Bürgermeisterin stemmt sich gegen Windrad-Pläne in Sachsen

Dresden - Die Regionalpläne für Windparks in Sachsen sind da und haben das Zeug, ganze Landstriche zu verändern. Dippoldiswaldes Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (54, CDU) hatte bereits den Wind in ihrer Bundespartei gedreht. Nun will sie sich das Bundesgesetz vorknöpfen.

Die Dippser OB Kerstin Körner (54, CDU) beim Bundesparteitag der CDU.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur

"Es reicht nicht, nur dagegen zu sein. Wir müssen das Gesetz ändern", sagt Körner zu TAG24. Und meint: die Regionalpläne zur Errichtung neuer Windkraftanlagen.

1,3 Prozent Sachsenland sollen bis nächstes Jahr Windgebiete werden. Dafür mussten die Planer auch in Naturschutzgebiete ausweichen. Grund dafür ist ein Bundesgesetz, wonach bis 2032 sogar 2 Prozent fällig werden.

Körner ist die Macherin unter den Meckerern in Sachsen: Sie trug einen Stadtratsbeschluss zum CDU-Bundesparteitag - und setzte sich durch. Die Kanzlerpartei wolle demnach das Zwei-Prozent-Ziel überprüfen. Aber das reicht ihr nicht.

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"Wir werden eine Petition an den Bundestag starten", so Körner weiter. 2024 habe ihre Gemeinde 64 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt und verwendet. Doch um das starre Flächenziel zu erreichen, soll diese nun weitere 4 Prozent Gemeindeland für Windräder hergeben.

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Körner: "Haben viel geschafft, müssen aber erkennen, dass dieser Weg nicht der Richtige ist"

Windräder sind ein ewiger Zankapfel in Deutschland.  © Martin Schutt/dpa

"Planwirtschaft pur! Wie zu DDR-Zeiten. Ich dachte, das hätten wir 1990 hinter uns gelassen."

Gerade weil sie die Energiewende vorantreibt, kennt sie die Probleme: Wenn zu viel Sonne scheint, stehen die Räder still, um die Netze nicht zu überlasten.

Weht viel Wind, wird irre viel Strom produziert - der aber nicht gespeichert werden kann und deshalb günstig ins Ausland fließt.

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Nach Sonnenuntergang und bei Windstille wird der dann teuer zurückgekauft.

"Wir haben viel geschafft, müssen aber erkennen, dass dieser Weg nicht der richtige ist. Wir brauchen Zeit zum Durchatmen. Wenn etwas in die falsche Richtung läuft, muss die Politik nachsteuern. Und sich nicht in die falsche Richtung drängen lassen."

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