"Frauen gehören in die Küche": So geht Fußballerin Alisha Lehmann mit Hass-Kommentaren um!

Birmingham (England) - Auf dem Fußballplatz sowie im Internet ist Alisha Lehmann (24) inzwischen ein Star, doch die große Aufmerksamkeit hat auch ihre Schattenseiten. Während sich die Schweizer Nationalkickerin von Hasskommentaren selbst nicht unterkriegen lassen möchte, bereitet ihr die Reaktion ihrer Familie hin und wieder Sorgen.

Ganze 13,2 Millionen Menschen folgen Alisha Lehmann (24) mittlerweile auf Instagram. Dort gewährt die Profi-Spielerin auch Einblicke in ihr Privatleben.
Ganze 13,2 Millionen Menschen folgen Alisha Lehmann (24) mittlerweile auf Instagram. Dort gewährt die Profi-Spielerin auch Einblicke in ihr Privatleben.  © Screenshot/Instagram/alishalehmann7

Erst vor wenigen Monaten überholte die Flügelspielerin von Aston Villa die lebende Tennis-Legende Roger Federer (41) in Sachen Followerzahlen auf Instagram und krönte sich so zur Social-Media-Queen der Schweiz.

Das Leben im Rampenlicht der sozialen Netzwerke lockt allerdings auch viele Online-Trolle an, die ihr Sätze à la "Frauen können nicht Fußball spielen, die gehören in die Küche" in die Kommentare schreiben, wie sie nun im Interview mit dem britischen TV-Sender Sky Sports erzählte.

An dumme Sprüche und verletzende Netz-Beiträge habe sich die aus dem ländlichen Tägertschi zwischen Thun und Bern stammende Edeltechnikerin längst gewöhnt, teilweise ziehe sie sogar Energie aus den unüberlegten Nachrichten: "Das ist natürlich nicht schön, weil wir jeden Tag so hart trainieren, aber es gibt mir noch mehr Kraft."

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"Ehrlich gesagt ist es mir ziemlich egal. Ich lese sie einfach nicht und konzentriere mich auf die guten Kommentare", so Lehmann. Doch auch ihre Angehörigen haben einen Internetzugang.

"Es stört mich mehr für meine Familie, manchmal fühle ich mich schlecht, wenn meine Mutter mir Sachen schickt. Ich sage ihr dann: 'Lies das nicht, ich würde das nie lesen.'"

Alisha Lehmann auf Instagram

Alisha Lehmann freut sich über die Entwicklung des Frauenfußballs in England

2018 wechselte Alisha Lehmann auf die Insel zu West Ham United, seit 2021 ist sie für Aston Villa am Ball.
2018 wechselte Alisha Lehmann auf die Insel zu West Ham United, seit 2021 ist sie für Aston Villa am Ball.  © Screenshot/Instagram/alishalehmann7

Die gehässigen Botschaften hätten ohnehin nichts mit der Wahrheit zu tun: "Es gibt immer Leute, die Frauenfußball nicht unterstützen, weil sie denken, es sei ein Männersport", führte die 24-Jährige aus.

Und sie fügte an: "Aber diese Leute haben kein einziges Fußballspiel gesehen. Das ist das Problem, denn wenn sie zu den Spielen kommen und uns zuschauen, sagen sie: 'Du kannst ja tatsächlich kicken.'"

"Sie langweilen sich einfach im Leben und müssen etwas rausposaunen. Und es ist immer einfach, Dinge hinter einem Computer zu sagen", brachte Lehmann die Thematik auf den Punkt.

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Vor allem in England, wo die 37-fache "Nati"-Akteurin seit 2018 aktiv ist, hat der Frauenfußball in den vergangenen Jahren und insbesondere nach dem EM-Sieg der "Lionesses" im vergangenen Juli einen großen Aufschwung erlebt.

"Die großen Stadien in England waren ausverkauft, weshalb wir auch die Unterstützung der großen Vereine brauchen, um in diesen Stadien spielen zu können. Als Fußballerin spiele ich viel besser, wenn viele Fans da sind und sie schreien. Es gibt einem so viel Halt und Kraft während der Partie", beschrieb die Außenbahn-Wirblerin aus der Jugend des BSC Young Boys.

Im Moment belegt sie mit den "Villans" aus Birmingham den fünften Tabellenplatz der Women's Super League hinter den Insel-Giganten Manchester City, Arsenal, Manchester United und Chelsea.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/alishalehmann7

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