Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD-Chefin findet Regierungs-Szenario mit BSW "sehr interessant"

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Magdeburg - Sachsen-Anhalt hat gewählt! Mit deutlichem Vorsprung konnte die AfD die Wahl für sich entscheiden. Die CDU hat ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung eingefahren.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Die ARD-Hochrechnung von 22.13 Uhr sieht die AfD bei 44,0 Prozent (+23,2 im Vergleich zur letzten Wahl 2021). Die CDU kommt auf 17,5 Prozent (-19,6).

Dahinter folgen die SPD mit 9,2 Prozent (+0,8), die Grünen mit 8,9 Prozent (+3,0), die Linke mit 8,6 Prozent (-2,4) und das mit BSW 5,1 Prozent (+5,1). Die FDP fliegt mit 2,5 Prozent (-3,9) aus dem Landtag.

Damit bleibt die Frage nach der künftigen Regierungsbildung spannend. Das derzeitige Bündnis aus CDU, SPD und FDP ist nicht mehr möglich.

Post sortiert Briefwahlscheine für AfD aus? Video ist eine Fälschung
Landtagswahl Sachsen-Anhalt Post sortiert Briefwahlscheine für AfD aus? Video ist eine Fälschung

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel. Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

6. September, 22.26 Uhr: SPD schiebt sich in fünfter ARD-Hochrechnung auf dritten Platz

In der fünften ARD-Hochrechnung erreicht die SPD erstmals den dritten Platz.

Sie liegt nun bei 9,2 Prozent. Die AfD kommt auf 44,0 Prozent, die CDU nochmals schlechter bei 17,5 Prozent.

Hinter der SPD sortieren sich Grüne (8,9 Prozent), Linke (8,6 Prozent) und BSW (5,1 Prozent) ein. Die FDP befindet sich mit 2,5 Prozent unter der 5-Prozent-Hürde.

6. September, 22.12 Uhr: Polens Regierungschef spricht von "Idioten" und "Verrätern"

Der AfD-Erfolg macht den polnischen Regierungschef Donald Tusk (69) fassungslos.

"In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen", schrieb der liberalkonservative Politiker am Wahlabend bei der Online-Plattform X. Nicht wenige davon hätten sich in den Oppositionsparteien Konfederacja und Recht und Gerechtigkeit (PiS) versammelt.

Polens Regierungschef Donald Tusk (69) hat sich zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt geäußert.
Polens Regierungschef Donald Tusk (69) hat sich zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt geäußert.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

6. September, 21.42 Uhr: AfD-Chefin findet Regierungs-Szenario mit BSW "sehr interessant"

Die AfD in Sachsen-Anhalt könnte nach den Vorstellungen von Parteichefin Alice Weidel (47) mithilfe vom BSW an die Macht kommen.

Es seien bereits Gespräche der AfD mit anderen Parteien vor der Wahl gelaufen, sagte Weidel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und natürlich ist ein Regierungs-Szenario mit dem BSW für uns als AfD sehr interessant." Genauso sei eine Minderheitsregierung "eine relevante Option für die AfD in Sachsen-Anhalt".

Jüngsten Hochrechnungen zufolge hat das BSW den Einzug in den neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt geschafft. Das ZDF sieht die Partei in seiner Hochrechnung vom Sonntagabend bei 5,0 Prozent, die ARD bei 5,1 Prozent.

AfD-Chefin Alice Weidel (47) liebäugelt mit einem BSW-Regierungs-Szenario.
AfD-Chefin Alice Weidel (47) liebäugelt mit einem BSW-Regierungs-Szenario.  © Hendrik Schmidt/dpa

6. September, 21.27 Uhr: Siegmund bekräftigt Rundfunk-Pläne

Nach dem Wahlsieg hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) die Pläne seiner Partei zur Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen bekräftigt.

In einem ARD-Interview erklärte der Politiker, er wolle "diesen Medienstaatsvertrag natürlich kündigen".

Die Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen findet sich an erster Stelle des 100-Tage-Programms der AfD. Welche Verträge Siegmund mit seiner Äußerung konkret meinte, blieb unklar. Von besonderer Bedeutung für Sachsen-Anhalt wäre der MDR-Staatsvertrag, der den gemeinsamen Rundfunk von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen regelt.

Ulrich Siegmund (35) will an seinen Rundfunk-Plänen festhalten.
Ulrich Siegmund (35) will an seinen Rundfunk-Plänen festhalten.  © Hendrik Schmidt/dpa

6. September, 21.20 Uhr: AfD punktet laut Analyse mit Unzufriedenheit und Polarisierung

Eine maximale Polarisierung zusammen mit einer großen Unzufriedenheit der Bürger und einem hohen Kompetenzzuspruch haben nach Wahlforscher-Analysen zum AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt geführt.

"In einem politisch extrem polarisierten Bundesland basiert der AfD-Erfolg auf einem Mix aus allgemeiner Unzufriedenheit, AfD-Wertschätzung und inhaltlicher Überzeugung", schreibt die Forschungsgruppe Wahlen.

Im AfD-Lager sei dies oft vom Gefühl der Benachteiligung und maximaler Distanz zu allen anderen politischen Handelnden begleitet. "Jenseits ihrer Anhängerschaft erwartet allerdings kaum jemand von der AfD faktisch bessere Politik."

Die AfD punktet laut einer Analyse mit Unzufriedenheit und Polarisierung.
Die AfD punktet laut einer Analyse mit Unzufriedenheit und Polarisierung.  © Sebastian Gollnow/dpa

6. September, 20.56 Uhr: Vierte ARD-Hochrechung wieder mit Verlust für CDU

Auch mit der vierten Hochrechnung verliert die CDU (anfangs noch bei 18,5 Prozent) weiter.

So liegen die Christdemokraten nur noch bei 18,0 Prozent. Die AfD kommt auf 44,2 Prozent.

Dahinter liegen Linke mit 9,0 Prozent, SPD mit 9,0 Prozent, Grüne mit 8,6 Prozent und das BSW mit 5,1 Prozent. Die FDP ist raus aus dem Parlament mit 2,3 Prozent.

6. September, 20.56 Uhr: Stellvertretender Unionsfraktionschef gesteht AfD den Regierungsbildungsauftrag zu

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller (37, CDU) sieht in dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keinen Auftrag zu Regierungsbildung.

"Es kann kein Weiter-so geben, weil es kein Weiter mit diesem Ergebnis gibt", sagte der Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen-Anhalt in der Unionsfraktion. Auf die Nachfrage, ob es dann auch kein "Weiter-so" mit Ministerpräsident Sven Schulze (47) gebe, antwortete der 37-Jährige: "Sven Schulze als Ministerpräsident bleibt vorerst geschäftsführend im Amt. Eins ist auch klar: Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag. Der liegt jetzt bei der AfD."

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller (37, CDU) gesteht der AfD den Regierungsbildungsauftrag zu.
Der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller (37, CDU) gesteht der AfD den Regierungsbildungsauftrag zu.  © Christophe Gateau/dpa

6. September, 20.41 Uhr: Staßfurt mit höchstem AfD-Anteil bei Zweitstimmen

Der Wahlkreis mit dem höchstem AfD-Anteil bei den Zweitstimmen liegt südlich von Magdeburg.

So konnte die Partei in Staßfurt (Salzlandkreis) insgesamt 59,8 Prozent der Zweitstimmen holen.

Dahinter folgen Querfurt (Saalekreis) mit 57,7 Prozent und Zeitz (Burgenlandkreis) mit 57,4 Prozent.

6. September, 20.27 Uhr: Schulze will nicht mit AfD zusammenarbeiten

In der Diskussion über die absehbar schwierige Regierungsbildung hat MP Sven Schulze (47, CDU) eine Kooperation mit der AfD abgelehnt.

"Ich habe nicht vor, mit der AfD zusammenzuarbeiten", sagte der CDU-Landeschef nach der Landtagswahl im MDR. "Aber es stellt sich gar nicht die Frage heute, mit irgendjemandem zusammenzuarbeiten."

Ob die "Brandmauer" fortbesteht, ließ Schulze aber offen. "Wir werden uns morgen, wenn wir das endgültige Ergebnis haben, uns mit diesem Wahlergebnis auseinandersetzen. Wir haben Beschlüsse auf Bundesebene, aber wir haben eine Hochrechnung, die uns hart trifft. Deswegen müssen wir damit erst einmal umgehen."

MP Sven Schulze (47, CDU, l.) stellt sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD.
MP Sven Schulze (47, CDU, l.) stellt sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD.  © Jan Woitas/dpa

6. September, 20.20 Uhr: Dritte Hochrechnung liegt vor - SPD erstmals vor Grünen

Die ARD hat die dritte Hochrechnung veröffentlicht. Erstmals liegt die SPD vor den Grünen.

So lauten die Werte: AfD 44,4 Prozent, CDU 18,2 Prozent, Linke 9,1 Prozent, SPD 8,7 Prozent, Grüne 8,5 Prozent, BSW 5,0 Prozent.

Die FDP schafft es der Hochrechnung zufolge mit 2,3 Prozent nicht in den Landtag.

Titelfoto: Montage: Hendrik Schmidt/dpa, Grafik/dpa

Mehr zum Thema Landtagswahl Sachsen-Anhalt :