Von "Brückenleuchten" abgelenkt? Mann bei Unfall auf A20 schwer verletzt
Dersekow (Vorpommern-Greifswald) - Fatale Ablenkung: Am Donnerstagabend ist ein Mann bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern schwer verletzt worden.
Der 62-Jährige wurde in seinem Daihatsu eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Anschließend wurde er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte.
Nach ersten Erkenntnissen soll der Daihatsu-Fahrer durch eine angemeldete Demonstration auf Höhe der Brücke bei Alt Pansow/Dersekow abgelenkt worden sein.
Dadurch habe er seinen Wagen gegen 19 Uhr stark abgebremst, was dazu führte, dass ihm ein VW-Transporter ins Heck krachte, da der Fahrer nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Der 64-Jährige und seine drei Insassen blieben unverletzt.
Zudem wurde ein Tesla mit einer vierköpfigen Familie an Bord von umherfliegenden Trümmerteilen getroffen. Auch hier blieben alle Insassen unverletzt.
Während der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen sowie zur Unfallaufnahme musste die A20 in Fahrrichtung Stettin an der Unfallstelle zeitweise komplett gesperrt werden. Die Polizei schätzte den entstandenen Sachschaden auf rund 15.000 Euro.
Unfall auf A20 nicht erster Zwischenfall, der mit "Brückenleuchten" in Verbindung gebracht wird
Bei der angemeldeten Demonstration soll es sich um das sogenannte "Brückenleuchten" gehandelt haben. Dabei postieren sich seit mehr als einem Jahr immer wieder Menschen an Autobahnbrücken und schwenken Deutschlandfahnen.
Zudem leuchten die Demonstranten die jeweilige Brücke bei diesen bundesweiten Protestkundgebungen aus. Mit den Aktionen wird gegen die aktuelle politische Entwicklung in Deutschland protestiert. Demos dieser Art sind jedoch umstritten.
Im vergangenen Oktober war eine Dänin bei einem Unfall auf der A7 ums Leben gekommen - direkt hinter einer Brücke bei Bollingstedt, auf der eine ähnliche Kundgebung abgehalten wurde.
Die Polizei prüfte daraufhin, ob es einen Zusammenhang zwischen der Demonstration und dem tödlichen Unfall gab. Auch im vorliegenden Fall hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.
Titelfoto: IMAGO / Bihlmayerfotografie

