Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Tauchgang abgebrochen, Bagger soll bis in die Dämmerung am Werk sein

Niendorf - Der gestrandete Buckelwal sitzt weiterhin auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Die Retter wollen am Donnerstag im zweiten Anlauf einen Kanal für das Tier graben. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag soll ein größerer Bagger die Wende bringen.
Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag soll ein größerer Bagger die Wende bringen.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sind vor Ort und arbeiten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren.

Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Riskante Rettungsaktion in der Ostsee! Buckelwal erneut aufgetaucht
Ostsee Riskante Rettungsaktion in der Ostsee! Buckelwal erneut aufgetaucht

Bislang führte keine der ergriffenen Maßnahmen zum Erfolg - am Donnerstag sollen mehrere Bagger die Wende bringen.

26. März, 14.13 Uhr: Bagger-Experte erklärt das weitere Vorhaben

Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten, gesteht: "Eine Walrettung haben wir zum ersten Mal." Sein Mitarbeiter Tim ist aktuell derjenige, der den Bagger im Wasser steuert. Fingerspitzengefühl sei bei einer Maßnahme wie dieser wegen des schweren Geschirrs dabei das A und O.

"Er konzentriert sich in erster Linie auf seine Baggerschaufel, dass er dem Wal möglichst fernbleibt", so Wandhoff über seinen Kollegen nach Informationen von TAG24. Er sei mit der Schaufel bereits bis auf 10 cm am Wal gewesen und versuche weiter, das Tier nicht zu berühren. Eine falsche Bewegung würde schnell zu Verletzungen des Wals führen.

Wie lange die Baggerarbeiten am heutigen Donnerstag dauern werden? "Bis in die Dämmerung rein. Dann hören wir auf", gibt der Experte zu verstehen. Sollte der Einsatz heute nicht mehr erfolgreich sein, gehe es morgen, sobald es hell ist weiter.

Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten, erklärt das weitere Vorgehen für den heutigen Donnerstag.
Hannes Wandhoff, Spezialist für Baggerarbeiten, erklärt das weitere Vorgehen für den heutigen Donnerstag.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 14.05 Uhr: Expertin hofft auf Erfolg am heutigen Tage

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte nach Besprechung mit Lehmann, dass der Wal "sich motivieren" lasse. Deshalb werde mit den Maßnahmen fortgefahren.

Um die Arbeit für die Baggerfahrer zu erleichtern, sollen die genauen Maße der Rinne mithilfe von Bojen an der Wasseroberfläche visualisiert werden.

Der Zeitplan sei unklar, betonte Groß. Sie habe natürlich die Hoffnung, dass die Rettungsmission am heutigen Tag Erfolg haben werde.

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) klärte vor Ort über das weitere Vorgehen auf.
Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) klärte vor Ort über das weitere Vorgehen auf.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 13.41 Uhr: Bagger nehmen Arbeit wieder auf, Plan bleibt gleich

Während sich Lehmann nach seinem langen Tauchgang aufwärmt, haben die Bagger ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Ziel bleibt, den Wal mithilfe einer Rinne zurück in die Freiheit zu verhelfen.

Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann hüllte sich nach seinem langen Tauchgang in eine warme Decke.
Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann hüllte sich nach seinem langen Tauchgang in eine warme Decke.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 13.29 Uhr: Lehmann und zweiter Taucher wieder an Land

Nachdem zwischenzeitlich noch ein zweiter Taucher aus Lehmanns Team mit im Wasser war, sind beide nun aus dem Wasser raus. Der Wal hat sich zwar ein wenig gedreht, von der Stelle bewegt hat er sich aber nicht.

Offenbar wird nun beraten, ob man zur eigentlichen Idee mit dem Kanal und den Baggern (ohne Lehmann im Wasser) zurückkehrt.

26. März, 13.07 Uhr: Wal scheint sich freischwimmen zu wollen

Es wirkt fast so, als wolle sich der Wal befreien: Zwar gibt er immer wieder gestresste Laute von sich, angeleitet von Lehmann scheint er sich aber freischwimmen zu wollen.

Erfolg hatte dieses Vorhaben bisher aber nicht. Lehmann ist weiterhin im Wasser, der Bagger wird währenddessen in eine andere Position gebracht.

Als wäre das noch nicht genug, ging irgendwo in Strandnähe auch noch ein Feueralarm los. Die anwesende Feuerwehr musste aber nicht tätig werden.

26. März, 12.54 Uhr: Schaufel nur wenige Meter vom Wal entfernt

Lehmann scheint dem Wal mit Gesten den Weg in die Freiheit zeigen zu wollen, bisher hat sich der Koloss aber noch nicht von der Stelle bewegt.

Die Baggerarbeiten laufen währenddessen weiter, die Schaufel geht immer wieder nur wenige Meter vom Tier entfernt ins Wasser.

Die Baggerarbeiten laufen währenddessen weiter, die Schaufel geht immer wieder nur wenige Zentimeter vom Tier entfernt ins Wasser.
Die Baggerarbeiten laufen währenddessen weiter, die Schaufel geht immer wieder nur wenige Zentimeter vom Tier entfernt ins Wasser.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 12.23 Uhr: Meeresbiologe weist Bagger im Wasser an

YouTuber Lehmann ist direkt neben dem Wal im Wasser und weist die Bagger an, bis auf wenige Meter an das Tier heranzukommen.

Das Tier quittiert den Annäherungsversuch mit deutlich hörbaren Lauten.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (r.) ist erneut ins Wasser gegangen, um den Bagger anzuweisen. Das Tier hatte sich zuvor merklich gedreht.
Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (r.) ist erneut ins Wasser gegangen, um den Bagger anzuweisen. Das Tier hatte sich zuvor merklich gedreht.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 12.07 Uhr: Robert Marc Lehmann taucht erneut zum Wal

Die Baggerarbeiten haben den Wal offenbar in Aufruhr versetzt. Er hat sich im Wasser etwas gedreht.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann geht erneut ins Wasser, um das Tier zu inspizieren.

26. März, 11.54 Uhr: Medieninteresse am gestrandeten Wal ist riesig

Das Interesse am Schicksal des gestrandeten Wals ist weiterhin groß.

Neben zahlreichen Pressevertretern und Medienteams haben sich auch rund 200 Schaulustige am Strand eingefunden. Sie hoffen allesamt auf ein Happy End.

26. März, 11.26 Uhr: Baggerarbeiten dauern möglicherweise bis morgen

Die Baggerarbeiten laufen auf Hochtouren, mit einer schnellen Veränderung der Situation kann aber nicht gerechnet werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die Maßnahmen sich über mehrere Stunden hinziehen werden - womöglich sogar bis morgen.

Die Baggerarbeiten laufen auf Hochtouren und dürften sich über mehrere Stunden hinziehen.
Die Baggerarbeiten laufen auf Hochtouren und dürften sich über mehrere Stunden hinziehen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

26. März, 10.46 Uhr: Gestrandeter Wal liegt auf "einer Art Rampe"

Wie Meeresbiologe Lehmann nach seinem Tauchgang erklärte, liegt der Wal auf "einer Art Rampe". Sein Schwanz sei im tieferen Wasser, während der Kopf im absoluten Flachwasser liege.

Während des Tauchgangs konnte man beobachten, dass das Wasser im vorderen Bereich des Tieres dem YouTuber nur bis zur Hüfte ging.

Während des Tauchgangs wurde deutlich, dass der Kopf des Wals im absoluten Flachwasser liegt. Das Wasser ging Lehman dort nur bis zur Hüfte.
Während des Tauchgangs wurde deutlich, dass der Kopf des Wals im absoluten Flachwasser liegt. Das Wasser ging Lehman dort nur bis zur Hüfte.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 10.22 Uhr: Bundeswehr wird bei Rettungsaktion nicht helfen

Vor Ort hatte es am Morgen Überlegungen gegeben, die Bundeswehr zur Unterstützung der Maßnahmen anzufordern.

Wie ein Sprecher des Landeskommandos Schleswig-Holstein gegenüber TAG24 am Vormittag erklärte, sei der dafür notwendige Amtshilfeantrag jedoch nicht gestellt worden.

Der Sprecher teilte zudem mit, dass die Bundeswehr auch nicht die geeigneten Fahrzeuge und Gerätschaften habe und zivile Unternehmen besser für unterstützende Maßnahmen geeignet seien.

Titelfoto: TAG24/Tobias Bruns

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