Sturmtief "Elli" friert uns ein: Viel Schnee und gefährliche Glätte

Deutschland - Eine turbulente Wetterlage steht Deutschland bevor. Das Sturmtief "Elli" hat Mitteldeutschland erreicht und sorgt insbesondere in Thüringen bereits für kräftige Schneefälle. Im Norden wird es windig.

Große Teile Deutschlands stellen sich auf Schnee, Sturm, Frost und Glätte ein.
Große Teile Deutschlands stellen sich auf Schnee, Sturm, Frost und Glätte ein.  © Bildmontage/Screenshot/Deutscher Wetterdienst, Matthias Bein/dpa

Auch in Sachsen und in Sachsen-Anhalt wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes schon am Vormittag mit viel Schnee gerechnet.

Unwetterartige Schneeverwehungen werden demnach eher im Norden Sachsen-Anhalts sowie im Oberharz erwartet. Die Höchsttemperaturen liegen tagsüber um die null Grad mit Minusgraden vor allem im Norden Sachsen-Anhalts.

Im Rest der Region sei es eher die Menge an Schnee, die zu Einschränkungen führen könne. Mit bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sei in einigen Gebieten zu rechnen. Im Osten Sachsens bleibe es den Angaben nach am längsten ruhig: Dort werde der Schneefall erst gegen Mittag oder Nachmittag einsetzen, zudem in deutlich geringeren Mengen.

Strenger Frost und Glätte: So kalt wird das Winter-Wochenende in Sachsen
Wetter Deutschland Strenger Frost und Glätte: So kalt wird das Winter-Wochenende in Sachsen

Im Norden von Deutschland muss hingegen mit heftigem Sturm gerechnet werden.

TAG24 berichtet im Liveticker über die aktuelle Lage.

9. Januar, 8.34 Uhr: Schnee im Norden - Polizei gibt Tipps für Autofahrer

In den kommenden Stunden ist mit starkem Schneefall in Niedersachsen und Bremen zu rechnen. Was zwar für einige schön aussieht, bringt auch Gefahren mit sich. Die Polizei Goslar gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei dem Winterwetter.

Autofahrer sollten besonders vorsichtig unterwegs sein und Fahrten auf ein absolutes Minimum reduzieren, hieß es von den Beamten. Wer dennoch unterwegs sei, solle zwingend an Winterausrüstung wie Winterreifen, Eiskratzer, Schneebesen oder auch Decken denken.

"Die Straßenverhältnisse können sich sehr schnell verschlechtern", warnt die Polizei. Es sei unter anderem mit massiven Schneeverwehungen sowie Sturm zu rechnen. Wälder sollten nicht betreten werden.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei am frühen Morgen im dichten Schneefall.
Ein Einsatzfahrzeug der Polizei am frühen Morgen im dichten Schneefall.  © Moritz Frankenberg/dpa

9. Januar, 8.30 Uhr: Wie der Wetterdienst die Lage für den Norden einschätzt

Das Sturmtief "Elli" nimmt in und um Hamburg sowie in großen Teilen Schleswig-Holsteins und im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns langsam Fahrt auf. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis zum Mittag allerdings etwa fünf Zentimeter weniger Neuschnee als zunächst angenommen.

"Für Hamburg und Schleswig-Holstein sehen wir derzeit fünf bis zehn Zentimeter bis heute Nachmittag", sagte DWD-Meteorologe David Menzel der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Der meiste Schnee werde dabei am Vormittag fallen. "Er hält danach noch weiter an, wird aber nicht mehr ganz stark ausfallen. Gegen Mittag wird es mit dem Schneefall schon wieder runter gehen."

9. Januar, 7.54 Uhr: Glätte-Unfälle in Niedersachsen

In der Nacht zum Freitag ist es in Niedersachsen zu mehreren Unfällen durch Glätte gekommen.

Bislang lasse das Sturmtief "Elli" zwar noch auf sich warten, hieß es von der Polizei. Dennoch seien in der Nacht bereits einige Autos ins Rutschen gekommen.

Im Bereich Osnabrück verursachten die glatten Straßen demnach neun Unfälle, bei drei davon wurden die Beteiligten leicht und in zwei Fällen schwer verletzt.

Eine Frau und ein Kind gehen am frühen Morgen im Schneegestöber durch verschneite Straßen.
Eine Frau und ein Kind gehen am frühen Morgen im Schneegestöber durch verschneite Straßen.  © Matthias Bein/dpa

9. Januar, 6.55 Uhr: Sturmtief bringt viel Schnee und starken Wind

Das Sturmtief "Elli" verschärft das Winterwetter in Niedersachsen und Bremen.

Seit dem frühen Morgen gibt es an der Küste Windböen und stürmische Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 65 Kilometern pro Stunde, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Im Tagesverlauf werden an der Nordseeküste heftigere Sturmböen erwartet. Auf den Inseln bestehe die Gefahr einzelner orkanartiger Böen mit Geschwindigkeiten bis 110 Kilometern pro Stunde, hieß es.

Auch im niedersächsischen Binnenland ist es seit der Nacht ungemütlicher und windiger geworden, auch dort kommt es zu stürmischen Böen. Vielerorts schneit es.

Eine Straßenbahn hält am frühen Morgen im dichten Schneefall an einer Haltestelle im Zentrum von Hannover.
Eine Straßenbahn hält am frühen Morgen im dichten Schneefall an einer Haltestelle im Zentrum von Hannover.  © Moritz Frankenberg/dpa

8. Januar, 22.30 Uhr: Parks und Schlösser in Brandenburg und Berlin schließen

Die Parkanlagen und Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bleiben am Freitag vorsorglich geschlossen.

Grund sei Sturmtief "Elli" und die damit einhergehende Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes, wie die Stiftung am Abend mitteilte. Die vorhergesagte Schneelast erhöht demnach die Gefahr von Astbruch.

Auch Einschränkungen auf den Wegen und Straßen seien wahrscheinlich.

8. Januar, 20.11 Uhr: Busverkehr in Oldenburg wird Freitagfrüh eingestellt

Angesichts der Warnung vor starkem Schneefall wird der Busverkehr in Oldenburg am frühen Freitagmorgen eingestellt.

Aus sicherheitsrelevanten Gründen werde der Verkehr aller Buslinien ruhen, teilte die VWG mit. Das gelte bis auf weiteres.

8. Januar, 19.58 Uhr: Einschränkungen im Nahverkehr im Vogtland

Wegen der winterlichen Temperaturen kommt es im Bus- und Bahnverkehr im Vogtland zu Einschränkungen. "Um ungeplante Zugausfälle zu vermeiden, führt die Vogtlandbahn bis auf weiteres einen betriebsbedingten Winterfahrplan ein", teilte die Länderbahn mit. Die der eingesetzten Triebwagen seien bei frostigen Temperaturen anfälliger für Störungen, hieß es.

Alle Regionalbahnen der Linie 5, die zwischen Mehlteuer/Plauen und Falkenstein fahren, entfielen ab Freitag (9. Januar) bis auf weiteres, hieß es. Die Bahnen würden durch Busse ersetzt. Auf der Linie 2 werde ab Montag (12. Januar) nach dem Wochenendfahrplan gefahren. Davon ausgenommen seien die Schülerzüge, hieß es. Ausgefallene Züge würden auch hier durch Busse ersetzt. Die Fahrzeiten verlängerten sich auf beiden Linien jeweils um eine Viertelstunde.

Die Vogtlandbahn muss am Freitag umdenken.
Die Vogtlandbahn muss am Freitag umdenken.  © Hendrik Schmidt/dpa

8. Januar, 19.05 Uhr: Lawinengefahr in Bayern steigt

Noch ist die Lawinengefahr vielerorts gering - doch das könnte sich schnell ändern: Noch in der Nacht werden laut bayerischem Lawinenwarndienst bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet, in Hochlagen der Allgäuer Alpen auch bis 15 Zentimeter.

Hinzu kommt starker Wind, teils mit Orkanböen bis 120 Stundenkilometern. Windverfrachtungen lassen dort, wo der Schnee liegen bleibt, die Lawinengefahr steigen.

8. Januar, 17.31 Uhr: Schulen in Teilen Schleswig-Holsteins Freitag geschlossen

Wegen des erwarteten Sturmtiefs "Elli" bleiben die Schulen in Teilen Schleswig-Holsteins am Freitag geschlossen.

Das betrifft allgemein- und berufsbildende Schulen in den Kreisen Dithmarschen, Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Steinburg und Stormarn, wie das Bildungsministerium mitteilte. Landesweit findet an den Förderzentren kein Unterricht statt.

8. Januar, 17.10 Uhr: Schnee legt mancherorts die Müllabfuhr lahm

Wegen des Schnees werden gegenwärtig viele Mülltonnen gerade in höheren Lagen in Hessen nicht geleert.

"Die können dann mehrere Tage am Straßenrand stehen", sagte Peter Hohenstatt vom Entsorgungsunternehmen Knettenbrech + Gurdulic in Wiesbaden. In Dörfern etwa weiter oben im Taunus würden heute Seiten- und Nebenstraßen oft nicht mehr geräumt. Die Fahrer wägten dann das Risiko ab. "Wir versuchen später nachzufahren, wenn es das Wetter erlaubt", fügte Hohenstatt hinzu. "Alle ein, zwei Tage fahren die Jungs wieder hin und gucken, ob die Abfuhr wieder geht."

Auch die Abfallentsorgung im Landkreis Kassel steht nach Angaben der Kreisverwaltung wegen des Winterwetters vor großen Herausforderungen. "Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie gefährlich die winterlichen Bedingungen sind: Vier Mülllader erlitten bei der Leerung von Abfallbehältern auf glatten Wegen Knochenbrüche und Prellungen", teilte der Landkreis mit.

Aufgrund des Schneefalls bleiben in Hessen mancherorts die Mülltonnen stehen. (Archivbild)
Aufgrund des Schneefalls bleiben in Hessen mancherorts die Mülltonnen stehen. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

8. Januar, 16.51 Uhr: Kein Präsenzunterricht an mehreren Schulen in Bayern

Wegen Glättegefahr entfällt an mehreren Schulen in der Oberpfalz am Freitag der Präsenzunterricht.

Betroffen seien alle Schulen in den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz und Neustadt an der Waldnaab sowie in Weiden in der Oberpfalz, hieß es in kurzen Mitteilungen auf einem Meldeportal des bayerischen Kultusministeriums. Als Grund wurde die "akute Glatteisgefahr" genannt.

In den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land werde der Unterricht in den Schulen trotz einer Unwetter-Vorabinformation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht flächendeckend entfallen, teilten die Landratsämter mit. Hinsichtlich der genauen Entwicklung beim Wetter gebe es laut DWD "noch Unsicherheiten", hieß es in der gemeinsamen Mitteilung. Die zuständige Koordinierungsgruppe habe "daher entschieden, den Schulunterricht am morgigen Freitag stattfinden zu lassen".

Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa

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