Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD mit riesigem Vorsprung - fast alle Wahlkreise in blauer Hand

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Magdeburg - Sachsen-Anhalt hat gewählt! Die Wahllokale sind seit 18 Uhr geschlossen. Jetzt werden in den insgesamt 41 Wahlkreisen die Stimmen ausgezählt.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Die dritte ARD-Hochrechnung sieht die AfD bei 44,4 Prozent (+23,6 im Vergleich zur letzten Wahl 2021). Die CDU kommt auf 18,2 Prozent (-18,9).

Dahinter folgen die Linke mit 9,1 Prozent (-1,9), die die SPD mit 8,7 Prozent (+0,3), die Grünen mit 8,5 Prozent (+2,6) und das mit BSW 5,0 Prozent (+5,0). Die FDP fliegt mit 2,3 Prozent (-4,1) aus dem Landtag.

Damit bleibt die Frage nach der künftigen Regierungsbildung spannend. Das derzeitige Bündnis aus CDU, SPD und FDP ist nicht mehr möglich.

Schafft die AfD die absolute Mehrheit? Alle Zahlen zur Wahl in Sachsen-Anhalt
Landtagswahl Sachsen-Anhalt Schafft die AfD die absolute Mehrheit? Alle Zahlen zur Wahl in Sachsen-Anhalt

Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr im TAG24-Liveticker.

6. September, 20.20 Uhr: Dritte Hochrechnung liegt vor - SPD erstmals vor Grünen

Die ARD hat die dritte Hochrechnung veröffentlicht. Erstmals liegt die SPD vor den Grünen.

So lauten die Werte: AfD 44,4 Prozent, CDU 18,2 Prozent, Linke 9,1 Prozent, SPD 8,7 Prozent, Grüne 8,5 Prozent, BSW 5,0 Prozent.

Die FDP schafft es der Hochrechnung zufolge mit 2,3 Prozent nicht in den Landtag.

6. September, 20.13 Uhr: Lydia Hüskens kündigt Rücktritt von FDP-Landesvorsitz an

Nach dem Scheitern der Partei an der 5-Prozent-Hürde hat Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens (62) ihren Rücktritt angekündigt.

"Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen", erklärte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens (62) tritt nach dem miserablen Wahlergebnis zurück.
Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens (62) tritt nach dem miserablen Wahlergebnis zurück.  © Hendrik Schmidt/dpa

6. September, 20.07 Uhr: Fast alle Wahlkreise in blauer Hand

Nach der Auszählung aller 41 Wahlkreise zeigt sich ein nahezu flächendeckend blaues Sachsen-Anhalt.

In den allermeisten Wahlkreisen ist die AfD stärkste Kraft geworden. Nur Teile von Halle und Magdeburg gingen an die Linke.

6. September, 19.54 Uhr: Zentralrat der Juden entsetzt über AfD-Wahlerfolg

Der Zentralrat der Juden äußert sich schockiert angesichts des AfD-Erfolgs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

"Der Ausgang der Wahl ist noch offen, aber fest steht bereits: Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ist in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster (72) der "Welt" zu den ersten Trends am Wahlabend.

Er ergänzte: "Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt." Es sei in den vergangenen Monaten klar ersichtlich gewesen, welche Ziele die AfD verfolge. "Wer sie heute gewählt hat - trotz oder wegen dieser Ziele - trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis." 

Der AfD-Wahlerfolg sorgt für Entsetzen bei Zentralratspräsident Josef Schuster (72).
Der AfD-Wahlerfolg sorgt für Entsetzen bei Zentralratspräsident Josef Schuster (72).  © Pia Bayer/dpa

6. September, 19.48 Uhr: Laut Polizei bislang keine größeren Vorkommnisse bei Landtagswahl

In Magdeburg ist es bislang weitgehend ruhig geblieben.

Es habe das ganze Wochenende über in der Landeshauptstadt keine besonderen Vorkommnisse gegeben, die mit der Wahl in Verbindung stünden, sagte ein Polizeisprecher am Abend. 

Bei Versammlungen und Demonstrationen seien insgesamt rund 450 Menschen dabei gewesen. Die größte Kundgebung mit rund 200 Teilnehmern war demnach von der Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) angemeldet worden.

Die Polizei registrierte bislang keine größeren Vorkommnisse bei der Landtagswahl.
Die Polizei registrierte bislang keine größeren Vorkommnisse bei der Landtagswahl.  © Heiko Rebsch/dpa

6. September, 19.41 Uhr: BSW will weder Siegmund noch Schulze wählen

Das BSW will nach der Wahl in Sachsen-Anhalt weder AfD-Kandidat Ulrich Siegmund (35) noch CDU-Kandidat Sven Schulze (47) zu einer Mehrheit als Ministerpräsident verhelfen.

"Wir werden genau das tun nach der Wahl, was wir vor der Wahl angekündigt haben. Wir werden weder Herrn Schulze noch Herrn Siegmund wählen", sagte BSW-Co-Parteichefin Amira Mohamed Ali (46) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

Das BSW plädiert für einen "dritten Weg" in Sachsen-Anhalt. "Wir müssen raus aus diesen Schützengräben, raus aus diesen Grabenkämpfen, und deswegen sagen wir, es ist Zeit für ein neues Modell, einen Ministerpräsidenten oder eine Ministerpräsidentin, die anerkannt ist überparteilich und die mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung des ganzen Parlaments regiert", so Amira Mohamed Ali.

BSW-Co-Parteichefin Amira Mohamed Ali (46) plädiert für einen überparteilichen Ministerpräsidenten.
BSW-Co-Parteichefin Amira Mohamed Ali (46) plädiert für einen überparteilichen Ministerpräsidenten.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

6. September, 19.31 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Siegmund über Ergebnis - "Natürlich ist es ein Regierungsauftrag"

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) sieht bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Regierungsauftrag für seine Partei.

Mit Blick auf die Hochrechnungen sagte er beim Sender ntv: "Natürlich ist es ein Regierungsauftrag." Zugleich erklärte er aber, er sehe aktuell keine Partner für eine Koalition. Laut der Hochrechnungen reicht es nicht für eine Alleinregierung der AfD. 

Die Menschen würden wieder eine positive Perspektive wollen, sagte Siegmund. "Und genau das ist der Regierungsauftrag, den wir in Sachsen-Anhalt haben. Und damit möchten wir schnellstmöglich beginnen."

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) sieht im Ergebnis der Hochrechnungen einen Regierungsauftrag.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) sieht im Ergebnis der Hochrechnungen einen Regierungsauftrag.  © Jan Woitas/dpa

6. September, 19.20 Uhr: Kubicki spricht von bitterem Tag für FDP und für seine Person

Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki (74) äußerte sich enttäuscht über das Ausscheiden seiner Partei aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt.

"Das ist ein bitterer Tag für die gesamte Partei und es ist interessanterweise auch ein bitterer Tag für mich", sagte Kubicki in Berlin. "Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber Wünsche erfüllen sich nicht regelmäßig." 

Es handele sich um eine weitere Wahlniederlage in diesem Jahr. "Aber das wird uns als Freie Demokraten nicht auf unserem Weg abhalten, die Freien Demokraten wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu machen."

FDP-Chef Wolfgang Kubicki (74) erlebt einen bitteren Tag.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki (74) erlebt einen bitteren Tag.  © Fabian Sommer/dpa

6. September, 19.13 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin sieht Zusammenhang zwischen Ergebnis und Klimawandel

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) begründet den absehbar hohen Stimmenanteil für die eigene Partei bei der Landtagswahl auch mit dem Hitzesommer.

"In jeder einzelnen Hitzephase dieses Sommers lag der heißeste Ort in Sachsen-Anhalt", erklärte sie nach der ersten Hochrechnung in der ARD, bei der die Partei auf 8,7 Prozent kam. "Die Menschen machen sich Sorgen um die Klimakrise, auch wenn sich das oft nicht so abbildet und auch wenn heute eine Partei die stärkste Partei geworden ist, die das komplett ignoriert", betonte die 48-Jährige mit Blick auf die AfD, die mit großem Abstand als Sieger hervorgeht.

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) konnte mit ihrer Partei mehr Wähler begeistern als zuvor in Umfragen absehbar war.
Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) konnte mit ihrer Partei mehr Wähler begeistern als zuvor in Umfragen absehbar war.  © Jan Woitas/dpa

6. September, 19.07 Uhr: Zweite Hochrechnung mit kaum Veränderung

Die zweite ARD-Hochrechnung zeigt kaum Veränderungen bei den Wahlergebnissen.

Die Werte lauten: AfD 44,4 Prozent, CDU 18,4 Prozent, Linke 9,3 Prozent, Grüne 8,7 Prozent, SPD 8,4 Prozent, BSW 5,0 Prozent.

Die FDP schafft es der Hochrechnung zufolge mit 2,2 Prozent nicht in den Landtag.

Titelfoto: Montage: Jan Woitas/dpa, Grafik/dpa

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