Er verschoss den letzten deutschen Elfmeter: Jetzt bricht Tah sein Schweigen
Foxborough (USA)/München - Als einer der wenigen in der deutschen Nationalmannschaft übernahm Jonathan Tah (30) Verantwortung, obwohl er in seiner Karriere noch keinen einzigen Elfmeter geschossen hatte. Er vergab den letzten Deutschlands beim WM-Aus gegen Paraguay. Jetzt hat der Innenverteidiger sein Schweigen gebrochen und sich auf Instagram zu Wort gemeldet.
"Der verschossene Elfmeter ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken. Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh", sagt er über den Schuss, der weit über den Kasten von Tormann Orlando Gill (26) sauste.
Nach der Partie wurde der gebürtige Hamburger mit Hass im Netz übergossen, dabei war er der einzige, der mit Oliver Kahns (57) Worten Eier hatte. Zuvor hatten zahlreiche Spieler wie Leon Goretzka (31) dankend abgewunken, als Kapitän Joshua Kimmich (31) verzweifelt nach Elfmeterschützen suchte.
Tah stellte sich und würde das auch jederzeit wieder tun. "Aber sicher ist: Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen", sagt der Verteidiger des FC Bayern München.
Er fügt an: "Das hat diesmal nicht geklappt, aber wird mich nicht aufhalten, es beim nächsten Mal wieder zu versuchen. Wir als Team machen immer weiter und auch ich mache immer weiter, egal was kommt!"
Jonathan Tah bekommt unter seinem Post enorm viel Zuspruch
Er sein unglaublich enttäuscht und traurig darüber, "dass wir aus dem Turnier ausgeschieden sind. Richtig realisiert habe ich es ehrlicherweise immer noch nicht", schrieb Tah auf Instagram.
Für den Abwehrspieler war es die erste WM seiner Karriere, vor vier Jahren in Katar war er noch nicht dabei, spielte aber bei der Heim-EM vor zwei Jahren. "Die Mannschaft, unser Land und all die, die Fußball-Deutschland supporten, haben sich so viel mehr erhofft", weiß der DFB-Star ganz genau.
Er machte deutlich, dass er alles gegeben hätte und deshalb das viel zu frühe Aus enorm weh tut. "Zu akzeptieren, dass man alles gegeben hat, um ein erfolgreiches Turnier zu spielen und es dann trotzdem nicht gereicht hat, fällt grade am schwersten", so Tah.
Unter seinem Post bekam der 30-Jährige jede Menge Zuspruch, unter anderem von seinem Ex-Verein Bayer Leverkusen, seinem ehemaligen Mitspieler Granit Xhaka (33), Popstar Pietro Lombardi (34) sowie der Frau seines Bayern-Kollegen Harry Kane (32), Katie Goodland (33).
Für Tah heißt es jetzt erst einmal durchatmen, bevor die Vorbereitung mit dem FC Bayern auf die neue Saison beginnt.
Titelfoto: Nick Potts/PA Wire/dpa

