Felix Magath ledert gegen Union Berlin: "Fahrlässig oder auch verantwortungslos"
Berlin - Am vergangenen Wochenende wurde bei Union Berlin Bundesliga-Geschichte geschrieben, denn mit Marie-Louise Eta (34) stand zum ersten Mal eine Cheftrainerin an der Seitenlinie im Fußballoberhaus der Herren.
Mehr noch: Sie war sogar die erste Hauptübungsleiterin einer Herrenmannschaft in den fünf Top-Ligen Europas – also in England, Spanien, Italien, Frankreich und eben der heimischen Bundesliga.
Dementsprechend groß war am Samstag bei der 1:2-Pleite gegen den VfL Wolfsburg auch der Medienrummel um ihre Person – nur das Ergebnis stimmte am Ende einer beherzten Leistung nicht.
Dennoch gab es von vielen Seiten Lob für die Entscheidung der Eisernen, allerdings ist Felix Magath (72) in diesem Zusammenhang offenbar anderer Auffassung.
"Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass es fahrlässig oder vielleicht auch verantwortungslos ist", polterte die Trainer-Legende bei "Sky90 - Die Fußball-Debatte" los.
Allerdings meinte er damit nicht die Beförderung von Eta per se. Vielmehr sehe er ein großes Problem darin, "wenn man einem U19-Trainer eine Bundesliga-Mannschaft übergibt", stellte "Quälix" klar.
Könnte das Beispiel Eta in der Bundesliga Schule machen?
"Ich kenne sie nicht, ich kenne auch andere U19-Trainer nicht – weder von Wolfsburg noch von sonst irgendwoher –, aber wir müssen schon irgendwie sehen: Fußball-Bundesliga ist etwas anderes als ein U19-Wettkampf", merkte der 72-Jährige an.
Daher glaube er, dass Fußballlehrer, die sich zuvor nur um die U19 oder andere Nachwuchsmannschaften gekümmert haben, dann überfordert seien, wenn sie ins Fahrwasser der Bundesliga geraten – "egal, ob das Frau oder Mann ist", betonte Magath.
Dass das Beispiel Eta in der Bundesliga Schule machen könnte, verneinte Fritz von Thurn und Taxis (75) auf Nachfrage von Gastgeber Patrick Wasserziehr (60).
Der 75-Jährige zog einen Vergleich zu Bibiana Steinhaus-Webb (47), die ab 2017 die erste – und bislang einzige – Schiedsrichterin im deutschen Fußballoberhaus war.
Man habe gedacht, "da könnte was kommen – ist aber nichts gekommen", stellte er lapidar fest. "Ich glaube, dass das ein guter Ansatz ist, aber wie immer bei solchen Dingen muss man ein bisschen Geduld haben."
Titelfoto: Andreas Gora/dpa, Christian Charisius/dpa (Bildmontage)

