Schwanzwedeln beim Hund: Was es wirklich bedeutet

Was Schwanzwedeln beim Hund bedeutet, ist klar: Er freut sich. Oder nicht? Tatsächlich bedeutet das nicht immer etwas Positives. Der Hunde-Ratgeber erklärt, worauf man achten sollte.

Schwanzwedeln wird bei Hunden oft falsch interpretiert.
Schwanzwedeln wird bei Hunden oft falsch interpretiert.  © 123RF/jomillington

Die Körpersprache von Menschen und Hunden unterscheidet sich viel stärker, als viele denken. Das kann zu Missverständnissen führen – beispielsweise beim Thema Schwanzwedeln.

Bei der Beurteilung des Gemütszustands des Tieres sollte man viele Komponenten miteinbeziehen, also nicht nur das Wedeln selbst, sondern auch die Situation, die Umgebung etc. (Sind Artgenossen in der Nähe? Ist es eine ungewohnte Situation?) Darüber hinaus verraten die Höhe der Rute sowie sogar die Wedelrichtung einiges über die Emotionen und Ziele des Hundes.

Kommt man von der Arbeit nach Hause und der Hund springt einem schwanzwedelnd entgegen, ist der Hund in vielen Fällen freudig erregt. Damit zusammenhängend kann aber auch eine "Anklage" gegenüber Herrchen oder Frauchen stehen, die Enttäuschung darüber ausdrückt, dass der Hund nicht mitgenommen wurde und alleingelassen wurde.

Ist der Hund bei der Begrüßung besonders hektisch, zeigt es auch, dass er sehr unglücklich über die Zeit allein zu Hause war, als dass er sich nur wahnsinnig über die Rückkehr freut.

Schwanzwedeln beim Hund: Arten und Bedeutungen

Martin Rütter erklärt in "Top 10 Hunde-Irrtümer", dass Schwanzwedeln grundsätzlich erst mal ein "Ausdruck von Erregung" ist, das heißt, es kann ein Zeichen von Freude sein, ist es aber häufig nicht. Vielmehr kann es auch auf folgende Gemütszustände hindeuten:

  • Nervosität
  • Anspannung
  • Aggression
  • sexuelle Erregung
  • Appetit

Wenn er auf einen unbekannten Artgenossen trifft und mit dem Schwanz wedelt, kann es also auch ein Zeichen für Aggressionen sein.

agila.de berichtet in "Was bedeutet Schwanzwedeln beim Hund?" sogar, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Schwenkrichtung nach links oder rechts eine Bedeutung habe: Wedelt der Hund nach rechts, ist er eher positiv gestimmt. Ein nach links gerichtetes Schwanzwedeln hingegen drückt eher negative Emotionen aus, beispielsweise leichte Angst, während der Hund mit dem Schwanzwedeln einen stärkeren Artgenossen beschwichtigen möchte.

Die Rute ist hoch oben und wedelt: Die Hunde sind leicht angespannt, aber kommunizieren offen miteinander und möchten sich gegenseitig imponieren.
Die Rute ist hoch oben und wedelt: Die Hunde sind leicht angespannt, aber kommunizieren offen miteinander und möchten sich gegenseitig imponieren.  © 123RF/svineyard

Auch die Höhe des Schwanzes beim Wedeln ist aussagekräftig

Ebenso wie die Richtung etwas aussagt, sollte man auch die Höhe des Schwanzes betrachten. Martin Rütter erklärt, eine eher tief angesetzte, entspannt hängende Rute, die leicht mit der Schwanzspitze wedelt, deute auf freundliches, beschwichtigendes Verhalten hin. Tief eingezogen, das ist den meisten bekannt, zeigt der Schwanz an, dass der Hund unsicher oder sogar verängstigt ist. Dieses Verhalten hat einen interessanten Hintergrund:

Wenn der Hund den Schwanz tief einzieht, verdeckt er seine Analdrüsen und möchte somit folglich nicht, dass sein Duft verströmt wird. TAG24 berichtete bereits über ein ähnliches Thema:

Hält der Vierbeiner die Rute hoch und wedelt, möchte er seinen Duft verteilen. Dieses Verhalten kann man als Imponier-Gehabe deuten, so Rütter.

Die Körpersprache von Hunden zu verstehen ist gar nicht so leicht und wird von vielen Hundebesitzern zu Unrecht sehr vermenschlicht. Man sollte sich also gut über die verschiedenen Zeichen der Kommunikation der Tiere informieren.

Damit verbessert man nicht nur den Umgang mit dem Vierbeiner, sondern sorgt auch dafür, dass es dem Hund emotional gut geht.

Titelfoto: 123RF/jomillington

Mehr zum Thema Hunde Ratgeber: