Union Berlin: Top oder Flop - so schneiden die Eisernen Neuzugänge ab

Berlin - Seitdem der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga spielt, musste der Hauptstadtklub in der Sommerpause jedes Mal das Personal-Karussell anwerfen und neue Spieler in den Kader einbauen.

Jordan (26) hat nach einer Verletzung seine starke Frühform verloren.
Jordan (26) hat nach einer Verletzung seine starke Frühform verloren.  © Matthias Koch/dpa

Die guten Leistungen der Köpenicker weckten Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz und so kam es immer wieder zu Abgängen von Leistungsträgern, die aufgefangen werden mussten.

In diesem Zusammenhang bewies Manager Oliver Ruhnert (51) sein goldenes Händchen, denn es gelang ihm ein ums andere Mal, die entstandenen Lücken adäquat zu füllen.

So musste der 51-Jährige auch im vergangenen Sommer wieder tätig werden und holte insgesamt zehn Neue an die Alte Försterei. Zum Jahresende blickt TAG24 auf die bisherige Bilanz der Neu-Eisernen: Wer konnte überzeugen und wer blieb bislang hinter den Erwartungen zurück?

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Nach dem Abgang von Top-Torjäger Taiwo Awoniyi (25) zum Premier-League-Klub Nottingham Forest benötigte die Fischer-Truppe dringend Verstärkung im Sturmzentrum.

Durch die Rekordablöse für den Nigerianer konnten die Berliner etwas tiefer in die Tasche greifen und Jordan (26) von den Young Boys aus Bern loseisen. Der US-Amerikaner konnte auf Anhieb überzeugen und bildete ein kongeniales Sturmduo mit Sheraldo Becker (27).

Diogo Leite, Janik Haberer und Jordan sind Union Berlins bislang beste Neuzugänge

Diogo Leite (23) hat sich einen Stammplatz in der Innenverteidigung von Union Berlin erkämpft.
Diogo Leite (23) hat sich einen Stammplatz in der Innenverteidigung von Union Berlin erkämpft.  © UWE KRAFT / AFP

Dann warf ihn jedoch eine Verletzung zurück und verursachte einen gehörigen Knick in seiner Formkurve, sodass er letztendlich auch die WM verpasste.

Die Pause könnte ihm jedoch auch gutgetan haben, damit er ausgeruht zum Start der Rückrunde wieder auf Torjagd gehen kann. Gelingt es dem 26-Jährigen, an seine Leistungen vom Anfang der Saison anzuknüpfen, ist seine Verpflichtung ein voller Erfolg.

Definitiv als Erfolg kann schon jetzt die Leihe von Diogo Leite (23) bezeichnet werden. Der Portugiese wusste von Beginn an zu überzeugen und avancierte schnell zum Stammspieler in der Innenverteidigung.

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Nur einmal kam er nicht zum Einsatz, obwohl er im Kader stand. Dabei ging er fast immer über die volle Distanz, abgesehen von der 1:4-Niederlage beim SC Freiburg, als der 23-Jährige nach 19 Minuten die Rote Karte sah. Wenn der weitere Saisonverlauf genauso positiv ausfällt, sollte Union definitiv die mit dem FC Porto vereinbarte Kaufoption ziehen.

Auch Janik Haberer (28) wusste bislang zu überzeugen. Der Mittelfeldmann, der ablösefrei aus Freiburg verpflichtet wurde, ließ den abgewanderten Grischa Prömel (27) schnell vergessen. Der 28-Jährige konnte bereits vier Scorerpunkte sammeln und ist im Zentrum gesetzt.

Viele Union-Neuzugänge bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Morten Thorsby (26) ist mit vielen Vorschusslorbeeren nach Köpenick gewechselt, konnte die in ihn gesetzten Erwartungen bislang jedoch nicht erfüllen.
Morten Thorsby (26) ist mit vielen Vorschusslorbeeren nach Köpenick gewechselt, konnte die in ihn gesetzten Erwartungen bislang jedoch nicht erfüllen.  © Tom Weller/dpa

Danilho Doekhi (24) zeigte bislang ebenfalls gute Ansätze. Insbesondere sein Last-Second-Siegtreffer gegen Borussia Mönchengladbach wird den meisten Union-Fans im Hinterkopf geblieben sein. Der Holländer kommt in der Dreierkette immer wieder an der Seite der gesetzten Robin Knoche (30) und Leite zum Einsatz.

Die anderen Neuzugänge wussten bisher nicht so recht zu überzeugen. U21-Nationalspieler Jamie Leweling (21) spielte im Angriff der Eisernen nur eine untergeordnete Rolle und kam bislang nur zu Kurzeinsätzen in der Bundesliga.

Einen noch schwereren Stand hat sein Sturmpartner Tim Skarke (25), der insgesamt erst dreimal in der Liga eingewechselt wurde. Der 25-Jährige wird daher auch mit einem Winter-Transfer zum FC Schalke 04 in Verbindung gebracht.

Drei-Millionen-Zugang Morten Thorsby (26) und Paul Seguin (27) blieben bis dato eher hinter den Erwartungen zurück, obwohl Seguin insbesondere kurz vor der WM-Pause mit guten Leistungen im Union-Mittelfeld aufzeigte. Die wenigen Auftritte von Distanzschütze Milos Pantovic (25) verliefen gelinde gesagt unglücklich. Höhepunkt war dabei sicherlich der verschossene Elfmeter bei der 1:2-Niederlage gegen seinen Ex-Klub VfL Bochum.

Und auch im Tor kam Leverkusen-Leihgabe Lennart Grill (23) nicht an Stammkeeper Frederik Rönnow (30) vorbei. Erst aufgrund einer Verletzung des Norwegers konnte der 23-Jährige mehr Einsatzzeit verbuchen.

Fazit: Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber zumindest konnte der 1. FC Union seine Abgänge einmal mehr auffangen und befindet sich nach zwischenzeitlicher Tabellenführung wieder auf Europapokal-Kurs.

Titelfoto: Matthias Koch/dpa, UWE KRAFT / AFP (Bildmontage)

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