Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: YouTuber taucht zum Wal

Niendorf - Der gestrandete Buckelwal sitzt weiterhin auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) fest. Die Retter wollen am Donnerstag im zweiten Anlauf einen Kanal für das Tier graben. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag soll ein größerer Saugbagger die Wende bringen.
Alle Rettungsversuche scheiterten bislang. Am Donnerstag soll ein größerer Saugbagger die Wende bringen.  © Sea Shepherd

In der Nacht zu Montag war der Buckelwal wenige Meter vom Strand entfernt gestrandet. Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sind vor Ort und arbeiten gemeinsam mit der Feuerwehr an einer Lösung.

Am Montag hatten Retter immer wieder versucht, das Tier von einem Schlauchboot aus zum Schwimmen zu animieren.

Schiffe der Küstenwache fuhren an der Küste auf und ab, um künstlich Wellen zu erschaffen.

Notfall auf der Ostsee! Seenotretter helfen schwer erkranktem Seemann
Ostsee Notfall auf der Ostsee! Seenotretter helfen schwer erkranktem Seemann

Bislang führte keine der ergriffenen Maßnahmen zum Erfolg - am Donnerstag soll ein eigens angeforderter Saugbagger die Wende bringen.

26. März, 7.51 Uhr: Schrecksekunde vor Beginn der Rettungsaktion

Vor dem Beginn der Rettungsaktion kam es zu einer kleinen Schrecksekunde: Der Trecker, der vermutlich den aufgebaggerten Sand wegbringen soll, war samt Anhänger zu nah ans Wasser gefahren und stecken geblieben.

Glücklicherweise konnte der Trecker vom Schaufelbagger wieder auf festen Grund gezogen werden.

Der Trecker fuhr samt Anhänger zu nah ans Wasser und blieb stecken. Der Schaufelbagger musste ihn rausziehen.
Der Trecker fuhr samt Anhänger zu nah ans Wasser und blieb stecken. Der Schaufelbagger musste ihn rausziehen.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 7.42 Uhr: Robert Marc Lehmann taucht zum Wal

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann will sich ein ganz genaues Bild der Lage machen. Der YouTuber macht sich derzeit bereit für einen Tauchgang.

Wie Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke erklärte, wolle Lehmann so den Zustand des Wals überprüfen. Quasi zeitgleich sollen die ersten Baggerarbeiten beginnen.

Der Politiker, der laut eigener Aussage sogar eine Interview-Anfrage von der "New York Times" bekommen habe, verdeutlichte, dass die Stimmung unter den Beteiligten angespannt sei. Alle hofften auf einen positiven Ausgang.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann will zum Wal tauchen, um dessen Zustand zu überprüfen.
Meeresbiologe Robert Marc Lehmann will zum Wal tauchen, um dessen Zustand zu überprüfen.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 7.11 Uhr: Rettungsaktion dürfte in Kürze beginnen

Die Einsatzbesprechung ist beendet.

In Kürze dürfte die Rettungsaktion beginnen.

Die Einsatzbesprechung vor Ort ist beendet, die Rettungsaktion dürfte in Kürze beginnen.
Die Einsatzbesprechung vor Ort ist beendet, die Rettungsaktion dürfte in Kürze beginnen.  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 7.02 Uhr: Anwohner sollen Begleitboote zu Wasser lassen

Unser TAG24-Reporter berichtet von vier Anwohnern, die von Meeresbiologe und YouTuber Lehmann angeheuert worden seien. Sie sollen ihre privaten Boote als Begleitboote für den Wal zu Wasser lassen, um ihm nach der Befreiung den richtigen Weg zu weisen.

Unter ihnen soll auch die Frau sein, die den Wal entdeckt und die Polizei alarmiert hat.

26. März, 6.38 Uhr: Medieninteresse am gestrandeten Wal ist riesig

Das Medieninteresse vor Ort ist riesig. Unter anderem sind Kamerateams aus Russland und aus Italien anwesend, um über den gestrandeten Wal und die Rettungsversuche zu berichten.

Schaulustige sind zu so früher Stunde hingegen noch nicht am Strand unterwegs.

Der Schwinmbagger steht am Wasser, daneben ein Schaufelbagger. Auch eine Planierraupe und ein weiterer Bagger stehen bereit
Der Schwinmbagger steht am Wasser, daneben ein Schaufelbagger. Auch eine Planierraupe und ein weiterer Bagger stehen bereit  © TAG24/Tobias Bruns

26. März, 6.29 Uhr: Vorbereitungen für Baggereinsatz laufen

Laut unseres TAG24-Reporters herrscht bereits reges Treiben vor Ort - die Vorbereitungen für den Baggereinsatz laufen. Derzeit halten die Beteiligten vor Ort eine Einsatzbesprechung ab.

Unter ihnen ist auch Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann.

Der Wal ist weiterhin zu hören, allerdings deutlich leiser als in den vergangenen Tagen.

Die Experten und Einsatzkräfte halten vor Ort eine Lagebesprechung ab.
Die Experten und Einsatzkräfte halten vor Ort eine Lagebesprechung ab.  © TAG24/Tobias Bruns

25. März, 19.20 Uhr: Baggereinsatz im Wasser soll offenbar erst am Donnerstag stattfinden

Bislang konnte der Schaufelbagger noch immer nicht im Wasser eingesetzt werden. Gegen 18.30 Uhr sei dieser noch immer erst einmal zusammengebaut worden, so Carsten Manheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd auf Nachfrage von TAG24. "Ich nehme nicht an, dass er heute noch ins Wasser kommt", erklärt der Experte weiter.

Vermutlich werde das Gerät nach dem Zusammenbauen heute nur noch hinter eine Absperrung gefahren. "Und dann wird es morgen losgehen". Wann genau der Bagger am Donnerstag eingesetzt wird, sei nach Angaben von Manheimer jedoch noch nicht ganz klar.

Von 5.30 Uhr war die Rede. Andere hätten offenbar von 8 Uhr gesprochen. Abgesehen davon werde der Baggereinsatz ohnehin offenbar mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Schließlich sei der geplante Kanal, der zur Rettung des Wals gegraben werden soll, sehr lang.

25. März, 17.40 Uhr: Bagger für die mögliche Rettung angekommen

Der Schaufelbagger ist da! Er soll dabei helfen, das Tier endlich zu befreien. Nach Angaben des Baggerfahrers Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff könnte der Ablauf nun wie folgt sein: Am heutigen Mittwoch solle wie zuvor bereits angekündigt, zunächst geübt werden.

Die eigentliche Rettungsaktion solle dann am frühen Donnerstagmorgen beginnen. Außerdem werde im Laufe des morgigen Vormittags noch ein zweiter Bagger geliefert. Dieser sei dann direkt einsatzbereit. So könne von Wasser- und Landseite gebaggert werden.

Mit den Baggern soll eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne gegraben werden, erklärte Löhndorf der dpa weiter. Besonders herausfordernd seien dabei jedoch Wind und Strömung. Bei dem Fahrzeug, das heute geliefert wurde, handle es sich um einen schwimmfähigen Schaufelbagger.

Der Schaufelbagger, der am Mittwoch geliefert wurde, könne wie ein Amphibienfahrzeug auf dem Land und im Wasser eingesetzt werden. Zusätzlich werden Pontons zur Stabilisierung eingesetzt.
Der Schaufelbagger, der am Mittwoch geliefert wurde, könne wie ein Amphibienfahrzeug auf dem Land und im Wasser eingesetzt werden. Zusätzlich werden Pontons zur Stabilisierung eingesetzt.  © Marcus Brandt/dpa

25. März, 17.10 Uhr: Weiterer Experte zeigt sich wenig optimistisch

Auch Carsten Manheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat sich gegenüber TAG24 verhalten zu den Überlebenschancen des Wals geäußert.

Dass das Tier den langen Weg zurück in den Atlantik angesichts seines Gesundheitszustandes finden und bewältigen könne, sei faktisch sehr unwahrscheinlich. Demnach sei der Wal selbst bei einem Erfolg der Saugbagger-Aktion "noch lange nicht gerettet".

Gleichzeitig betonte Manheimer, dass ein Rettungsversuch absolut sinnvoll sei, solange es der Zustand des Tieres laut den Experten vor Ort noch erlaube.

25. März, 16.27 Uhr: Robert Marc Lehmann glaubt nicht an Rettung

Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann, der laut eigener Aussage mittlerweile Teil des Expertenkomitees zur Rettung des gestrandeten Wals ist, hat auf Instagram über die geringen Erfolgschancen des Vorhabens gesprochen.

Demnach bedeute eine erfolgreiche Durchführung der geplanten Bagger-Aktion nicht, dass das Tier automatisch gerettet sei. Das sei erst der Fall, wenn der Buckelwal wieder bei guter Gesundheit zurück im Atlantik sei. "Die Chance darauf geht gegen null", verdeutlichte Lehmann.

Es sei viel wahrscheinlicher, dass das geschwächte Tier an einer anderen Stelle erneut strande, so der Meeresbiologe. Dennoch sei es richtig, einen Rettungsversuch zu unternehmen, unterstrich Lehmann, der sich zunächst noch dafür ausgesprochen hatte, das Tier in Ruhe sterben zu lassen.

Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann hat sich via Instagram zu den geringen Erfolgsaussichten der geplanten Rettung geäußert.
Meeresbiologe und YouTuber Robert Marc Lehmann hat sich via Instagram zu den geringen Erfolgsaussichten der geplanten Rettung geäußert.  © IMAGO / Beautiful Sports

25. März, 15.29 Uhr: Zustand des gestrandeten Wals unverändert

Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat sich zum Zustand des Wals geäußert - dieser sei unverändert.

Das Tier atme und bewege den Kopf regelmäßig, liege ansonsten aber ruhig im Wasser, betonte die Expertin gegenüber NEWS5.

Zur geplanten Bagger-Aktion sagte Groß, dass das Ziel sei, "drei, vier Meter auszubaggern", um dem Wal so zu ermöglichen, in tieferes Wasser zu gelangen.

Der Zustand des gestrandeten Wals ist laut Dr. Stephanie Groß vom ITAW am Mittwoch unverändert.
Der Zustand des gestrandeten Wals ist laut Dr. Stephanie Groß vom ITAW am Mittwoch unverändert.  © NEWS5 / René Schröder

25. März, 15.10 Uhr: Probelauf mit Bagger am Mittwoch geplant

Wie Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke erklärte, soll der große Bagger gegen 15.30 Uhr vor Ort eintreffen. Anschließend müsse er noch vorbereitet werden, was circa zwei Stunden dauern werde. Anschließend sei ein Probelauf geplant.

Am morgigen Donnerstag soll dann der richtige Versuch unternommen werden, dem Wal mithilfe eines Kanals zur Freiheit zu verhelfen. Dabei soll dann auch noch ein weiterer, dritter Bagger zum Einsatz kommen.

Die Hoffnung sei groß, dass die Maßnahmen funktionierten und der Wal es annehme, so Partheil-Böhnke. "Einen Plan B haben wir nicht", verdeutlichte der Politiker. Sollte der Versuch scheitern, müssten weitere Möglichkeiten ausgelotet werden.

Titelfoto: Fotomontage: TAG24/Tobias Bruns, Sea Shepherd

Mehr zum Thema Ostsee: