Bitterfeld-Wolfen - Drei Monate lang hielten sie Bevölkerung, Polizei und Feuerwehr in Atem, doch schon bald müssen sich die beiden zündelnden Fotografen aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld vor Gericht verantworten.
Gegen die beiden 23 und 33 Jahre alten Männer, die im vergangenen Sommer zahlreiche Brände gelegt haben sollen, um sich mit daraufhin gefertigten Fotoaufnahmen zu bereichern, wurde mittlerweile Anklage erhoben.
Das bestätigte Frank Straube, Vorsitzender Richter am Landgericht Dessau-Roßlau, auf Anfrage von TAG24.
Vorgeworfen werden dem Duo aus Bitterfeld-Wolfen und Zörbig insgesamt 16 Fälle von Brandstiftung im Zeitraum zwischen 25. Juni und 24. September 2025, in denen sie gemeinsam gehandelt haben. Ein weiterer soll allein auf das Konto des Jüngeren gehen.
Die Tatorte der Brandstiftungen liegen im ganzen Landkreis verteilt, gezündelt wurde Straubes Angaben zufolge in Bitterfeld-Wolfen, Zörbig, Raguhn-Jeßnitz, Sandersdorf-Brehna, Roitzsch, Muldestausee und Osternienburger Land.
In Raguhn wurden die beiden Fotografen am 24. September schließlich von der Polizei auf frischer Tat ertappt. An jenem Abend war der alte Bahnhof in der Bahnhofstraße in Flammen aufgegangen.
Anklage gegen Brandstifter erhoben: Eröffnung des Hauptverfahrens noch unklar
Bereits zuvor sollen die Brandstifter ins Visier der Ermittler geraten sein, die die Verdächtigen noch am selben Abend in der Nähe des Tatorts festnehmen konnten. Seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft.
"Die Tatmuster zeigten gezielte Brandlegungen, die die schnelle Ausbreitung des Feuers förderten und die Löscharbeiten erheblich erschwerten", warfen die Behörden den Männern im Herbst vor. Damit hätten sie bewusst die Gefährdung der Einsatzkräfte in Kauf genommen.
Mit den Bildaufnahmen, die sie während der Brände anfertigten und an Medienunternehmen verkauften, darunter auch TAG24, sollen die Männer jeweils Einnahmen im vierstelligen Bereich erzielt haben.
Wann das Hauptverfahren beginnt und wie viele Termine anberaumt werden, konnte Richter Straube noch nicht sagen.