Ex-Zweitliga-Star träumt vom Finale gegen Lionel Messi

Hamburg/St. Louis (USA) - Der Traum lebt! Wenn Samstagabend (20.30 Uhr) die nordamerikanische Fußball-Liga MLS in die neue Saison startet, hat Marcel Hartel (30) nur ein Ziel. Der ehemalige Profi vom FC St. Pauli, Union Berlin oder dem 1. FC Köln will nach zwei gescheiterten Anläufen erstmals mit St. Louis City die Play-offs erreichen. Vor dem Liga-Auftakt gegen Charlotte FC sprach Hartel mit TAG24 über seinen neuen Trainer, die Begegnung mit Thomas Müller (36) und die Fußball-WM im Sommer.

Marcel Hartel (30) hat mit St. Louis FC in der kommenden Saison große Ziele.  © IMAGO / Imagn Images

Auf dem Höhepunkt hörte Hartel im Sommer 2024 beim FC St. Pauli auf. Nach dem Aufstieg verlängerte er seinen auslaufenden Vertrag bei den Kiezkickern nicht und wechselte, trotz lukrativer Angebote aus Europa, in die USA. "Ich fühle mich hier angekommen und habe vom ersten Tag an großes Vertrauen gespürt", erklärte er.

Das zahlte er auch mit guten Leistungen und Toren zurück, auch wenn der Verein bislang hinter den Erwartungen zurückblieb. "Das Mindestziel ist das Erreichen der Play-offs, daran sind wir zweimal gescheitert", gab Hartel zu. Dies soll sich in der neuen Saison ändern.

Dafür wurde mit Yoann Damet (35) ein neuer Coach geholt, der zuvor bei Konkurrent Columbus Crew als Co-Trainer aktiv war. "Er hat einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen und erinnert mich sehr stark an Fabian Hürzeler (32)", zog Hartel einen ersten Vergleich. "Wie er coacht, wie trainiert und auch die Art und Weise, wie er spielen will. Für mich persönlich ist das sehr gut." Schließlich explodierte Hartel unter Hürzeler. Gemeinsam schafften sie den Aufstieg.

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Entsprechend wohl fühle sich Hartel unter der Leitung des gebürtigen Franzosen und ist guter Dinge, dass St. Louis eine bessere Rolle als in den Vorjahren spielen werde. "Wenn wir noch ein, zwei gute Neuzugänge bekommen sollten, gehe ich davon aus, dass wir die Play-offs erreichen."

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So denkt Marcel Hartel über Thomas Müller

Während Hartel schon gegen Thomas Müller (36, l.) gespielt hat, wartet er immer noch auf ein Duell mit Lionel Messi (38).  © Fotomontage: Darryl Dyck/The Canadian Press/dpa, Tanner Pearson/AP/dpa

Zuvor kommt es in den Ligaspielen zum Wiedersehen mit den Vancouver Whitecaps und Thomas Müller. "Das ist für die Liga und die deutsche Community sehr schön. Es ist schon cool, wenn so große Namen in der Liga spielen", gab Hartel zu, der sich mit Müller rund um das Aufeinandertreffen austauschte.

"Ich glaube, er fühlt sich hier sehr wohl, weil alles ein bisschen lockerer ist. Da kann er mit seinem lockeren Charakter auch mal ein paar mehr Witze reißen, und es wird noch weniger ernst genommen, als in Deutschland."

Zu einem Duell mit Lionel Messi (38) und Inter Miami kam es bislang noch nicht - dafür müsste auch vieles passieren. Denn das wäre erst im Finale möglich.

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Hartel, dessen Vertrag als designated player noch bis Sommer 2028 läuft, kann sich durchaus vorstellen, noch länger in den USA zu bleiben. "Wir fühlen uns sehr wohl in der Stadt und auch in Amerika mit der MLS", erklärte er. "Aber wenn was Interessantes aus Deutschland kommen würde, wären wir auch bereit, wieder nach Hause zu kommen."

Marcel Hartel fiebert auf die WM im Sommer hin

Hartel freut sich neben der WM in Nordamerika auch über die NBA und NFL in seiner Nähe.  © IMAGO / Imagn Images

In diesem Sommer steigt aber erst einmal die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada, ein Ereignis, auf das Hartel schon hinfiebert. "Beim MLS-Shooting war es ein großes Thema, aber sonst mehr man es noch nicht so sehr", gestand er, glaubte aber, dass sich das mit dem Saisonstart auch ändern werde.

Er selbst will seine Kontakte nutzen und das ein oder andere Spiel live im Stadion verfolgen. Vor allem Kumpel Elias Saad (26) spielt mit Tunesien am zweiten Spieltag in Kansas. "Da habe ich schon mit ihm gesprochen, dass ich kommen will."

Ansonsten verfolge Hartel vor allem die großen amerikanischen Sportarten wie Basketball oder American Football.

"Dafür muss ich dann in andere Städte fliegen", sagte er. Chicago oder Kansas liegen mit dem Auto oder dem Flieger gute vier Stunden entfernt. Ab dem Wochenende liegt der Fokus aber erst einmal auf einem erfolgreichen Saisonstart.

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