Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Bagger soll bis in die Dämmerung am Werk sein, Ministerpräsident eingetroffen

Niendorf - Der gestrandete Buckelwal sitzt weiterhin auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Die Retter wollen am Donnerstag im zweiten Anlauf einen Kanal für das Tier graben. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag soll ein größerer Bagger die Wende bringen.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sind vor Ort und arbeiten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren.

Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Ostsee Wal in der Lübecker Bucht: Experten warnen vor möglicher Strandungsgefahr

Bislang führte keine der ergriffenen Maßnahmen zum Erfolg - am Donnerstag sollen mehrere Bagger die Wende bringen.

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26. März, 17.10 Uhr: Greenpeace für mögliche erfolgreiche Rettung in den Startlöchern

An Tag vier der Rettung ist nun auch Greenpeace vor Ort. Doch warum erst jetzt?

"Wir halten uns bereit für den Fall, dass dieser letzte Rettungsversuch tatsächlich erfolgreich ist und wir dann mit Schlauchbooten, die auf dem Weg hier her sind, dafür Sorge tragen können, dass das Tier auch im Freiwasser bleiben kann und nicht wieder strandet", so Thilo Maack (58), Experte für Kriseneinsätze bei Greenpeace.

Generell wünsche sich die Organisation große Schutzgebiete ohne Fischerei, in denen Wale sicher sind. So sterben beispielsweise die heimischen Schweinswale zu Hunderten in den Stellnetzen, die nach wie vor großflächig aufgestellt werden, erklärt Maack im Gespräch mit TAG24.

So habe auch der gestrandete Buckelwal Netzkontakt gehabt. Auch der 58-Jährige hofft nun auf eine Rettung des Tiers. "Und wir hoffen dazu beitragen zu können, dass der Wal danach nicht wieder strandet", so der Experte abschließend.

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Thilo Maack (58), Experte für Kriseneinsätze bei Greenpeace, studierte Meeresbiologie in Bremen und Jordanien.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16.44 Uhr: Wasserschutzpolizei hält Schwimmer auf

Die Wasserschutzpolizei musste soeben einen Schwimmer im Wasser aufhalten. Dieser habe sich offenbar auf den Weg zum Wal gemacht.

Durch den Einsatz des Saugbaggers werde aktuell versucht, den Wal zum Schwimmen zu animieren.

26. März, 16.33 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther kündigt Unterstützung an

Ministerpräsident Daniel Günther möchte sich ein eigenes Bild der Situation verschaffen. Er spricht vor allem den Experten vor Ort ein großes Danke aus.

"Wenn der Wal hier rauskommt, sind wir bereit dazu, Hilfestellung zu leisten", so der Politiker. So möchte er unter anderem Boote zur Verfügung stellen, um den Wal möglicherweise wieder aus der Ostsee zu leiten. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass es am Ende gut ausgeht."

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärt: "Das Tier ist weiterhin ruhig und ist weiterhin in der gleichen Position." Wie es weitergehen wird? "Im Dunkeln werden keine Baggerarbeiten aus Sicherheitsgründen stattfinden", so Groß weiter. Sollte es keinen Erfolg geben, gehe es morgen weiter.

26. März, 16.25 Uhr: Taucher und Saugbagger sind wieder im Wasser

Nachdem Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann am Mittag von seinem ersten Tauchgang wieder an Land kam, sind nun wieder Taucher im Wasser.

Dabei handle es sich offenbar erneut um Lehmann und eine Begleitung. Auch der Saugbagger, der am Dienstag zunächst gescheitert ist, ist wieder im Einsatz.

Der Saugbagger ist wieder im Einsatz.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16.11 Uhr: Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ist vor Ort

Neben Medienvertretern, Schaulustigen und Experten ist nun auch Daniel Günther (52,CDU), Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein eingetroffen. Dieser lässt sich gerade von Bürgermeister Partheil-Böhnke ins Bild setzen.

Auch eine Expertin vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) ist vor Ort.

Daniel Günther (52,CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, ist vor Ort eingetroffen.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16 Uhr: Niendorferin kommt seit Montag jeden Tag zum Strand

Während die Baggerarbeiten am Strand andauern, haben sich ähnlich wie an den letzten Tagen auch einige Menschen ganz in der Nähe versammelt, um die Rettungsaktion mitzuverfolgen. Darunter auch Ute Beckmann (71) aus Niendorf.

"Ich komme seitdem jeden Tag zu Strand. Seit Montag", so die 71-Jährige im Gespräch mit TAG24. Gestrandet war der Wal in der Nacht zum Montag. "Also ich denke, dass man sich unheimlich viel Mühe gibt, den Wal zu befreien und finde das wirklich bewundernswert. Das tut einem wirklich im Herzen weh, wenn man das Ganze sieht und hört", erklärt Beckmann weiter.

Wie die Niendorferin von dem gestrandeten Tier erfahren hat? "Durch Zufall". Sie sei am Timmendorfer Strand essen gewesen. Auf dem Rückweg nach Niendorf habe sie schließlich den Wal gehört und ihn daraufhin auch liegen sehen. Auch sie habe die Befürchtung, dass sich der Wal aus eigener Kraft nicht befreien könne.

Ute Beckmann (71) aus Niendorf kommt jeden Tag zum Strand, um die Rettungsaktion rund um den Wal zu beobachten.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 15.37 Uhr: Bagger ist noch immer am Werk

Aktuell gibt es keine große Veränderung vor Ort. Weiter schaufelt der Bagger Sand aus dem Wasser, um den gestrandeten Wal möglicherweise befreien zu können.

Immer wieder ist zu sehen, wie das Tier Wasser aus seinem Blasloch pustet.

26. März, 14.13 Uhr: Bagger-Experte erklärt das weitere Vorhaben

Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten, gesteht: "Eine Walrettung haben wir zum ersten Mal." Sein Mitarbeiter Tim ist aktuell derjenige, der den Bagger im Wasser steuert. Fingerspitzengefühl sei bei einer Maßnahme wie dieser wegen des schweren Geschirrs dabei das A und O.

"Er konzentriert sich in erster Linie auf seine Baggerschaufel, dass er dem Wal möglichst fernbleibt", so Wandhoff über seinen Kollegen. Er sei mit der Schaufel bereits bis auf 10 cm am Wal gewesen und versuche weiter, das Tier nicht zu berühren. Eine falsche Bewegung würde schnell zu Verletzungen des Wals führen.

Wie lange die Baggerarbeiten am heutigen Donnerstag dauern werden? "Bis in die Dämmerung rein. Dann hören wir auf", gibt der Experte zu verstehen. Sollte der Einsatz heute nicht mehr erfolgreich sein, gehe es morgen, sobald es hell ist weiter.

Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten, erklärt das weitere Vorgehen für den heutigen Donnerstag.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 14.05 Uhr: Expertin hofft auf Erfolg am heutigen Tage

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte nach Besprechung mit Lehmann, dass der Wal "sich motivieren" lasse. Deshalb werde mit den Maßnahmen fortgefahren.

Um die Arbeit für die Baggerfahrer zu erleichtern, sollen die genauen Maße der Rinne mithilfe von Bojen an der Wasseroberfläche visualisiert werden.

Der Zeitplan sei unklar, betonte Groß. Sie habe natürlich die Hoffnung, dass die Rettungsmission am heutigen Tag Erfolg haben werde.

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) klärte vor Ort über das weitere Vorgehen auf.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 13.41 Uhr: Bagger nehmen Arbeit wieder auf, Plan bleibt gleich

Während sich Lehmann nach seinem langen Tauchgang aufwärmt, haben die Bagger ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Ziel bleibt, den Wal mithilfe einer Rinne zurück in die Freiheit zu verhelfen.

Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann hüllte sich nach seinem langen Tauchgang in eine warme Decke.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 13.29 Uhr: Lehmann und zweiter Taucher wieder an Land

Nachdem zwischenzeitlich noch ein zweiter Taucher aus Lehmanns Team mit im Wasser war, sind beide nun aus dem Wasser raus. Der Wal hat sich zwar ein wenig gedreht, von der Stelle bewegt hat er sich aber nicht.

Offenbar wird nun beraten, ob man zur eigentlichen Idee mit dem Kanal und den Baggern (ohne Lehmann im Wasser) zurückkehrt.

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