Leicester (England) - Mit diesem Erfolg hat er selbst nicht mehr gerechnet! Hinter Cameron Menzies (37) liegt ein echtes Seuchenjahr, das seinen tragischen Höhepunkt mit der blutigen Tisch-Prügel-Aktion bei der Darts-Weltmeisterschaft fand. Jetzt konnte der Schotte allerdings wieder jubeln, was ihm sichtlich naheging.
"Es war ein hartes Jahr", gestand "Cammy" nach seinem 8:5-Finalsieg über Cristo Reyes (38) bei der Players Championship 23 in Leicester am Montag gegenüber der PDC. "Ich hatte dieses Jahr wirklich Schwierigkeiten, und ich dachte, ich gewinne so ein Turnier nie wieder."
Der 37-Jährige holte im Endspiel einen 0:3-Rückstand auf und kämpfte anschließend mit den Tränen. Und das aus gutem Grund: Vor etwa sieben Monaten hing die Karriere des Schotten am seidenen Faden, nachdem er im Zuge der WM-Pleite gegen Charles Manby (20) völlig die Beherrschung verlor und auf einen Tisch eindrosch, bis seine Hand blutete.
"Ich dachte, ich sei erledigt. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe nicht nur mich, sondern auch meine Familie und meine Freunde im Stich gelassen. Das ist etwas, das ich akzeptieren muss", zeigte sich Menzies geläutert.
Sportlich lief es daraufhin schlecht. Auch, weil sich der Dartsprofi bei seinem Prügelskandal zu allem Überfluss schwerer an seiner Wurfhand verletzte und längere Zeit mit einem Taubheitsgefühl ans Oche treten musste.
Cameron Menzies stand kurz vor einer Rückkehr zu seinem alten Job
"Hätte mir jemand noch vor zwei Tagen gesagt, dass ich mein drittes Pro-Tour-Turnier gewinnen würde, hätte ich ihn einen Idioten genannt", scherzte der Pfeilwerfer.
Zwischenzeitlich liebäugelte Menzies sogar mit dem Karriereende und der Rückkehr zu seinem alten Job als Klempner.
"Vor zwei Monaten habe ich meinen Lebenslauf wieder online gestellt, das ist wirklich wahr. Ich habe schon mit Zeitarbeitsfirmen telefoniert. Ich dachte, mit Darts geht es den Bach runter", gestand der World-Cup-Teilnehmer.
Mittlerweile läuft es bei Menzies aber wieder deutlich runder, auch privat. Nach der Trennung von Darts-Kollegin Fallon Sherrock (32) im vergangenen Jahr hat er eine neue Frau an seiner Seite, zudem hat er sich Hilfe bei einem Lifecoach gesucht.
"Ich habe nie gedacht, dass ich so was brauche, aber diese Sachen helfen. Es geht mir gerade gut", so Menzies.