Antreten zum Zählappell! Sachsens Bundeswehr in Zahlen
Sachsen - Für die Bundeswehr geeignet und motiviert? Das sollen Fragebögen für den neuen Wehrdienst erkunden, die dieser Tage bei Jugendlichen in die Briefkästen flattern.
Schon jetzt ist die Bundeswehr in Sachsen als Arbeitgeber beliebt. Das vergangene Jahr war mit 15 Prozent mehr Einstellungen als 2024 das beste seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011.
"Unser Kernauftrag ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Aber wir unterstützen auch in der Amts- und Katastrophenhilfe, insbesondere dann, wenn Leib und Leben in Gefahr sind - wie zuletzt an der Carolabrücke in Dresden oder beim Waldbrand in der Gohrischheide", sagt Oberst Michael H. Popielas (63), als Kommandeur des Landeskommandos Sachsen der ranghöchste Vertreter der Bundeswehr im Freistaat.
Doch wie viele Angestellte hat die Bundeswehr eigentlich im Freistaat, welche Standorte gibt es und wie setzt sich die Ausrüstung eines Soldaten zusammen?
Antreten zum Zählappell: Das ist Sachsens Bundeswehr in Zahlen.
So viele Bundeswehr-Dienststellen gibt es in Sachsen
Über 5000 Soldatinnen, Soldaten sowie zivile Mitarbeiter sind bei der Bundeswehr in Sachsen beschäftigt, davon rund 1750 Zivilangestellte.
3247 Uniformträger in Sachsen sind Bundeswehrangehörige. Davon gehören 3055 zum Heer, 157 zur Luftwaffe und 35 zur Marine.
12 Prozent der uniformierten Bundeswehrangehörigen sind weiblich.
42 Bundeswehr-Dienststellen gibt es im Freistaat.
32 militärische Liegenschaften werden in Sachsen verwaltet.
175 km² misst allein der TrÜbPl (Truppenübungsplatz) Oberlausitz. Das entspricht etwa der Fläche von 24.500 Fußballfeldern. Damit ist er der drittgrößte von 13 Truppenübungsplätzen der Bundeswehr. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt etwa 40 Kilometer.
21.000 Soldaten haben im vergangenen Jahr etwa 300 Tage auf dem TrÜbPl Oberlausitz trainiert. Mit rund 14.000 Kilometern hatten dabei die Streitkräfte aus Singapur die weiteste Anreise.
So lang ist die Fregatte "Sachsen"
48.700 Reservisten (ehemalige Soldaten der Bundeswehr) sind registriert.
44 Schützenpanzer gehören zum Panzergrenadierbataillon 37 "Marienberger Jäger", dazu 3 Bergepanzer Büffel und 2 Transportpanzer Fuchs.
3 Ausbildungsstätten des Deutschen Heeres gibt es in Sachsen. Im Ausbildungskommando in der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig wird die Ausbildung der Heeresuniformträger zentral koordiniert. Die Offizierschule des Heeres befindet sich in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dresden, die Unteroffizierschule des Heeres in der Feldwebel-Boldt-Kaserne in Delitzsch.
143 Meter lang ist die Fregatte "Sachsen", das Patenschiff des Freistaates (Heimathafen Wilhelmshaven). Mit 6 Torpedos, 3 Bordgeschützen und 2 Bordhubschraubern kann sie zur Seezielbekämpfung, U-Boot-Jagd und Flugabwehr eingesetzt werden.
5 Karrierebüros in Dresden, Chemnitz, Leipzig, Zwickau und Bautzen kümmern sich um Bundeswehrbewerber. Zuletzt betrugt deren Durchschnittsalter 20,2 Jahre.
Die Kampfmontur hält einiges aus
Die Gefreite Lene (17) und der Gefreite Fred (18) von der Panzergrenadierbrigade 37 in Frankenberg zeigen die wichtigsten Elemente der Bundeswehrbekleidung und Kampfausrüstung:
Etwa 1,3 Kilo wiegt der Gefechtshelm, den es in vier verschiedenen Größen (S, M, L und XL) gibt. Er besitzt Halterungen für weitere Ausrüstung wie Nachtsichtgeräte.
2,2 Millimeter dick sind die hartbeschichteten Gläser der Schutzbrille, die es in drei austauschbaren Farben gibt (Klarsicht, Schwarz für Sonne und Orange für Konturenschärfung). Die Polycarbonat-Gläser widerstehen sogar einem mehrfachen Beschuss aus einer Remington 1187 Schrotflinte aus 5 Metern Entfernung.
220 Stunden Batteriekapazität hat der Gehörschutz 3M Peltor Comtac, mit dem Kampfgeräusche wie lautes Knallen elektronisch abgedämpft werden können. Das Gerät wiegt 335 Gramm, funktioniert bei Temperaturen von 55 bis minus 40 Grad.
500 Gramm wiegt das Combatshirt der Soldatin mit robusten Ärmeln mit Taschen. Es wird unter der Schutzweste getragen. Das hautenge Mittelteil ist hoch atmungsaktiv.
11 Kilo wiegt die MOBAST-Schutzweste, die Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung des Soldaten. Sie kann beispielsweise mit Splitterschutzelementen für Hals und Schulter erweitert werden.
So viel wiegt das Gewehr G 36
30 Liter Fassungsvermögen hat allein der Daypack. Er gehört zu einem modularen Rucksacksystem mit einem 80-Kilo-Hauptrucksack, in dem alles Überlebensnotwendige für 72 Stunden verpackt werden kann.
Über 8 große Taschen verfügt die "Kampfjacke lang" mit hohem Kragen und bietet damit viele Staumöglichkeiten zum Beispiel für Handschuhe, Kopfbedeckung oder ein Erste-Hilfe-Set. In die Ärmel können Ellenbogenprotektoren eingeschoben werden.
Mit 2 Schlaufen lässt sich die Magazintasche entweder an der Schutzweste oder am Gürtel befestigen.
Bis minus 10 Grad ermöglichen die Kontakthandschuhe, dass Fingerfertigkeiten im Umgang mit Werkzeugen und Waffen durch Kälte nicht eingeschränkt werden. Sie sind aber auch für wärmeres Wetter geeignet.
15 9-Millimeter-Patronen fasst das Magazin der halbautomatischen Standard-Dienstpistole P 8 von Heckler & Koch. Sie wurde 1994 in die Bundeswehr als Nachfolger der Walther P1 eingeführt.
3,6 Kilo wiegt das Gewehr G 36 und ist damit relativ leicht. Das Gehäuse des Sturmgewehrs besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit Einlagen aus rostfreiem Stahl. Ein Magazin fasst 30 Patronen.
150.000 Stück der Kampfhosen wurden seit April 2022 bundesweit an die Streitkräfte ausgeliefert: robustes Material mit Belüftungsöffnungen, zahlreichen Taschen und der Möglichkeit, Knieschoner einzuschieben.
Titelfoto: Uwe Meinhold

