Nach Unstimmigkeiten: Bundeswehr-Aktion auf dem Brocken offiziell abgesagt
Wernigerode - Nach langem Hin und Her wurde das geplante "Camp Brocken" im Harz am Dienstagvormittag von der Bundeswehr abgesagt.
"Unter den derzeit gegebenen Rahmenbedingungen ist eine Durchführung zu personalwerblichen Zwecken aktuell nicht möglich, heißt es zur Begründung", erklärte Thomas Balcerowski (53) vom Landrat des Landkreises Harz.
Der Naturschutzbund hatte die Absage des Karrierecamps "Camp Brocken" der Bundeswehr gefordert. Zum Zeitpunkt der Aktion Mitte Mai ist im Nationalpark Harz Brutzeit. Die während der Aktion stattfindenden Hubschrauberlandungen und Tiefflüge würden den sensiblen Le^^bensraum stören.
"Wir appellieren daher an das Bundesministerium der Verteidigung, nach einem alternativen Veranstaltungsort zu suchen. Landrat Thomas Balcerowski rufen wir dazu auf, die Naturschutzpflichten vor Ort zu priorisieren", so der Naturschutzbund damals.
Der Landrat des Landkreises Harz bedauert die aktuelle Entscheidung. "Es gäbe damit nur Verlierer", beteuerte er.
Die Stadt Wernigerode würde mit der Absage nicht mit einer Kostenerstattung des Brandeinsatzes vom September 2024 rechnen können. Zudem, weil bei weiteren Großbränden im Nationalpark Harz die Unterstützung der Bundeswehr ausbleiben könnte.
Absage laut Grünen "folgerichtig"
"Die Absage ist folgerichtig. Der Brocken ist kein beliebiger Veranstaltungsort, sondern ein hochsensibler Naturraum mit besonderem Schutzstatus", so Wolfgang Aldag (58) von der Landtagsfraktion Die Grünen in Sachsen-Anhalt über den Beschluss.
"Für die Menschen in der Region und für die Natur im Nationalpark ist diese Entscheidung die richtige", hieß es weiter.
Titelfoto: Matthias Bein/dpa
