Neuer Luchs in Sachsen gesichtet: Wer ist "Bardi" und wo kommt er her?

Eibenstock - Seit 2024 werden in den Wäldern rund um Eibenstock (Erzgebirgskreis) Luchse angesiedelt. Bisher zogen auf diesem Weg sieben Luchse in den heimischen Forst. Nun wurde ein weiteres Tier gesichtet.

Der Luchs "Bardi" ist vor allem durch seine charakteristische Fleckenzeichnung zu erkennen.  © Archiv Naturschutz LfULG, S. Walther

Bei dem neuen Luchs handelt es sich um eine erste eindeutig nachgewiesene Zuwanderung aus Böhmen nach Sachsen. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mitteilt, hält sich das Tier seit Anfang Februar in der Region auf und ist mehrfach in "Fotofallen" getappt.

Auch die tschechische Nationalparkverwaltung Šumava bestätigt das. Bei dem Luchs handelt es sich um "Bardi", der an seiner charakteristische Fleckenzeichung zu erkennen und so unverwechselbar ist.

"Bardi" ist knapp zwei Jahre alt und wurde nahe der nordöstlichen Grenze des Böhmerwalds geboren. Im Winter 2025 wanderte er aus dem Territorium seiner Mutter ab und sucht nun nach einem eigenen Revier. Bei seiner Wanderung wurde er im vergangenen Juli nur einmal von einer Wildkamera südlich von Pilsen erfasst.

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Welche Route er ins Westerzgebirge genommen hat und wie viele Kilometer er dabei gewandert ist, ist nicht bekannt.

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Konturiert Bardi mit einem anderen Männchen um ein Weibchen?

"Bardi" kommt aus Böhmen und ist inzwischen im Erzgebirge mehrfach in Fotofallen getappt.  © Archiv Naturschutz LfULG, C. Blum-Rérat

"Die Weitwanderung von Luchs 'Bardi' hat eine große Bedeutung für das Luchsprojekt 'RELynx Sachsen'", so ein Sprecher des LfULG. Ausgehend von den Kamerastandorten, die auch die hiesigen Luchse "Alva" und "Chapo" erfassen, ist es sehr wahrscheinlich das "Bardi" mit Chapo um Alva konkurriert hat. Die Paarungszeit bei Luchsen ist zwischen Februar und April.

Falls "Bardi" im Westerzgebirge bleibt, wäre das ein großer Gewinn für die noch im Aufbau befindliche Population.

Seit knapp zwei Jahren werden im Rahmen des Projektes "RELynx Sachsen" im Eibenstocker Forst Luchse ausgewildert. Insgesamt sind es inzwischen sieben Tiere: zwei Wildfänge aus dem Schweizer Juragebirge, "Alva" und "Nova" sowie fünf Luchse aus Gehegehaltung: "Freya", "Juno", "Chapo", "Charlie" und "Anton". "Anton" lebt allerdings nicht mehr, er wurde überfahren.

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Im Spätsommer sollen zwei weitere Luchse ausgewildert werden.

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