5 erstaunliche Gründe, warum Katzen kein Wasser mögen

Sie sind kleine Entdecker und lieben es, mutig die Welt zu erkunden. Aber warum mögen Katzen kein Wasser? 5 mögliche Gründe.

Katzen benötigen in der Regel kein Wasser, um sich sauber zu halten.
Katzen benötigen in der Regel kein Wasser, um sich sauber zu halten.  © 123RF / nykolinium

Katzen lieben es, jede kleinste Ecke zu erforschen. Orte mit Wasser lassen die meisten Stubentiger allerdings gekonnt aus.

Obwohl es auch mutige Katzenrassen wie die Maine Coon, die Bengalkatze oder die Norwegische Waldkatze gibt, sind für die meisten Katzen schon nasse Pfötchen das höchste der Gefühle.

Ebenso kann man häufig beobachten, dass mit zunehmendem Alter der Samtpfoten auch die Scheu vor dem kühlen Nass tendenziell steigt.

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Was bei den reinlichen Tieren allerdings erst mal nach einer komischen Eigenart klingt, hat durchaus seinen berechtigten Zweck.

Warum Katzen kein Wasser mögen und es lieber trinken, anstatt darin zu baden, erfährst Du bei TAG24.

Noch mehr Infos über die süßen Fellnasen gibt's übrigens im Katzenratgeber.

Das Wichtigste für Schnellleser:

  • Nicht jede Katze scheut Wasser. Z. B. spielen Rasse und Erfahrung mit Wasser eine Rolle.
  • Es liegt in der Natur von Katzen, Wasser nur zum Trinken aufzusuchen.
  • Katzenfell verliert seine Schutzfunktionen, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt.
  • Nasses Katzenfell ist schwerer als trockenes. Das birgt Gefahren im Wasser.
  • Unter Wasserkontakt leiden Kommunikation mit Artgenossen, Orientierung und die persönliche Duftnote einer Katze.

Warum sind Katzen wasserscheu? 5 Gründe

Wie sehr sich eine Katze vor Wasser scheut, lässt sich nur schwer beurteilen und ist von Tier zu Tier ganz unterschiedlich. Zum Beispiel ist dieser Kater alles andere als wasserscheu.

Die Gründe für die Angst vor Wasser sind dabei breit gefächert.

1. Historie der Samtpfoten

Wasser wurde von Katzen schon früher nur zum Trinken benötigt.
Wasser wurde von Katzen schon früher nur zum Trinken benötigt.  © 123rf / Realityimages

Geht man in der Geschichte der Stubentiger zurück, so hatten bereits ihre Vorfahren während ihrer Anfänge nur mäßig Kontakt mit Wasser, weil sich ihr Lebensraum in trockenen Wüstenregionen befand. Sie gingen daher nur an Ränder von Wasserstellen, um zu trinken.

Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den im Regenwald lebenden Tigern, benötigten sie daher nicht die Fähigkeit zu schwimmen. Es ist also bereits in den Wurzeln der Samtpfoten verankert, lieber trocken zu bleiben.

2. Verlust der Schutzfunktion des Katzenfells

Das Fell ist ein wichtiger Bestandteil einer Katze. So schützt es sie beispielsweise vor Kälte und hält sie warm. Kommt das Fell mit einer größeren Menge Wasser in Berührung, kann das Fell den Körper weder vor Kälte isolieren, noch anderweitig temperaturregulierend wirken.

Die lange Zeit, bis das Fell wieder trocken ist, fühlt sich außerdem sehr unangenehm für die kleine Fellnase an.

3. Mehr Gewicht, weniger Beweglichkeit für die Katze

In der Regel schafft es eine Katze nur für bestimmte Zeit, sich über Wasser zu halten.
In der Regel schafft es eine Katze nur für bestimmte Zeit, sich über Wasser zu halten.  © 123rf / Alexsfoto

Das dichte Fell kann sich zusätzlich mit einer ziemlich großen Menge Wasser vollsaugen. Das bedeutet zusätzliches Gewicht für die Katze. Dadurch wird einerseits die Balance, aber auch die Beweglichkeit des Stubentigers beeinflusst.

Besonders gefährlich kann es sogar werden, wenn Katzen keine Möglichkeit haben, aus einer tieferen Wasserquelle auszusteigen. Durch das Gewicht kann sie sich nicht so lang über Wasser halten. Sie würde nach einer gewissen Zeit untergehen und ertrinken.

Tipp: Mehr Infos zur Schwimmfähigkeit von Katzen gibt es hier:

>>> Können Katzen Schwimmen?

4. Wasser nimmt Katzen ihren Eigengeruch

Dass Katzen sehr reinliche Tiere sind, sollte jedem bewusst sein. Etwa die Hälfte ihrer wachen Zeit, also etwa drei Stunden täglich, verbringen sie damit, sich zu putzen. Das hat unter anderem den Zweck, dass sie ihre ganz eigenen Duftstoffe in ihrem Fell verteilen. Somit können ihre Artgenossen sie erkennen und umgekehrt.

Wird die Samtpfote nun nass, verliert sie ihren Eigengeruch. Die Kommunikation zu ihren Artgenossen wird erschwert, ebenso wie ihre Orientierung.

Um ihre persönliche Duftnote wiederzubekommen, muss sie sich, nachdem sie nass geworden ist, also sehr lang putzen.

5. Negative Erfahrungen mit Wasser

Mit einem sanften Umgang und viel Geduld kann man Katzen an Wasser gewöhnen.
Mit einem sanften Umgang und viel Geduld kann man Katzen an Wasser gewöhnen.  © 123RF / vladansrs

Ob eine Katze Wasser mehr oder weniger meidet, liegt natürlich auch an den Erfahrungen, die sie damit gemacht hat.

Gerade im jungen Alter, kann das sehr prägend gewesen sein - egal, ob sie unsanft von ihren Besitzern gebadet wurde oder aus Versehen in einen Teich oder Pool gefallen ist.

Aber auch die Erziehung der eigenen Mutter hat einen Einfluss darauf, wie Katzen mit Wasser umgehen. Bringt ihnen das Muttertier bereits im Kittenalter bei, auf Wasser eher ängstlich zu reagieren, wird dieses Verhalten meist übernommen.

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Grundsätzlich kann man Katzen allerdings einen besseren Umgang mit Wasser beibringen, indem man ihnen auf sanfte und sehr vorsichtige Art und Weise zeigt, dass es in einem geschützten Rahmen für sie ungefährlich ist. Das erleichtert auch potenziell notwendige Bäder für eine Samtpfote.

Tipp: Mehr Infos zum Baden von Katzen findest Du unter:

>>> Sollte man seine Katze baden?

Fazit: Katzen sind keine Wasserratten

Während beispielsweise Hunde es lieben, sich im kühlen Nass zu erfrischen, machen Katzen meist einen hohen Bogen um Wasser. Sei es zum Selbstschutz oder aus schlechten Erfahrungen heraus.

Sollte eine Katze aus bestimmten Gründen, wie starker Verschmutzung oder Parasitenbefall, doch einmal gebadet werden müssen, so kann man ihr einen guten Umgang mit Wasser durch positive Verstärkung und viel Geduld anerziehen.

Titelfoto: 123RF/Nykolinium

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