Ganz großes Tennis: Union Berlin landet historischen Eta-Sieg bei Ex-Coach Fischer

Berlin - Marie-Louise Eta darf nach einem 3:1 (1:0)-Sieg bei Mainz 05 ihren ersten Bundesliga-Sieg mit Union Berlin feiern. Ausgerechnet bei ihrem Ex-Coach Urs Fischer landen die Eisernen den historischen Erfolg.

Andrej Ilic (M.) zwingt FSV-Keeper Robin Zentner mit seinem Kopfball zu einer Glanzparade.  © Torsten Silz/dpa

Den Köpenickern merkte man an, dass der Druck nach Erreichen des Klassenerhalts abgefallen war. Die Eta-Truppe trat von Beginn an mutig auf und versuchten, nach vorn zu spielen.

Die erste Großchance hatten die Gäste dann aber wieder einmal nach einer Ecke. Andrej Ilic scheiterte nach zehn Minuten mit einem wuchtigen Kopfball am glänzend reagierenden FSV-Keeper Robin Zentner.

Zehn Zeigerumdrehungen später sorgten die Union-Fans für eine Unterbrechung: Mit Tennisballwürfen protestierten sie gegen die vielen Spielansetzungen am Sonntag.

1. FC Union Berlin Wird Union Berlin diesen Transfer-Flop im Sommer los?

Nach der unfreiwilligen Pause kamen die Hausherren zunächst besser auf. Am Ende sorgte dann aber doch ein Standard für die verdiente FCU-Führung. Ilic belohnte sich in der 38. Minute für seinen starken Auftritt und nickte Kemleins Halbfeldflanke nach einem kurz ausgeführten Eckball zum 1:0 in die Maschen.

In der äußerst üppigen zwölfminütigen Nachspielzeit, die der Tennisball-Pause geschuldet war, prüften Kaishu Sano für Mainz und Livan Burcu für die Berliner noch einmal die gegnerischen Torhüter. Am Ende blieb es bei der verdienten FCU-Pausenführung.

Anzeige
Ja ist denn heut' schon Wimbledon? Die Ordner mussten jede Menge Tennisbälle vom Rasen aufsammeln, die aus dem Union-Block geflogen kamen.  © Torsten Silz/dpa
Mit den Tennisball-Würfen haben die Union-Fans gegen die (zu) vielen Sonntagsspiele protestiert.  © Torsten Silz/dpa
Nach der Tennis-Pause durften die Eisernen über den Führungstreffer von Andrej Ilic (2.v.l.) jubeln.  © Torsten Silz/dpa

Mainz 05 dreht nach der Pause auf, Union Berlin schlägt in der Schussphase zurück

Initial hat sich Sheraldo Becker seinen Jubel aus Respekt vor Union Berlin verkniffen, ließ sich dann im Mittelkreis aber doch zu einem kleinen Tänzchen hinreißen.  © Torsten Silz/dpa

Die hielt aber nicht lange an, denn die Gastgeber erwischten einen Traumstart in die zweite Halbzeit: Ausgerechnet Ex-Unioner Sheraldo Becker drückte die Kugel drei Minuten nach Wiederanpfiff nach einer Maß-Flanke von Paul Nebel über die Linie.

Den Jubel verkniff sich der Flügelflitzer aus Respekt vor seinem alten Arbeitgeber. Apropos Ex-Klub: Urs Fischer muss in der Kabine die passenden Worte gefunden haben, denn die 05er traten jetzt ganz anders auf.

Nur einer Glanzparade von Carl Klaus war es zu verdanken, dass der 1. FC Union nicht durch einen Doppelschlag ins Hintertreffen geriet. Kurz darauf wurde ein Traumtor von Phillip Tietz wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen.

1. FC Union Berlin Union Berlin bastelt an neuer Abwehr: Nationalspieler soll kommen

Fischer kündigte im Vorfeld an, keine Geschenke verteilen zu wollen - und hielt Wort. Die Rheinhessen waren jetzt klar spielbestimmend und kamen immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Die Schlussphase gehörte dann aber wieder dem Hauptstadtklub. Erst knallte Ilic die Kugel nach einem Konter ans Lattenkreuz, bevor Oliver Burke Union wieder in Front schoss.

Der Schotte drehte sich kurz vor Schluss im Strafraum um seinen Gegenspieler und donnerte das Spielgerät mit links ins Netz. In der Nachspielzeit machte Joker Josip Juranovic nach einem weiteren Konter den Deckel drauf.

Oliver Burke ist die Erleichterung bei seinem Torjubel anzusehen.  © Torsten Silz/dpa
Josip Juranovic sorgt mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für die Entscheidung.  © Torsten Silz/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Mainz 05 und Union Berlin

Bundesliga, 33. Spieltag

FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin 1:3 (0:1)

Aufstellung FSV Mainz 05: Zentner - da Costa (16. Potulski), Posch, Kohr - Caci (70. Veratschnig), Sano, Mwene - Nebel (70. J.-s. Lee), Amiri - Tietz (81. Weiper), Becker (81. Sieb)

Aufstellung 1. FC Union Berlin: C. Klaus - Trimmel (81. Juranovic), Leite, Doekhi, Rothe (60. Köhn) - Khedira, Kemlein - Burke (89. Skarke), Ansah (60. Schäfer), Burcu (60. Jeong) - Ilic

Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)

Zuschauer: 32.600

Tore: 0:1 Ilic (38.), 1:1 Becker (48.), 1:2 Burke (88.), 1:3 Juranovic (90.+1)

Gelbe Karten: Caci (3), J.-s. Lee (4) / Köhn (5)

Anzeige
Am Ende durfte sich Marie-Louise Eta über ihren ersten Sieg in der Bundesliga freuen.  © Torsten Silz/dpa

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 33 117:35 86
2 Borussia Dortmund 33 68:34 70
3 RB Leipzig 33 65:43 65
4 VfB Stuttgart 33 69:47 61
5 TSG 1899 Hoffenheim 33 65:48 61
6 Bayer 04 Leverkusen 33 67:46 58
7 SC Freiburg 33 47:56 44
8 Eintracht Frankfurt 33 59:63 43
9 FC Augsburg 33 45:57 43
10 1. FSV Mainz 05 33 42:53 37
11 Hamburger SV 33 39:53 37
12 1. FC Union Berlin 33 40:58 36
13 Borussia Mönchengladbach 33 38:53 35
14 1. FC Köln 33 48:58 32
15 SV Werder Bremen 33 37:58 32
16 VfL Wolfsburg 33 42:68 26
17 1. FC Heidenheim 33 41:70 26
18 FC St. Pauli 33 28:57 26

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: