Gestrandeter Buckelwal: Rettungsaktion abgebrochen, neuer Versuch für morgen geplant!

Niendorf - Der gestrandete Buckelwal sitzt weiterhin auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Auch die Maßnahmen am Donnerstag brachten bislang keinen großen Erfolg. TAG24 wird am Freitag erneut im Liveticker von vor Ort berichten.

Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag sollte ein größerer Bagger die Wende bringen. Doch auch diese Maßnahme scheiterte.
Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag sollte ein größerer Bagger die Wende bringen. Doch auch diese Maßnahme scheiterte.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) waren vor Ort und arbeiteten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Noch am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren. Auch Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Auch am Donnerstag konnte der Einsatz mehrerer Bagger den Wal nicht komplett befreien. Am Freitag geht die Rettungsaktion demnach in eine neue Runde.

26. März, 20.40 Uhr: Tag vier ist abgeschlossen

Für heute ist Feierabend, aber morgen soll die Rettungsaktion weitergehen. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke kündigt an, dass der Einsatz gegen 6 Uhr fortgesetzt werden soll.

Die Hoffnung auf eine Befreiung des Meeressäugers, der beinahe eine ganze Nation in Atem hält, lebt. TAG24 wird auch am fünften Tag nach der Strandung des Tieres vor Ort sein und live berichten.

26. März, 20.29 Uhr: Rettungsaktion neigt sich dem Ende zu

Der Saugbagger hat das Wasser nun verlassen. Alles deutet darauf hin, dass die Rettungsaktion für heute zeitnah beendet wird. Der Wal hat sich zwar ein Stück bewegt, doch um ihn komplett zu befreien, hat das Graben bisher nicht ausgereicht.

Geplant sei, dass der Baggereinsatz morgen weitergeht. Es werde alles daran gesetzt, dem Wal doch noch helfen zu können. Von der Community im Netz wurde das Tier mittlerweile liebevoll auf den Namen "Hope" getauft.

26. März, 20.19 Uhr: Wal liegt weiterhin auf der Sandbank

Die Fluke des Wals durchbricht immer wieder die Wasseroberfläche. Das war in den letzten Tagen nur selten der Fall. Das Tier scheint alle Kräfte aufzubringen, um der nervenaufreibenden Situation zu entfliehen.

Doch nach kurzer Euphorie aufgrund zunehmender Bewegung des Buckelwals durch die Baggerschaufel schwindet die Hoffnung auf eine heutige Rettung allmählich wieder. Die Baggerarbeiten dauern dennoch an. Auch die eisigen Wassertemperaturen sind trotz Neoprenanzug vor allem für die Taucher nicht zu unterschätzen.

26. März, 19.54 Uhr: Bagger trotz Dunkelheit weiter am Werk

Seit mehreren Stunden sind die Rettungskräfte nun im Einsatz. Eigentlich erklärten Experten wie Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten am Nachmittag, dass der Baggereinsatz zum Beginn der Dämmerung aus Sicherheitsgründen gestoppt werden solle.

Trotz mittlerweile kompletter Dunkelheit sind die Bagger jedoch noch immer am Werk. Zu groß sei die Hoffnung, den Wal noch heute befreien zu können.

Selbst in der Dunkelheit gehen die Baggerarbeiten weiter.
Selbst in der Dunkelheit gehen die Baggerarbeiten weiter.  © NEWS5 / Sebastian Peters

26. März, 19.09 Uhr: Rettungsaktion dauert an, Wal bewegt sich

Obwohl die Dämmerung langsam einsetzt, läuft die Rettungsaktion weiter. Der Bagger hat den Wal sanft mit seiner Schaufel angestoßen.

Die Hoffnung auf eine Rettung wird größer, da sich der Wal dadurch etwas bewegt hat. Taucher Marc Lehmann befindet sich noch immer im Wasser direkt neben dem Tier.

26. März, 17.54 Uhr: Taucher gewinnt Vertrauen von Wal

Noch immer sind die Taucher beim Wal im Wasser, darunter Lehmann. "Mittlerweile vertraut mir der Wal", so der Meeresbiologe zur Deutschen Presse-Agentur. "Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt." Das erleichtere auch die Arbeit der Bagger in der Nähe des Tieres.

Zudem wirke der Wal motiviert, sich zu bewegen. "Einmal hat er gemerkt, 'Okay, hier wird's tiefer, ich hab' Bock, mal zu starten'", so Lehmann. Das stimme ihn hoffnungsvoller, als er zu Beginn gewesen sei, sagte der Taucher. "Weil er hat tatsächlich wirklich Bock und die Motivation ist da."

26. März, 17.10 Uhr: Greenpeace für mögliche erfolgreiche Rettung in den Startlöchern

An Tag vier der Rettung ist nun auch Greenpeace vor Ort. Doch warum erst jetzt?

"Wir halten uns bereit für den Fall, dass dieser letzte Rettungsversuch tatsächlich erfolgreich ist und wir dann mit Schlauchbooten, die auf dem Weg hier her sind, dafür Sorge tragen können, dass das Tier auch im Freiwasser bleiben kann und nicht wieder strandet", so Thilo Maack (58), Experte für Kriseneinsätze bei Greenpeace.

Generell wünsche sich die Organisation große Schutzgebiete ohne Fischerei, in denen Wale sicher sind. So sterben beispielsweise die heimischen Schweinswale zu Hunderten in den Stellnetzen, die nach wie vor großflächig aufgestellt werden, erklärt Maack im Gespräch mit TAG24.

So habe auch der gestrandete Buckelwal Netzkontakt gehabt. Auch der 58-Jährige hofft nun auf eine Rettung des Tiers. "Und wir hoffen, dazu beitragen zu können, dass der Wal danach nicht wieder strandet", so der Experte abschließend.

Thilo Maack (58), Experte für Kriseneinsätze bei Greenpeace, studierte Meeresbiologie in Bremen und Jordanien.
Thilo Maack (58), Experte für Kriseneinsätze bei Greenpeace, studierte Meeresbiologie in Bremen und Jordanien.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16.44 Uhr: Wasserschutzpolizei hält Schwimmer auf

Die Wasserschutzpolizei musste soeben einen Schwimmer im Wasser aufhalten. Dieser habe sich offenbar auf den Weg zum Wal gemacht.

Durch den Einsatz des Saugbaggers werde aktuell versucht, den Wal zum Schwimmen zu animieren.

26. März, 16.33 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther kündigt Unterstützung an

Ministerpräsident Daniel Günther möchte sich ein eigenes Bild der Situation verschaffen. Er spricht vor allem den Experten vor Ort ein großes Danke aus.

"Wenn der Wal hier rauskommt, sind wir bereit dazu, Hilfestellung zu leisten", so der Politiker. So möchte er unter anderem Boote zur Verfügung stellen, um den Wal möglicherweise wieder aus der Ostsee zu leiten. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass es am Ende gut ausgeht."

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärt: "Das Tier ist weiterhin ruhig und ist weiterhin in der gleichen Position." Wie es weitergehen wird? "Im Dunkeln werden keine Baggerarbeiten aus Sicherheitsgründen stattfinden", so Groß weiter. Sollte es keinen Erfolg geben, gehe es morgen weiter.

26. März, 16.25 Uhr: Taucher und Saugbagger sind wieder im Wasser

Nachdem Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann am Mittag von seinem ersten Tauchgang wieder an Land kam, sind nun wieder Taucher im Wasser.

Dabei handle es sich offenbar erneut um Lehmann und eine Begleitung. Auch der Saugbagger, der am Dienstag zunächst gescheitert ist, ist wieder im Einsatz.

Der Saugbagger ist wieder im Einsatz.
Der Saugbagger ist wieder im Einsatz.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16.11 Uhr: Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ist vor Ort

Neben Medienvertretern, Schaulustigen und Experten ist nun auch Daniel Günther (52,CDU), Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, eingetroffen. Dieser lässt sich gerade von Bürgermeister Partheil-Böhnke ins Bild setzen.

Auch eine Expertin vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) ist vor Ort.

Daniel Günther (52,CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, ist vor Ort eingetroffen.
Daniel Günther (52,CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, ist vor Ort eingetroffen.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 16 Uhr: Niendorferin kommt seit Montag jeden Tag zum Strand

Während die Baggerarbeiten am Strand andauern, haben sich ähnlich wie an den letzten Tagen auch einige Menschen ganz in der Nähe versammelt, um die Rettungsaktion mitzuverfolgen. Darunter auch Ute Beckmann (71) aus Niendorf.

"Ich komme seitdem jeden Tag zum Strand. Seit Montag", so die 71-Jährige im Gespräch mit TAG24. Gestrandet war der Wal in der Nacht zum Montag. "Also ich denke, dass man sich unheimlich viel Mühe gibt, den Wal zu befreien, und finde das wirklich bewundernswert. Das tut einem wirklich im Herzen weh, wenn man das Ganze sieht und hört", erklärt Beckmann weiter.

Wie die Niendorferin von dem gestrandeten Tier erfahren hat? "Durch Zufall". Sie sei am Timmendorfer Strand essen gewesen. Auf dem Rückweg nach Niendorf habe sie schließlich den Wal gehört und ihn daraufhin auch liegen sehen. Auch sie habe die Befürchtung, dass sich der Wal aus eigener Kraft nicht befreien könne.

Ute Beckmann (71) aus Niendorf kommt jeden Tag zum Strand, um die Rettungsaktion rund um den Wal zu beobachten.
Ute Beckmann (71) aus Niendorf kommt jeden Tag zum Strand, um die Rettungsaktion rund um den Wal zu beobachten.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 15.37 Uhr: Bagger ist noch immer am Werk

Aktuell gibt es keine große Veränderung vor Ort. Weiter schaufelt der Bagger Sand aus dem Wasser, um den gestrandeten Wal möglicherweise befreien zu können.

Immer wieder ist zu sehen, wie das Tier Wasser aus seinem Blasloch pustet.

Titelfoto: TAG24/Tobias Bruns

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