Brief von der Bundeswehr: Tausende junge Sachsen bekommen Post

Von Daniel Josling

Kamenz - Tausende junge Erwachsene in Sachsen könnten im kommenden Jahr einen Brief der Bundeswehr im Briefkasten finden.

Rekruten bei einer Gefechtsausbildung: Tausende junge Sachsen kriegen 2026 Post von der Bundeswehr. (Archivfoto)
Rekruten bei einer Gefechtsausbildung: Tausende junge Sachsen kriegen 2026 Post von der Bundeswehr. (Archivfoto)  © Federico Gambarini/dpa

Wie das Statistische Landesamt auf Anfrage mitteilte, lebten Ende Juni 17.619 männliche deutsche Staatsangehörige, die 2008 geboren wurden, im Freistaat. Wenn sie im kommenden Jahr volljährig werden, könnten für sie gegebenenfalls neue Regeln zur sogenannten Wehrerfassung und zum Wehrdienst greifen.

Hintergrund ist ein Gesetzentwurf von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (65,SPD), mit dem mehr Soldaten für die Bundeswehr gewonnen werden sollen.

Die Wehrpflicht ist zwar seit 2011 ausgesetzt, der Wehrdienst damit freiwillig - mit dem neuen Modell sollen junge Menschen jedoch wieder systematisch erfasst werden. Das Gesetz muss noch durch den Bundestag und Bundesrat.

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Nach den Plänen sollen alle, die nach dem 1. Januar 2026 volljährig werden, einen Brief mit einem QR-Code erhalten. Er führt zu einem Online-Fragebogen, in dem unter anderem Bildungsabschluss, Körpergröße, Gewicht und die grundsätzliche Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt werden. Die Angaben sollen ein besseres Bild darüber liefern, wie viele junge Erwachsene pro Jahrgang für den Dienst bei den Streitkräften infrage kommen.

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Bald wird wieder verpflichtend gemustert. (Symbolfoto)
Bald wird wieder verpflichtend gemustert. (Symbolfoto)  © Oliver Berg/dpa

Der Wehrdienst selbst soll freiwillig bleiben. Vorgesehen ist jedoch, dass junge Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit ab 2027 wieder verpflichtend gemustert werden - unabhängig davon, ob sie später tatsächlich dienen.

Regional verteilt leben die meisten männlichen Personen des Geburtsjahrgangs 2008 mit deutscher Staatsangehörigkeit in den Großstädten: in Dresden (2402) und Leipzig (2282), gefolgt vom Erzgebirgskreis (1502) und Mittelsachsen (1377). Am wenigsten Angehörige dieses Jahrgangs gibt es im Landkreis Nordsachsen (900) und in der Stadt Chemnitz (932).

Insgesamt lebten zum Stichtag 30. Juni 34.415 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die im Jahr 2008 geboren wurden, in Sachsen.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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