich durchzuführen. Grünes Licht für den EInsatz der Gurte gab es am Montag vom Ministerium aber noch nicht.

27. April, 20.55 Uhr: Barge bei Buckelwal "Timmy" angekommen

Nachdem sie seit dem Nachmittag im Hafen von Wismar vorbereitet wurde, ist die Barge am Abend um kurz nach 22 Uhr in der Bucht vor der Insel Poel angekommen.

Buckelwal "Timmy" soll am Dienstag in die Barge geleitet beziehungsweise gezogen und anschließend bis mindestens in die Nordsee transportiert werden.

27. April, 20.55 Uhr: Ruhe vor dem Sturm

Rund um "Timmy" ist mittlerweile wieder Ruhe eingekehrt. Der Buckelwal liegt mal wieder allein in der Bucht vor der Insel Poel.

In ein paar Stunden, am Dienstagmorgen, soll der Rettungsversuch final starten.

27. April, 18.45 Uhr: Retter schon seit Längerem bei "Timmy" im Wasser

Während im Hintergrund die Vorbereitungen für die morgige Rettung auf Hochtouren laufen, sind schon seit Längerem wieder mehrere Mitglieder bei Buckelwal "Timmy" im Wasser.

Sie halten sich vor allem im Bereich des Kopfes auf. Was genau die Retter dort machen, ist allerdings - wie so oft - nicht bekannt.

Am frühen Montagabend waren die Retter wieder längere Zeit bei "Timmy" im Wasser.
Am frühen Montagabend waren die Retter wieder längere Zeit bei "Timmy" im Wasser.  © Bernd Wüstneck/dpa

27. April, 17.46 Uhr: Gurteinsatz noch nicht mit Ministerium abgesprochen

Laut Tierärztin Kirsten Tönnies werde bei dem morgigen Rettungsversuch ein Gurt zum Einsatz kommen, der an der Brust des Wals entlanglaufen und über den das Tier sanft in die Barge gezogen werden soll.

Problem: Der Einsatz des Gurtes ist Stand Montagnachmittag noch nicht mit dem Umweltministerium abgestimmt worden. Wie Claus Tantzen, Sprecher des Ministeriums, gegenüber TAG24 bestätigte, seien bislang keine Unterlagen zu dem Gurteinsatz seitens der Rettungsinitiative eingereicht worden - trotz mehrfacher Nachfragen.

Zwar werde das Rettungskonzept mit der Barge grundsätzlich geduldet, der Ansatz mit dem Gurtsystem sei jedoch erst später erdacht worden. Tantzen zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Initiative ihrer Pflicht noch nachkommen werde.

Auf TAG24-Nachfrage bestätigte der Sprecher zudem, dass Minister Till Backhaus morgen wieder vor Ort sein werde. Am heutigen Montag ließ sich der Politiker entschuldigen.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa

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