Eta-Pleite im historischen Debüt für Union Berlin: "Geht nicht um mich"

Berlin - Ein Traumtor und der Tiefschlaf zu Beginn der zweiten Halbzeit haben Marie-Louise Eta (34) das Bundesliga-Debüt für Union Berlin verhagelt.

Der Medienrummel um Marie-Louise Eta (34) ist gewaltig gewesen.  © Andreas Gora/dpa

Beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg stand Eta als erste Cheftrainerin einer Herrenmannschaft in einer der fünf europäischen Top-Ligen an der Seitenlinie in der ausverkauften Alten Försterei.

Dementsprechend groß war der Medienrummel rund um die 34-Jährige. Nahezu jedes Objektiv der anwesenden Fotografen war auf sie gerichtet - man hatte teilweise das Gefühl, dass sie als Person wichtiger war, als das Spiel selbst.

Das empfand offenbar auch die Trainerin so: "Ich war total im Fokus. Es geht nicht um mich, es geht um Fußball", betonte die 34-Jährige nach Spielschluss und versuchte die Aufmerksamkeit damit aufs Wesentliche zu lenken.

1. FC Union Berlin Etas historisches Debüt für Union Berlin versaut: Eiskalte Wölfe als Spielverderber

Fußballerisch hat ihre Mannschaft gar keinen schlechten Eindruck hinterlassen. So oft wie gegen Wolfsburg haben die Eisernen in dieser Saison selten in Richtung gegnerisches Gehäuse geballert.

Allerdings mangelte es den FCU-Kickern wieder einmal an Durchschlagskraft und Effizienz - ein Problem, das schon unter Etas Vorgänger Steffen Baumgart (54) oftmals bessere Ergebnisse zunichtemachte.

Anzeige
Trotz guter Leistung verlassen die Spieler von Union Berlin mit gesenktem Kopf den Platz.  © Andreas Gora/dpa

Union Berlin hat nach wie vor "alles in der eigenen Hand"

Die Enttäuschung ist Marie-Louise Eta nach der Niederlage anzusehen gewesen.  © ODD ANDERSEN / AFP

Demgegenüber standen eiskalte Wölfe, die bei nur fünf Torschüssen zweimal ins Schwarze trafen. Patrick Wimmer (24) brachte die Gäste nach elf Minuten mit einem traumhaften Außenrist-Hammer in Führung.

Dzenan Pejcinovic (21) nutzte den Tiefschlaf der Hausherren nach der Pause aus und erhöhte nach nur 29 Sekunden auf 2:0. Oliver Burkes (29) Anschlusstreffer kam letztendlich zu spät.

"Wir sind natürlich enttäuscht", stellte die Fußballlehrerin bei der Pressekonferenz fest, zeigte sich mit dem Auftreten ihrer Mannschaft aber durchaus zufrieden. Besonders die Reaktion nach den Nackenschlägen habe ihr sehr gut gefallen.

1. FC Union Berlin Verliert Union Berlin einen seiner Leitwölfe? "Stand jetzt ..."

Ein Nackenschlag ist nach dem 1:3 in Heidenheim sicherlich auch die zweite Pleite in Serie gegen einen Abstiegskandidaten, dazu das vorangehende Remis gegen St. Pauli.

Dennoch beträgt der Vorsprung der Berliner auf den Relegationsplatz noch immer sechs Punkte, was bei vier ausstehenden Begegnungen eigentlich zum Klassenerhalt reichen sollte.

"Die Lage ist in Ordnung. Wir sind immer noch in einer sehr guten Ausgangsposition, wir haben alles in der eigenen Hand", merkte Marie-Louise Eta selbstbewusst an. Als Nächstes muss der Hauptstadtklub am kommenden Freitag (20.30 Uhr/Sky) bei RB Leipzig ran.

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 30 109:29 79
2 Borussia Dortmund 30 61:31 64
3 RB Leipzig 30 59:37 59
4 VfB Stuttgart 30 62:42 56
5 TSG 1899 Hoffenheim 30 59:44 54
6 Bayer 04 Leverkusen 30 60:41 52
7 SC Freiburg 30 44:48 43
8 Eintracht Frankfurt 30 55:57 42
9 FC Augsburg 30 38:54 36
10 1. FSV Mainz 05 30 36:45 34
11 1. FC Union Berlin 30 34:52 32
12 1. FC Köln 30 44:51 31
13 Borussia Mönchengladbach 30 36:50 31
14 Hamburger SV 30 33:48 31
15 SV Werder Bremen 30 35:53 31
16 FC St. Pauli 30 26:51 26
17 VfL Wolfsburg 30 41:66 24
18 1. FC Heidenheim 30 33:66 19

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: